Gott und das Leid

Das Schwerpunktthema für April 2017

am 23.01.2017 - 07:00  

Peter Weidemann

Warum müssen Menschen leiden? Wenn man glaubt, dass Gott allmächtig ist und die Menschen über alles liebt, stellt sich irgendwann die Frage: Warum lässt Gott das Leid zu – das unsägliche Leid in der Welt, das persönliche Leid, das hilflos machende Leid von lieben Menschen? Die Bausteine dieses Monatsthemas geben keine Antwort. Dennoch sind sie nicht hoffnungslos. Sie lassen spüren, dass das Leid nicht das letzte Wort hat, sondern dass nach Karfreitag Ostern geschieht.

    Bilder
    von

    Klaus Jäkel

    heillos hilflos
    komme ich zu Dir
    mein Gott
    …….
    mit meinen Tränen
    stärkst Du tröstest
    streichelst mein
    Gesicht

    in meiner Trauer

    Klaus Jäkel, In: Pfarrbriefservice.de

    in unserer Welt ...

    von

    Klaus Jäkel

    hält Gott
    still
    … damit wir laut aufschrein

    hält Gott
    sich selbst zurück
    … damit wir uns engagieren

    hält Gott
    zu uns
    … damit wir es können

    trotz all der Not
    in unserer Welt

    … mit ihm

    Klaus Jäkel, In: Pfarrbriefservice.de

    zu feiern bedeutet ...

    von

    Irmela Mies-Suermann

    mich hineinzubegeben in das Mysterium Gottes
    im Vertrauen,
    dass er alles gut macht,
    dass er die persönlichen Opfer und
    Kreuzigungen nicht umsonst sein lässt,
    dass wir alles bestehen können
    und sich wandeln kann,

    von

    Dr. Claudia Nieser, www.katholische-hörfunkarbeit.de

    Alles aus, alles vorbei – im Karfreitag zeigt sich, dass das Leben niemals ein einziger Triumphzug sein kann. Der Auferstandene ist immer auch der Gekreuzigte.

    von

    Simon Demmelhuber, www.br.de

    Gewalt, Krieg, Krankheit, Schmerzen, Leid und Not. Warum lässt Gott das zu? Will oder kann er nicht anders? Die quälende Frage nach der Güte und Gerechtigkeit des Schöpfers ist eine Operation am offenen Herzen des Christentums.

    von

    Dr. Claudia Nieser, www.katholische-hörfunkarbeit.de

    Immer auf die Sonnenseite des Lebens? Dr. Claudia Nieser entdeckt im Zusammenspiel von Licht und Schatten die Tiefe des Lebens. Im dunklen Grab wie im Licht der Auferstehung begegnet uns Gott.

    von

    Irina Strohecker, www.anderezeiten.de

    Katja Hornfeck war als Kind über viele Jahre hinweg massiver sexueller Gewalt ausgesetzt. Der Glaube und das Laufen halfen der Pfarrerin dabei, immer wieder aufzustehen und ins Leben zu finden.

    Ein Kommentar

    von

    Karl Veitschegger

    Ich verstehe sehr gut, dass Menschen angesichts unsagbaren Leides die Frage stellen: Warum lässt Gott das zu? Warum greift er jetzt nicht ein? Auch ich frage mich das immer wieder. Es lässt mich manchmal am Sinn des Lebens, ja des ganzen Universums zweifeln.

    Ein Karfreitagsgebet

    von

    Karl Veitschegger

    Geheimnisvoller Gott,
    wir stehen vor dem Kreuz deines Sohnes
    und denken an alles Leid dieser Welt,
    an alle Schmerzen und Tränen,
    an alle Bosheit und Gleichgültigkeit,
    an Folgen von Missbrauch und Gewalt,
    an alle Opfer und Täter ...

    Ein Gekreuzigter als Inbegriff der Liebe Gottes?

    von

    Karl Veitschegger

    Die Vorstellung, dass Gott sich kreuzigen lässt, ist für die Heiden der Antike eine Eselei, für rechtgläubige Juden und Muslime bis heute ein abwegiger, gotteslästerlicher Gedanke, für moderne, liberale Erfolgsmenschen eine Peinlichkeit.

    von

    Wikipedia

    Theodizee [teodiˈʦeː] (französisch théodicée, griechisch θεοδικία theodikía von altgriechisch θεός theós ‚Gott‘ und δίκη díkē ‚Gerechtigkeit‘) heißt „Gerechtigkeit Gottes“ oder „Rechtfertigung Gottes“.

    Warum gibt es Leid? An seinem Sohn zeigt Gott, wie er das Übel besiegt

    von

    Eckhard Bieger S.J., www.kath.de

    […] Im Alten Testament ist ein einzelnes Buch der Frage gewidmet, wie der Mensch sein Leiden verstehen kann. Hiob heißt die Figur, die viele Schriftsteller inspiriert hat. Gott erlaubt dem Satan, Hiob zu versuchen, indem er ihm alles nimmt, was sein Leben ausmacht.

    Ein Gespräch mit Peter Schott, dessen Frau jung an Krebs starb

    von

    Elfriede Klauer

    Peter Schott, Gemeindereferent im Bistum Würzburg und Autor, verlor 2006 seine Frau Daniela. Da war er 41 Jahre alt, sie 39. Eineinhalb Jahre zuvor hatten sie erfahren, dass Daniela an Krebs erkrankt ist. Es begann eine Zeit des Hoffens und Bangens.

    von

    Irmela Mies-Suermann

    Unglücke, Katastrophen,
    Gefahren, Irrwege,
    Krankheiten, Tod,
    der Menschen,
    der anderen –
    auch von mir.

    - lässt Gott das zu?

    von

    Klaus Jäkel

    Elend, Leid und Terror
    Not und Tod   -   Gott, wo bist du
    in all dem Dunkel unseres Lebens? 
    fragen und klagen die Menschen
    seit Urzeiten

    von

    Autor unbekannt

    Ein Mann ließ sich seine Haare schneiden und seinen Bart trimmen. Der Friseur sprach während seiner Arbeit mit dem Kunden über viele Dinge, wie Friseure es halt so tun. Auch über Gott.

    von

    Klaus Jäkel

    Blut und Tränen
    fließen noch
    auf dieser Erde

    ihr Quellgrund aber
    ist bereits

    ver-siegt

    am Kreuz

    Klaus Jäkel, In: Pfarrbriefservice.de

    Gelungene Umsetzung: Das Thema „Leid“ im Pfarrblatt der Pfarre Ebensee

    Aus einer sehr persönlichen Sicht greift das Pfarrblatt-Team der österreichischen Pfarre Ebensee das Thema „Leid“ in seiner Osterausgabe von März 2018 auf. Die Fokussierung des Themas auf das „Mit-Leiden“ legt den roten Faden. Pfarrer Alois Rockenschaub beschreibt auf Seite 2, weshalb für ihn das Leid eine Grunderfahrung des Menschen ist und was ihm dabei hilft. Auf Seite 3 schildert eine betagte Frau aus der Pfarrei Leidenssituationen ihres Lebens und wie ihr der Glaube eine Stütze ist. Auf der folgenden Seite beschreibt Krankenhausseelsorger Josef Schmidinger Szenen seiner täglichen Arbeit und schafft dadurch eine Basis für das Mit-Leiden. Die Leiterin des Mobilen Palliativteams Salzkammergut kommt anschließend zu Wort und legt dar, wie sie den Umgang mit Leid erlebt und wie sie persönlich damit umgeht. Ein weiterer Text stammt von diesem Monatsthema, von Karl Veitschegger, der „Das Leid und die Frage nach Gott“ behandelt.
    Auf 5 (von insgesamt 16) Pfarrblatt-Seiten wird das Thema inhaltlich entfaltet und ansprechend gestaltet mit (Autoren-)Bildern, Freiraum und hervorgehobenen starken Zitaten. Die Titelseite setzt mit einer Fotomontage und einem kurzen erläuternden Text einen starken ersten Akzent und holt das Thema auf die lokale Ebene.

    Zur Ansicht des Pfarrblatts als pdf-Dokument

    Filmtipps des Kath. Filmwerks zum Thema "Leid"

    Kurzfilm-Tipps: … Warum lässt Gott das zu?

    Leid und Übel bringen Gläubige zum Zweifel an der Existenz eines gütigen und allmächtigen Gottes und sind in Gestalt der "Theodizee"-Frage (G.W. Leibniz, 1710) ein starkes Argument des Atheismus (Voltaire, 1759). Der Sampler des Kath. Filmwerkes enthält die vier Kurzfilme: Am seidenen Faden, Auf der Strecke, Schneckentraum, Spin oder wenn Gott ein DJ wäre.

    Deutschland, 2008, 55 Minuten
    Produktion: Katholisches Filmwerk GmbH
    empfohlen ab 14 Jahren

    Erhältlich ist die DVD des Samplers sowie eine Arbeitshilfe für den Unterricht unter www.filmwerk.de oder in Ihrer Medienzentrale.    

    Spielfilm-Tipp: Leviathan

    Der korrupte Bürgermeister einer kleinen russischen Stadt setzt alle Mittel politischer Repression ein, um einem sturköpfigen Mechaniker dessen markant an der Barentsee gelegenes Landstück abzujagen. Dessen Auflehnen gegen die Autorität scheint angesichts der umfassenden Verflechtung der staatlichen Organe und ihrer Sanktionierung durch die orthodoxe Kirche von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Das in überwältigenden Bildern fotografierte Drama gibt sich durch erzählerische und visuelle Details als moderne Variation der biblischen Hiobsgeschichte zu erkennen, wobei es das wieder erstarkende Bündnis aus Klerus und Nomenklatura als ein alles verschlingendes Ungeheuer kritisiert.

    Russland, 2014, 136 Minuten
    Ein Film von Andrej Swjaginzew
    Produktion: Sergej Melkumow, Alexander Rodnyansky
    empfohlen ab 15 Jahren, FSK 12

    Erhältlich ist die DVD des Films sowie eine Arbeitshilfe für den Unterricht unter www.filmwerk.de oder in Ihrer Medienzentrale.

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