Dem Hass im Netz und anderswo keinen Raum geben

Das Schwerpunktthema für Mai 2020

am 01/27/2020 - 05:00  

Die Entfremdung voneinander zieht sich durch alle Schichten und fast sämtliche Generationen. Menschen hören sich nicht mehr richtig zu, brüllen aufeinander ein. Keiner fühlt sich mehr verstanden. Übelste Beschimpfungen in Internetforen, auf Online-Kommentarseiten ebenso wie in den sozialen Medien scheinen die Diskussionskultur im Netz zu prägen. In ihren Anfängen versprachen sie die Menschen näher zusammenzubringen, doch haben sich die elektronischen Kommunikationsnetzwerke für viele Beobachter als die sprichwörtlichen Geister entpuppt, die Goethes berühmter Zauberlehrling nicht mehr los wurde.

Mit den angebotenen Texten und Bildern möchten wir Sie einladen, in Ihrem Pfarrbrief die zunehmende Verrohung und Spaltung der Gesellschaft in den Blick zu nehmen. Was ist Hassrede, warum, wo und wie tritt sie in Erscheinung? Wer steht dahinter? Was machen diese Entwicklungen mit uns? Schließlich soll es um Strategien und Initiativen gehen, die dank und mithilfe der modernen technischen Möglichkeiten neue Hoffnungszeichen setzen.

Bilder

Zwei Wochen aktiv gegen Hatespeech

von

Christian Schmitt

Mir gefällt der Ansatz, sich respektvoll und faktenbezogen in Online-Diskussionen einzumischen und damit Hassrednern nicht alleine das Feld zu überlassen. Die Facebook-Gruppe mit dem Namen #ichbinhier hat sich genau zu diesem Zweck gegründet.

von

Christian Schmitt

Die Internetplattform „LOVE-Storm“ vereint Internetnutzer*innen, die sich für ein positives Miteinander im Netz einsetzen möchten. Das Ziel der Community: Der Welle aus Hass, Herabwürdigungen und Beleidigungen im Internet eine Bewegung der digitalen Zivilcourage entgegenzusetzen.

Entfremdung, Verrohung, Extremismus und die Rolle des Internet

von

Christian Schmitt

Die Entfremdung voneinander zieht sich durch alle Schichten und fast sämtliche Generationen. Menschen hören sich nicht mehr richtig zu, brüllen aufeinander ein. Keiner fühlt sich mehr verstanden.

Eine laute Minderheit dominiert die Kommentarspalten Sozialer Netzwerke

von

Die Studie „Hass auf Knopfdruck“ des Londoner „Instituts for Strategic Dialogue“ (ISD) und von „ichbinhier e.V.“ zeigt das gravierende Ausmaß rechtsextremer Hasskampagnen in den Sozialen Netzwerken.

von Gästen der MISEREOR-Fastenaktion 2020

von

Pater S. Hallak, Aleppo, Gast der MISEREOR-Fastenaktion 2020:

„Mein Weg ist ein Weg, der „Nein" sagt zu Gewalt, „Ja" zum Dialog, „Nein" zur Einförmigkeit, „Ja" zur Vielfalt, „Nein" zur Rache, „Ja" zur Vergebung."

von

Initiative „LOVE-Storm – Gemeinsam gegen Hass im Netz“

1. Schau nicht weg

Wenn Hass nicht widersprochen wird, fühlen sich Angreifende bestärkt. Außerdem werden Zuschauende abgeschreckt, selber zu reagieren und akzeptieren Hass als soziale Norm. Schon ein „Nein, das sehe ich anders.“ kann diese Mechanismen durchbrechen.

Kleines Glossar zum Thema Hass im Netz

von

Initiative „LOVE-Storm – Gemeinsam gegen Hass im Netz“

Hass im Netz ist spätestens seit 2016 ein ernstzunehmendes Problem, wie aktuelle Studien belegen. Experten warnen inzwischen vor der Gefahr, dass hart erstrittene Werte, wie Demokratie und freie Meinungsäußerung zerstört werden könnten.

Das Buch „Factfulness“ von Hans Rosling möchte Mut machen

von

Christian Schmitt

Das Buch Factfulness des 2017 verstorbenen schwedischen Medizinprofessors Hans Rosling möchte aufzeigen, dass die Situation der Menschheit sich insgesamt nicht verschlechtert, sondern sich zum Besseren entwickelt. Viele Menschen nehmen intuitiv das Gegenteil an, obwohl die Faktenlage eine andere ist. Rosling spürt dem nach und liefert Erklärungsversuche.

von

Christian Schmitt

Hinsehen und Einmischen

Julia Ebner schrieb ein Buch über ihre Undercover-Recherchen und die beunruhigenden Erkenntnisse, die sie daraus zieht

von

Christian Schmitt

In ihrem Buch mit dem Titel „Radikalisierungsmaschinen“ untersucht Julia Ebner die These, Extremisten nutzten die heutigen technischen Möglichkeiten systematisch, um Menschen zu manipulieren und in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit für ihre vorgestrigen Ideologien zu gewinnen.

Schlagfertig kontern und für die Demokratie einstehen – wie das gehen kann, zeigt die App KonterBUNT

von

Lea Schrenk, www.bpb.de (Text leicht gekürzt), lizenziert nach CC by-sa/4.0

Was tun, wenn an der Supermarktkasse rassistische Bemerkungen fallen oder ein Verwandter auf dem Familienfest beginnt, sexistische Witze zu erzählen? Die Augen verdrehen, dagegenhalten oder doch einfach so tun, als ob man nichts gehört hätte?

trotz Traurigkeit, Hass und Tod

von

Gisela Baltes, www.impulstexte.de

Lasst uns
das Leben feiern!
 
Denn:
 
Das Licht
hat die Nacht überwunden.
 
Die Freude
hat die Traurigkeit verjagt.
 
Die Liebe
war stärker als der Hass.
 
Das Leben
hat den Tod besiegt.
 

8 Tipps für mehr Zivilcourage und Menschlichkeit

von

Achim Bröhenhorst

Wenn im Bus jemand den „Neger” vor dir beschimpft, deine Kollegin vor der „Islamisierung des Abendlandes” warnt und dein Onkel über Sozialschmarotzer wettert, wird es Zeit zu reagieren. Nur wie?

Tipps für Online-Familien (17)

von

Internet-ABC e.V.

Kurzversion

Interview mit einer Person, die als Social Media Manager oder Online-Redakteur bereits mit Hassrede in Berührung kam

Womöglich gibt es in Ihrer Gemeinde Personen, die z.B. eine Facebook-Seite betreuen, ein Blog mit offener Kommentarfunktion, ein Online-Forum oder ähnliches. Vielleicht musste eine dieser Personen bereits Erfahrungen mit Hasskommentaren oder einem Hatestorm machen? Ein Interview wäre für Ihre Leser sicherlich interessant, denn so bekommt das Thema einen lokalen Bezug und wird greifbar. Fragen, die Sie stellen können: „Was passierte genau?“, „Wer waren die Angreifer?“, „Wie ging es Ihnen damit?“, „Was haben Sie unternommen?“, „Hatten Sie vorher eine Strategie oder eine Art Leitfaden, wie mit solchen Kommentaren umzugehen ist?“, „Wie haben sich andere Personen zu den Hasskommentaren verhalten?“, „Kamen solche Angriffe schon öfter vor? Wenn ja, wie häufig?“

Was machst Du / was machen Sie, wenn Sie im Netz Hassrede wahrnehmen?

Konfrontieren Sie Mitglieder Ihrer Gemeinde mit dieser Frage und stellen Sie die Antworten, jeweils in zwei bis drei kurzen Sätzen, auf einer Pfarrbrief-Doppelseite vor. Natürlich gehört dazu jeweils ein Foto des/der Interviewten. Solche Seiten, die durch persönliche Aussagen eine direkte Verbindung zwischen dem behandelten Thema und den Menschen der eigenen Gemeinde schaffen, zählen bei den Leserinnen und Lesern zu den beliebtesten im Pfarrbrief. Wichtig: klären Sie die Interviewten darüber auf, dass ihr Statement im Pfarrbrief veröffentlicht wird und holen Sie das ausdrückliche Einverständnis dafür ein.

Ein möglicher Einleitungstext zu Ihrem Beitrag könnte lauten:
Hassrede im Netz ist ein Phänomen, das seit ein paar Jahren stark zugenommen hat und das nur im Schutz der Anonymität gedeihen konnte. Für manche Zeitgenossen fallen damit alle Hemmungen. Sie entladen ihren angestauten Hass, indem sie verbal auf Minderheiten einprügeln und zur Gewalt gegen sie aufrufen. Menschen, die sich nicht wehren können, werden verantwortlich gemacht für tatsächliche oder vermeintliche Übel unserer Zeit. Immer öfter setzt sich dieser virtuelle Hass dann auch in die wirkliche Welt fort. [Titel Ihres Pfarrbriefs] hat Menschen aus unserer Gemeinde gefragt, was sie machen, wenn sie im Netz Hassrede wahrnehmen.

Film-Tipps des Kath. Filmwerks zum Thema

(Die Filmbesprechungen sind freigegeben für die nichtkommerzielle Verwendung durch katholische Pfarreien)

Dokumentation: Hasskommentare und falsche Likes – Manipulation im Netz

Es klingt wie Science-Fiction, ist aber Realität. In den sozialen Medien wird kräftig getrickst. Man kann alles kaufen, was Kunden im Netz erfolgreicher erscheinen lässt. Ein Unternehmen aus Hamburg beispielsweise vermittelt Likes, Kommentare und Klicks. Wer viel zahlt, kriegt auch viel künstliche Resonanz. Wenn es besonders schnell gehen soll, werden auch Social Bots eingesetzt.

Deutschland, 2017, 44 Minuten
Ein Film von Torsten Berg, Benedikt Walter
Produktion: ZDF
empfohlen ab 14 Jahren, Lehrfilm für die nichtgewerbliche Nutzung freigegeben ab 6 Jahren

Erhältlich sind die DVD des Films, Arbeitshilfen sowie das Filmcover unter www.filmwerk.de. Die DVD gibt es außerdem in Ihrer Medienzentrale www.medienzentralen.de.    

Kurzspielfilm: A target

Arto wartet im Auto auf seine Frau und sein Kind. Als sie aus dem Laden zurückkehren, behaupten sie, ein unbekannter Mann habe sie belästigt. Arto beschließt, gegen den Mann vorzugehen ... Ein Film über eine Anschuldigung und die Rolle von Sozialen Medien.

Original mit Untertiteln
Finnland, 2018, 8 Minuten
Ein Film von Antti Heikki Pesonen
Produktion: Tekele Productions Oy, Miia Haavisto
empfohlen ab 14 Jahren, FSK 6

Erhältlich sind die DVD des Films, Arbeitshilfen sowie das Filmcover unter www.filmwerk.de. Die DVD gibt es außerdem in Ihrer Medienzentrale www.medienzentralen.de.