Ich bin eine Frau in der katholischen Kirche

Schwerpunktthema für Februar 2021

von Ronja Goj am 11/05/2020 - 05:55  

Vor 1900 dürfen Frauen nicht studieren. Bis 1918 dürfen Frauen nicht wählen. Bis 1958 sind Mann und Frau vor dem Gesetz nicht gleichberechtigt. Bis 1977 nicht gegen den Willen ihres Mannes arbeiten. Bis 1992 dürfen Frauen keine Messdienerinnen sein. Bis 1997 dürfen Frauen von ihren Männern in der Ehe vergewaltigt werden. 2017 sagt der polnische EU-Abgeordnete über die Frau: „Frauen müssen weniger als Männer verdienen, weil sie schwächer, kleiner und weniger intelligent sind.“ 

Frauen, sie scheinen in dieser Welt seit jeher eine Sonderrolle zu spielen. Eine andere Stellung zu haben, andere Rechte. Eingegrenzt zu sein, eingeschränkt, abhängig. Nicht gleichberechtigt zu sein. Nicht auf Augenhöhe. Nicht den gleichen Wert zu haben. Obwohl sie Menschen sind. Welche Rolle spielt die Frau in der katholischen Kirche? Was bedeutet es dort Frau zu sein? Weiblich zu sein? 

Dieses Schwerpunktthema rückt Frauen ins Scheinwerferlicht. Stellt sie auf die Bühne. Macht aufmerksam auf sie. Offen. Liberal. Weitwinklig. Aufgeschlossen. Tolerant. Freigeistig. Gleichberechtigt. Sie finden Texte, die zum Nachdenken anregen, zum Überdenken, zum Weiterdenken. Interviews mit Agnes Wuckelt, stellvertretender Bundesvorsitzenden der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands und Karin Kortmann, Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken.

Außergewöhnliche Bilder. Unkonventionelle Links. Darunter „Frauen in der Kirche“ – eine Plattform, die sich für die Gleichberechtigung in der Kirche einsetzt. Oder „Die Kirchenrebellinnen. Maria 2.0 kämpft“ – Eine Dokumentation des SWR. Interessante Bücher und ungewöhnliche Filme. Tipps helfen Ihnen das Schwerpunktthema in Ihrem Pfarrbrief umzusetzen. Konkret. Praktisch. Mit Beispielen aus der KAB in Würzburg. Und aus dem Pfarrbrief „das gespräch“ der Pfarrei Schwechat in Österreich. 

    Bilder

    Ein Interview mit Schwester Katharina Ganz

    von

    Ronja Goj

    Dieses Interview ist nur in unveränderter und ungekürzter Weise für den Abdruck freigegeben.

    Ein Interview mit Schwester Katharina Ganz über den sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche

    von

    Ronja Goj

    Dieses Interview ist nur in unveränderter und ungekürzter Weise für den Abdruck freigegeben.

    Tipps von Schwester Katharina Ganz

    von

    Ronja Goj

    Dieser Text ist nur in unveränderter und ungekürzter Weise für den Abdruck freigegeben.

    Was lehrt uns die Corona-Zeit?

    von

    Jutta Laege/ KFD e.V., Quelle: www.kfd.de

    Wie sind Kirche und Gesellschaft mit den Anforderungen in der Corona-Krise klargekommen? Was sind die Lehren, gerade im Hinblick auf die Rolle der Frauen?

    Interview mit Karin Kortmann, Vizepräsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken

    von

    Jutta Laege/ KFD e.V., www.kfd.de

    Pfadfinderin, BDKJ-lerin, kfd-Frau, ZdK-Mitglied: Die katholischen Verbände sind ihre Heimat, bieten ihr Verlässlichkeit. „Sie sind nie Ich-AGs, sondern stellen das Wir in den Vordergrund“, sagt Karin Kortmann. Und so will sie als Präsidiumsmitglied auch den Synodalen Weg verstanden wissen.

    von

    Klaus Jäkel

    erfährt Fritzchen
    dass in der heiligen Messe
    nur Männer als Priester die Wandlungsworte
    über das Brot der Hostie sprechen dürfen
    worin Gott als „Leib Christi“ in Erinnerung
    an sein Abendmahl  —  stets neu
    in besonderer Weise
    zur Welt kommt

    Ein Buch von Susanne Janssen und Susanne Breit-Keßler

    von

    Evangelische Verlagsanstalt

    Die Malerin Susanne Janssen hat sich von biblischen Frauen inspirieren lassen und Porträts geschaffen. Sie zeigen die großen Töchter Gottes mit aller Lebenslast und Lebenslust, die Menschen auch heute spüren: stark, unbeugsam, eigensinnig, manchmal zerbrechlich und in sich versunken.

    Hoffnungsschimmer trotz Krisenstimmung?

    von

    MISEREOR

    Wie unter dem Brennglas offenbart die Corona-Krise Probleme unserer Gesellschaft. Hierbei zeigt sich: Besonders trifft es – wieder einmal – Frauen.

    von

    Peter Schott

    Guter Gott!

    Lass die Frau
    einmal Mann sein.

    Lass den Mann
    einmal Frau sein.

    Wer wohl als erstes
    von seinem Umtauschrecht
    Gebrauch macht?

    Peter Schott, In: Pfarrbriefservice.de

    Ich darf – ich will – ich kann

    von

    PM Vier-Türme-Verlag Münsterschwarzach

    „Ich liebe die Frau, die ich bin“ – für viele Frauen ein schwieriger Satz. Zu sehr ist die heutige Gesellschaft noch von klischeehaften Rollenbildern geprägt. Von Ideen, die Frauen und Mädchen klein halten, ihrer Stimme berauben und den Mut nehmen, ihre Fähigkeiten wertzuschätzen.

    von

    Monika Altenbeck, Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands -Bundesverband e.V.

    Gott, Du willst eine Kirche,
    die aus Fehlern lernt
    und sich erneuert.

    Du willst eine Kirche,
    die geschlechtergerecht ist
    und in der Frauen ihre Berufungen leben können.

    von

    Dr. Annette Jantzen

    Die Frau ist der Sonderfall der Menschheit. Dieser Eindruck drängt sich auf, wenn man hineinhört in die kirchlichen Äußerungen über Frauen, seien sie wohlwollend, herablassend oder offen abwertend.

    von

    Peter Schott

    Wenn ich das Wort „Frauen“ google,
    erhalte ich 884.000.000 Treffer*.
    Wenn ich das Wort „Männer“ google,
    erhalte ich 272.000.000 Treffer*.

    von

    Peter Schott

    Welche Rolle eine Frau spielt,
    spielt das wirklich eine Rolle
    oder spielt es an sich keine Rolle?

    Viel wichtiger ist doch,
    sie lässt das „Rollen spielen“ sein
    und lebt stattdessen als Frau -
    ohne Haupt- und Nebenrolle.
    Dafür mit viel Herz und Verstand.

    Männer, das beste Vorbild für Frauen

    von

    Ronja Goj

    Wie oft nörgle ich an mir herum. Da diese Falte auf der Stirn, die immer tiefer wird. Trotz des großen Repertoires an Anti-Falten-Cremes in meinem Badezimmer. Die vielen Gummibärchen, Schokoriegel und Kekse, die ich täglich in mich hineinfuttere, obwohl sie so ungesund sind.

    Sich selbst über die Schulter schauen

    von

    Ronja Goj

    • In welchen Bereichen engagieren sich Frauen in unserer Gemeinde?
    • In welchen Bereichen engagieren sich Männer in unserer Gemeinde?
    • In welchem Bereich engagiere ich mich?
    • Bin ich glücklich in dieser Position?
    • Möchte ich diese Situation verändern?
    von

    Ronja Goj

    Sich der eigenen Wunderbarkeit bewusst sein

    der eigenen Persönlichkeit

    der eigenen Fähigkeiten

    des eigenen Wertes

     

    eindrucksvoll, brillant, glänzend

    bemerkenswert, außergewöhnlich, einzigartig

     

    stolz auf sich sein

    Neue Bilder will ich von dir malen

    von

    Irmela Mies-Suermann

    Neue Bilder will ich von dir malen, Maria,
    nicht eine Frau, die hinaufgehoben wird in den Himmel
    von putzigen Engeln mit Flügeln,
    die dort empfangen wird von einem bärtigen Gottvater.

    Filmtipp des Katholischen Filmwerks

    Kirche ohne Frauen?

    Dokumentation, Deutschland, 2014, 21 Minuten
    Ein Film von Anton Deutschmann
    Produktion: steyl medien
    empfohlen ab 13 Jahren, LE

    Die meisten Gottesdienstbesucher sind Frauen. Das ehrenamtliche Engagement in den katholischen Gemeinden ruht überwiegend auf ihren Schultern. Obgleich Weiheämter in der Kirche Männern vorbehalten sind, wird die Basisarbeit überwiegend von Frauen geleistet – besonders in Verkündigung und Diakonie. Den ersten Kontakt mit Kirche bekommen nicht wenige Kinder zuerst durch Frauen vermittelt: Erzieherinnen, Grundschullehrerinnen, Gemeindereferentinnen. Auch auf den letzten Schritten eines Lebens – in Krankheit und Pflege - werden Menschen in der Caritas mehrheitlich von Frauen begleitet. Die Dokumentation stellt drei Frauen vor, die ihre Aufgabe in der Kirche als Erzieherin, Universitätsprofessorin und Ordensschwester gefunden haben. Wie finden sie sich als Frau in einer männergeleiteten Kirche zurecht? Dabei entsteht nicht nur ein vielfältiges Bild kirchlichen Engagements in der Gesellschaft, sondern es wird auch grundsätzlich gefragt, wo Kirche sich heute lebendig entfaltet.

    Erhältlich ist die DVD des Films unter https://lizenzshop.filmwerk.de/shop/detail.cfm?id=2294 oder in Ihrer Medienzentrale.

    Filmtipp des Katholischen Filmwerks

    Petrunya

    Spielfilm, Nordmazedonien, Belgien, Slowenien, Kroatien, Frankreich, 2019, 96 Minuten
    Ein Film von Teona Strugar Mitevska
    Produktion: Sister and Brother Mitevska, EZ Films, Vertigo, Spiritus Movens, Deuxième Ligne Films, Entre Chien et Loup
    empfohlen ab 14 Jahren, FSK 12

    Eine arbeitslose Historikerin aus der nordmazedonischen Stadt Štip gerät nach erniedrigenden Erfahrungen bei der Jobsuche in eine religiöse Prozession und lehnt sich spontan gegen die ehernen Regeln der Tradition auf, indem sie als erste Frau ein kleines Kruzifix aus einem eiskalten Fluss fischt, was ihr ein Jahr lang Glück bescheren soll. Die feministisch-burleske Passionsgeschichte nutzt die dadurch ausgelöste Welle der Empörung, um die frauenfeindlichen Strukturen zu demaskieren. Eine temporeiche Komödie, die ohne Bitterkeit, aber mit gebotener Schärfe die patriarchalen Effekte monotheistischer Religionen hinterfragt. (© FILMDIENST)

    Erhältlich ist die DVD des Films unter https://lizenzshop.filmwerk.de/shop/detail.cfm?id=3006 oder in Ihrer Medienzentrale.

    Buchtipp: „Ich liebe die Frau, die ich bin“

    Ich darf – ich will – ich kann

    „Ich liebe die Frau, die ich bin“ – für viele Frauen ein schwieriger Satz. Zu sehr ist die heutige Gesellschaft noch von klischeehaften Rollenbildern geprägt. Von Ideen, die Frauen und Mädchen klein halten, ihrer Stimme berauben und den Mut nehmen, ihre Fähigkeiten wertzuschätzen.

    Für Linda Jarosch ist dieser Zustand nicht hinnehmbar. Dass zur Rechtfertigung oft genug biblische Sprüche und Geschichten zitiert werden, für sie nicht tragbar.

    In ihrem neuen Buch hinterfragt die 73-Jährige traditionelle (christliche) Frauenbilder. Sie ermutigt Frauen, einschränkende Denkmuster hinter sich zu lassen. Sich frei zu entfalten. Sich neu zu entdecken. Damit es einmal leicht über die Lippen geht: „Ich liebe die Frau, die ich bin“.

    Bibliografische Daten:
    „Ich liebe die Frau, die ich bin“
    Linda Jarosch
    1. Auflage 2020
    Vier-Türme-Verlag Münsterschwarzach
    Gebunden, ca. 144 Seiten
    ISBN 978-3-7365-0321-2
    EUR 18,00 [D]

    PM Vier-Türme-Verlag Münsterschwarzach, In: Pfarrbriefservice.de

    Tipps für Pfarrbriefredaktionen

    Ein Beispiel aus der KAB Würzburg – Ein Beispiel für Ihren Pfarrbrief?

    „Aktive Frauen in der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung (KAB) zeigen Gesicht“ – Das ist das Thema der neuen KAB-Mitgliederzeitschrift der Diözese Würzburg. Das Redaktionsteam stellt darin Frauen vor, die in den Ortsverbänden mitarbeiten.

    In einem Schreiben wendet sich die KAB an Ihre Ortsverbände. Bittet um:

    • den Namen der Frau
    • die Aufgaben der Frau
    • ein digitales Foto (möglichst 300 dpi)
    • eine Einwilligung zur Veröffentlichung des Fotos
    • eine Einwilligung des Fotografen, das Foto im Magazin zu veröffentlichen

    Daraus erstellt das Redaktionsteam ein Fotomosaik. Füllt eine Seite im Magazin mit den Porträtfotos der verschiedenen Frauen.

    Auch eine Idee für Ihren Pfarrbrief? Welche Frauen engagieren sich in Ihrer Gemeinde? Wie heißen diese Frauen? Welche Aufgaben übernehmen sie? Seit wann? Geben Sie den aktiven Frauen in Ihrer Gemeinde ein Gesicht.

    „Die großen Töchter Gottes. Starke Frauen der Bibel“

    Ein Buch von Susanne Janssen und Susanne Breit-Keßler

    Die Malerin Susanne Janssen hat sich von biblischen Frauen inspirieren lassen und Porträts geschaffen. Sie zeigen die großen Töchter Gottes mit aller Lebenslast und Lebenslust, die Menschen auch heute spüren: stark, unbeugsam, eigensinnig, manchmal zerbrechlich und in sich versunken.

    Die nachdenklichen Texte von Susanne Breit-Keßler sind den Bildern zur Seite gestellt. Sie lassen die biblischen Frauen als Schwestern erkennen.

    Susanne Janssen, geboren 1965 in Aachen, studierte Gestaltung in Düsseldorf. Seit 1992 ist sie als freie Illustratorin und Malerin tätig und veröffentlichte zahlreiche Bücher. Ihre Arbeiten wurden mehrfach mit Preisen geehrt, unter anderen 2008 mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis. Susanne Janssen lebt und arbeitet im Elsass.

    Susanne Breit-Keßler, geboren 1954 in Heidenheim, studierte Evangelische Theologie in München. Sie ist Theologin, Journalistin und Autorin zahlreicher Bücher. Seit 2001 ist sie Regionalbischöfin für München und Oberbayern. Seit 2003 zudem Ständige Vertreterin des Landesbischofs der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

    Bibliografische Daten:
    „Die großen Töchter Gottes. Starke Frauen der Bibel“
    Susanne Janssen / Susanne Brei-Keßler
    edition chrismon
    80 Seiten mit zahlreichen Abbildungen
    Hardcover
    ISBN 978-3-96038-123-5
    EUR 18,00 [D]

    Evangelische Verlagsanstalt, In: Pfarrbriefservice.de

    Tipps für Pfarrbriefredaktionen

    Frauen in der Kirche – zum Schwerpunktthema im Pfarrbrief machen

    Das hat die Pfarrbriefredaktion des Pfarrbriefs „das gespräch“ der Pfarrei Schwechat in Österreich gemacht. Den Pfarrbrief finden Sie unter: https://www.pfarre-schwechat.at/contao/index.php/pfarr-medien.html

    Chefredakteurin Barbara Mark erzählt, wie es dazu kam. „Die Entstehungsgeschichte dieser Pfarrbriefausgabe geht auf die Plattform „Frauen in der Kirche" zurück, die auf Seite 8 vorgestellt wird. Eine Plattform für alle, die sich für Gleichberechtigung in der Kirche einsetzen. Wir sind über zwei bekannte Pastoralassistentinnen dazu gestoßen, als sie auf der Suche nach einer Heimatadresse für das Impressum waren. Das Thema hat mich persönlich sehr beschäftigt. Ich hatte in der Corona-Zeit Luft nachzudenken, wie wir das Thema in der Pfarre präsenter machen können. Es gibt ein paar Dinge, die ich in diesem Zusammenhang als stellvertretende Vorsitzende des PGRs in Angriff nehmen möchte. Darum war mein Vorschlag an das Redaktionsteam, die Herbstausgabe unter dieses Motto zu stellen. Wir versuchen jede Ausgabe unter ein Schwerpunktthema zu stellen. Dabei sind wir immer auf der Suche nach Themen, die auch für Personen ansprechend sind, die der Kirche fernstehen. Unser Pfarrblatt ist nach außen gerichtet und nicht für den internen Kreis bestimmt. Der Leitgedanke gibt jeder Ausgabe einen roten Faden. Bei dieser Ausgabe war es aufgrund des Themas relativ leicht, viele Beiträge über Frauen in der Kirche zu finden.“

    Diese Seite teilen