Einkaufen und genießen - aber fair

Das Schwerpunktthema für September und Oktober 2014

am 07/03/2014 - 06:00  

Im Herbst danken Christen Gott für die Ernte. Die Supermarktregale bei uns sind mit Waren aus der ganzen Welt reich gefüllt, fast alles ist nahezu immer zu haben. Seit vielen Jahren setzen sich - vor allem kirchliche - Organisationen dafür ein, den Bauern in den südlichen Ländern einen Preis zu bezahlen, der nicht nur das physische Überleben ermöglicht, sondern auch Entwicklung, Bildung und ein würdiges Leben. Stichwort: Fairer Handel. Konnten früher fair gehandelte Waren nur im Eine-Welt-Laden gekauft werden, gibt es sie mittlerweile sogar im Discounter. Nutzen die Verbraucher die Möglichkeit, über einen bewussten Einkauf ein kleines Zeichen gegen Ausbeutung und Not in der Welt zu setzen? Faire Produkte erfreuen sich wachsender Beliebtheit, doch macht z.B. bei Kaffee der Anteil am Gesamtmarkt gerade einmal zwei Prozent aus. Die Materialien dieses Monatsthemas möchten Pfarrbriefredaktionen unterstützen, den Fairen Handel zu einem Schwerpunktthema einer Pfarrbriefausgabe zu machen, vor allem auch mit den Gegebenheiten vor Ort.

    Bilder

    Zum Beispiel Kaffee

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    Auch in Zeiten hoher Marktpreise ist Kaffee für Kleinbauern kein lukratives Geschäft: Kaffeebauern erhalten im konventionellen Handel ungefähr zwischen 7 und 10 Prozent des Endverkaufspreises. 84 bis 87 Prozent der Profite werden auf Ebene der Röster und des Einzelhandels generiert.

    Fragen und Antworten zum Fairen Handel

    von

    Fairtrade-Mindestpreis und Fairtrade-Prämie verstehen sich nicht als bestimmter Prozentsatz des End-Handelspreises, der zwischen Produkthersteller und Einzelhandel ausgehandelt wird und den die Verbraucherinnen und Verbraucher im Laden bezahlen.

    Fragen und Antworten zum Fairen Handel

    von

    Einige Organisationen engagieren sich seit vielen Jahren für den Fairen Handel. Viele dieser Organisationen gründeten sich lange, bevor die Fairtrade-Zertifizierung überhaupt ins Leben gerufen wurde.

    Fragen und Antworten zum Fairen Handel

    von

    Nein, denn Fairtrade steht nicht in Konkurrenz mit der deutschen Landwirtschaft. Der Einkauf von lokalen Produkten oder nach Fairtrade-Standards erzeugten Produkten schließt sich nicht gegenseitig aus.

    von

    Wikipedia

    Als Fairer Handel (englisch: Fair Trade) wird ein kontrollierter Handel bezeichnet, bei dem den Erzeugern für die gehandelten Produkte mindestens ein von Fair-Trade-Organisationen festgelegter Mindestpreis bezahlt wird, welcher über dem jeweiligen Weltmarktpreis angesetzt ist.

    Für faire Schokolade und Nudeln Zutaten aus Europa

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    Pfarrbriefservice.de

    Wenn man faire Produkte einkauft, unterstützt man nicht nur Produzenten in den südlichen Ländern. Beim Kauf von GEPA-Schokolade kommt der faire Preis auch Bio-Milchbauern aus dem Berchtesgadener Land zugute, oder bei den neuen Pastasorten der GEPA der italienischen Bio-Kooperative Terra Bio.

    Im Mittelpunkt stehen die Produzenten

    von

    Wenn ein Bauer trotz harter körperlicher Arbeit seine Familie nicht ernähren kann, dann liegt das zum Teil auch an ungerechten Welthandelsstrukturen.

    Es geht um mehr als um Geld

    von

    Viele verbinden mit dem Fairen Handel die Zahlung eines fairen Preises. Damit ist gemeint, dass für bestimmte Produkte ein Fairtrade-Mindestpreis garantiert wird. Für diese Produkte muss er immer gezahlt werden - egal, wie niedrig der Weltmarktpreis liegt.

    100-Prozent-Händler und Lizenznehmer des Fairtrade-Siegels

    von

    Es gibt Firmen, die nur fair gehandelte Produkte vertreiben - sie werden auch als 100 % Fair-Händler bezeichnet. Das sind Importfirmen wie die GEPA, EL PUENTE, dwp oder BanaFair.

    Fragen und Antworten zum Fairen Handel

    von

    Jedes einzelne Fairtrade-gesiegelte-Produkt erfüllt - unabhängig davon, wo es verkauft wird - die international festgelegten Standards von Fairtrade International.

    Fragen und Antworten zum Fairen Handel

    von

    Importfirmen wie die GEPA, El Puente, dwp oder BanaFair werden als 100% Fair-Händler bezeichnet, weil sie ausschließlich fair gehandelte Produkte vertreiben.

    Eine App macht's möglich

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    Mit der kostenlosen barcoo-App kann man bereits im Supermarkt erfahren, was hinter Fairtrade-Produkten, wie Schokolade, Kaffee und Co. steckt.

    Und so geht's:

    Tipps für Pfarrbriefredaktionen

    Wo gibt es faire Produkte?

    Mittlerweile kann man in vielen Geschäften Waren aus fairem Handel kaufen. Welche Läden sind das bei Ihnen? Begeben Sie sich doch einmal auf Entdeckungsreise oder bitten Sie die Ministranten- oder Jugendgruppe, die Geschäfte in Ihrem Umkreis ausfindig zu machen. Herauskommen könnte eine Liste mit Läden-Namen, Adresse und gehandelten fairen Produkten als Service für Ihre Leserinnen und Leser.

    Einsatz im Weltladen

    Die Weltläden, in denen es ausschließlich Waren aus fairem Handel gibt, leben vom ehrenamtlichen Engagement vieler Menschen. Vielleicht wohnt in Ihren Gemeinden jemand, der sich dort mit Zeit und Ideen einbringt. Lassen Sie ihn im Pfarrbrief zu Wort kommen, entweder in einem eigenen Beitrag oder in einem Interview.

    Mögliche Fragen:

    • Warum engagieren Sie sich im Weltladen?
    • Wie sieht Ihr Engagement aus?
    • Warum ist es sinnvoll, Waren aus fairem Handel zu kaufen?
    • Was sagen Sie jemandem, der meint, fairer Handel würde nichts am weltweiten System von Ungerechtigkeit und Ausbeutung ändern?

    Rubrik: Eine Welt - verführerisch gut

    Viele Menschen wissen nicht, was es für tolle Produkte im Welt-Laden zu kaufen gibt. Bitten Sie doch die Mitarbeiter, in einer regelmäßigen Pfarrbrief-Rubrik ein bestimmtes Produkt vorzustellen mit kurzen Informationen zu Herstellung und Besonderheit. Der Titel für diese Rubrik könnte lauten: Eine Welt - verführerisch gut.

    Eine-Welt-Gruppen in den Pfarreien

    Vielleicht gibt es in Ihren Pfarreien eine Eine-Welt-Gruppe. Wer engagiert sich dort? Was sind ihre Aktionen? Welche positiven und negativen Erfahrungen machen sie?

    Stellen Sie die Gruppe vor in Wort und Bild, lassen Sie die Mitglieder zu Wort kommen, vielleicht in Form eines kleinen Statements mit der Überschrift: Warum ich mich engagiere.

    Eine-Welt im Kindergarten

    Ist die Eine Welt Thema im örtlichen Kindergarten? In welcher Form? Mit welchen Erfahrungen? Bitten Sie doch die Leitung, einen Beitrag dazu für den Pfarrbrief zu verfassen.

    Gutes Beispiel: Pfarrei

    Womöglich gehen die Verantwortlichen in Ihren Pfarreien bereits mit gutem Beispiel voran und verwenden Waren aus fairem Handel. Fragen Sie doch einmal nach. Wo überall werden welche Waren auf kirchlicher Ebene verwendet oder verkauft? Warum hat man sich dafür entschieden?

    Kurzfilme für den Fairen Handel

    68 Filmteams aus ganz Deutschland nahmen am Kurzfilmwettbewerb für den Fairen Handel „REC A<FAIR" teil. Die besten 20 Filme aus dem Wettbewerb gibt es auf der DVD „TWENTYFAIR 2nd Edition“.

    Die DVD kann unter http://www.forum-fairer-handel.de/service/bestellung/ kostenfrei angefordert werden. Auf der REC A<FAIR-Website steht ein kostenloses Download-Angebot mit Lizenz- und GEMA-freien Video-Clips zur Verfügung: http://recafair.de/download/

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