Ein Gefühl, das verunsichert: Trauer

Das Schwerpunktthema für November 2019

am 07/30/2019 - 05:00  

Soll man den Freund darauf ansprechen, dessen Mutter vor kurzem gestorben ist? Wie begegnet man der jungen Frau, die ihr Kind verloren hat? Möchte ich Beileidsbezeigungen am Grab, wenn ich selbst vom Tod eines nahen Angehörigen betroffen bin? Wenn es um Trauer geht, fühlen sich wohl viele Menschen unsicher. „Trauer ist wie weggeblasen aus unserer Gesellschaft“, stellt Klinikseelsorgerin Graziella Augelli-Pöppel fest. So kann es passieren, dass sich Trauernde nicht verstanden und allein gelassen fühlen. Was wäre also ein guter Umgang mit Trauer, sowohl mit der eigenen als auch mit der von lieben Menschen? Zahlreiche Bausteine dieses Schwerpunktthemas fragen danach und geben Anregungen, auch wie man das Thema lokal aufgreifen kann.

    Bilder

    Tod

    Interview mit Alexandra Moschnitschka, die innerhalb von vier Monaten ihre Eltern verloren hat

    von

    Elfriede Klauer

    „Ich war mit 33 Jahren Vollwaise“, sagt Alexandra Moschnitschka (Jg. 1971). Als ihre Eltern 2004 starben, war sie hochschwanger. Ihre Mutter verstarb acht Wochen vor der Geburt ihres zweiten Sohnes, ihr Vater acht Wochen danach. Ihr erstgeborener Sohn war damals drei Jahre alt.

    Ein Interview mit der Klinikseelsorgerin Graziella Augelli-Pöppel

    von

    Elfriede Klauer

    Graziella Augelli-Pöppel (Jg. 1967) ist Pastoralreferentin und arbeitet seit 13 Jahren in der Krankenhausseelsorge am Leopoldina in Schweinfurt und in der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) sterbenskranker Menschen in der Region Main-Saale-Rhön.

    Wer auf andere Menschen bauen kann, meistert Krisen besser – doch nicht jedes Angebot ist hilfreich

    von

    In schwierigen Lebenssituationen, und so auch beim Verlust eines nahestehenden Menschen, sind es in der Regel Familienmitglieder, gute Freunde und Kollegen, die dem Betroffenen zur Seite stehen.

    Wie gesellschaftlich verankerte Vorstellungen den Trauerprozess behindern können

    von

    Gesellschaftlich breit verankerte Vorstellungen über Trauer beeinflussen sehr stark die Art und Weise, wie Hinterbliebene trauern, was sie von sich selbst erwarten, aber auch, was ihr Umfeld von ihnen erwartet.

    Sie ist eine natürliche Reaktion auf Verlusterfahrungen – doch sie wird unterschiedlich erlebt

    von

    Jeder Mensch erfährt im Laufe seines Lebens verschiedene Arten des Verlustes, die Trauer auslösen. Stirbt ein Mensch, hinterlässt er beinahe immer Angehörige und Freunde, die sich fragen, wie sie mit dem Verlust fertig werden sollen.

    Wie sich eine Seelsorgerin sieht, die auch Kinder beerdigt

    von

    Patrizia Sormani

    Wie ich damit zurechtkomme, Kinder zu beerdigen, werde ich gefragt. Das ist nicht leicht, aber ich rufe mir ins Gedächtnis, dass ich „eine Wächterin der Hoffnung“ bin … Vor knapp 30 Jahren wurde ich (damals 22 Jahre, Theologiestudentin) zu einer Frau gerufen, die im Sterben lag.

    von

    Theresia Bongarth

    Der Himmel weint mit mir,
    weint um dich.
    Hat seine Trauerkleidung angelegt,
    ganz allein für dich.
    Lässt die Sonne heute mal nicht scheinen,
    hüllt den Mond in Dunkelheit,
    gibt den Sternen eine freie Nacht.
    Schwarze, dunkle Welt.
    Du bist tot.

    von

    Theresia Bongarth

    Trauer
    geht
    Leben
    kommt
    Erinnerung
    bleibt.

    Theresia Bongarth, In: Pfarrbriefservice.de

    von

    Theresia Bongarth

    Die Tränen sind getrocknet,
    auf meinen Wangen,
    in meinen Augen,
    nicht aber in meiner Seele,
    nicht aber in meinem Herzen,
    sie fließen weiter und weiter.
    Und werden zu einem Fluss,
    der dahin fließt in die Unendlichkeit
    meiner Trauer.

    von

    Theresia Bongarth

    Du bewahrst mich nicht vor dem Unheil, dem Übel, dem Leid, dem Schmerz, dem Kummer, den Tränen, den Traurigkeiten, den Dunkelheiten.
    Du teilst alles mit mir.
    Gehst mit mir unter.
    Ich bin nicht allein.

    von

    Christa Carina Kokol

    Brennende Gedanken und Fragen nach dem Tod eines geliebten Menschen:

    Was hätte ich dir noch alles sagen wollen …

    Für wie vieles hätte ich mich noch gerne bei dir entschuldigt.

    Einiges musste unbeantwortet bleiben.

    Ideenliste mit Vorschlägen

    von

    Im viktorianischen Zeitalter wurde weniger über Sex, dafür aber vielmehr über den Tod gesprochen. Heute fällt es vielen schwer, dieses Thema anzuschneiden.

    Ist Trauer wirklich ein Tabu?

    von

    Es ist oft zu hören, dass wir heute in einer Gesellschaft leben, die die Themen Sterben, Tod und Trauer verdrängen würde, es ist sogar oft von einem Tabu die Rede.

    von

    Klaus Jäkel

    jeden Tag
    in meinem Leben bei und mit euch  
    —   die ihr mir nah wart
          wie und wo auch immer
          wir uns weiterhin begegnen
    in Gedanken, Bildern und Gebeten

    von

    Peter Rosner, Hospizkreis im Landkreis Miesbach

    Trauernde Menschen fühlen sich oft alleine und unverstanden. Wir empfehlen Ihnen …

    Setz dich zu mir, Trauer

    von

    Theresia Bongarth

    Setz dich zu mir, Trauer,
    aber nicht zu lang.
    Lass dich fühlen, Trauer,
    aber nicht zu tief.
    Umarme mich, Trauer,
    aber nicht zu fest.
     
    Und dann lass mich gehen,
    zurück,
    zurück ins Leben.

    von

    Klaus Jäkel

    heillos hilflos
    komme ich zu Dir
    mein Gott
    …….
    mit meinen Tränen
    stärkst Du tröstest
    streichelst mein
    Gesicht

    in meiner Trauer

    Klaus Jäkel, In: Pfarrbriefservice.de

    Gott, meine Augen trauern in den Tag

    von

    Theresia Bongarth. Aus: Abschiedsreigen, www.verlag-monikafuchs.de

    Gott, mein Herz ist leer.
    Meine Augen trauern in den Tag.
    Meine Seele weint.

    Dieser Schmerz hat mich getroffen
    und die Sonne scheint nicht mehr.
    Alles Licht ist ausgelöscht.

    Gedanken und Informationen für eine Kultur des Sterbens

    von

    (Redaktioneller Hinweis: Folgender Text darf inhaltlich auf die jeweilige Gemeindesituation hin angepasst und verändert werden. Er lädt ein, immer wieder die Themen „Sterben“ und „Tod“ im Pfarrbrief zur Sprache zu bringen und somit ein Stück Lebenshilfe anzubieten.)

    Das Christfest ist die richtige Zeit, Gott an seine Verheißungen zu erinnern

    von

    Hinrich C.G. Westphal

    So schnell kann’s gehen: Totensonntag saß meine Mutter noch in der Kirche und sang: „Wer weiß, wie nahe mir mein Ende!“, am 1. Advent stand ich - ein Jugendlicher - an ihrem Sarg und dachte: Jetzt wird es nie wieder Weihnachten. In solch dunklen Situationen befinden sich manche in diesen Tagen.

    Tipps von Trauernden für Trauernde

    von

    In diesem Text werden einige Ideen aufgeführt, die für trauernde Menschen hilfreich sein könnten. Nicht alle Ideen werden zu jedem passen, da unterschiedliche Arten von Verlust auch verschiedene ‘Antworten’ brauchen.

    von

    Manchmal
    können wir
    nicht mehr
    füreinander tun
    als einfach nur da zu sein.

    Quelle: www.veid.de, Bundesverband Verwaiste Eltern in Deutschland

    Tipps für Pfarrbriefredaktionen

    Angebote für Trauernde in Ihrer Pfarrei

    Mit welcher Unterstützung können Trauernde seitens Ihrer Pfarrei rechnen? Fragen Sie bei Ihrem Seelsorgeteam nach und beschreiben Sie im Pfarrbrief das Angebot so, dass es Trauernden möglich wird, Kontakt aufzunehmen.

    Vielleicht gibt es feste Einrichtungen, wie z.B. ein Trauercafe oder eine Selbsthilfegruppe. Stellen Sie auch diese Angebote vor, z.B. in einem Interview mit der Leitung.
    Mögliche Fragen:

    • Was erwartet jemanden, der neu zu Ihnen kommen möchte?
    • Warum gibt es dieses Angebot?
    • Warum engagieren Sie sich für dieses Angebot?
    • Welche Erfahrungen machen Sie?

    Ein kleiner Infokasten klärt über Organisatorisches, wie Termin, Veranstaltungsort und Kontaktmöglichkeit auf.

    Denken Sie auch an eine entsprechende Bebilderung.

    Interview mit Trauernden

    Wie ergeht es Menschen, die trauern? Was tut ihnen gut, was nicht? Was raten sie anderen Trauernden? Vielleicht kennen Sie jemanden aus Ihrer Pfarrei, der zu einem Gespräch bereit wäre. Anregungen für Fragen finden Sie z.B. in diesem Interview https://www.pfarrbriefservice.de/file/trauer-ist-kein-buch-das-ich-einfach-zuklappen-kann.

    Weitere Schwerpunktthemen zu „Trauer“

    Weitere Texte oder Anregungen finden Sie möglicherweise bei den Schwerpunktthemen „Mit Kindern über den Tod reden“ und „Wenn Kinder sterben“.

    Film-Tipps und Flyer des Kath. Filmwerks zum Thema „Trauer“

    (Hinweis: Die Filmbesprechungen sind freigegeben für die nichtkommerzielle Verwendung durch katholische Pfarreien)

    Kurzfilme:

    Spielfilme:

    Dokumentationen:

    Erhältlich sind unter den entsprechenden Links jeweils die DVD des Films, Arbeitshilfen sowie das Filmcover. Die DVDs gibt es außerdem in Ihrer Medienzentrale unter www.medienzentralen.de.   

    Flyer mit Filmen für Kinder und Jugendliche

    Außerdem bietet das Filmwerk einen Flyer zum Themenkreis Tod/Sterben/Trauer mit Filmen für Kinder und Jugendliche. Die Filme sind zur direkten Übersicht mit Infos und Kurzinhalt beschrieben und nach Alter der Zielgruppe sortiert. Der Link zum Flyer: https://filmwerk.de/wp-content/uploads/Filme_zum_Themenkreis_TOD_STERBEN_TRAUER.pdf

    Der Buchtipp für Trauernde: Gutes für Leib & Seele

    „Es lohnt sich nicht, für mich alleine zu kochen.“ Diesen Ausspruch hat Trauerseelsorger Werner Gutheil wohl schon oft gehört. Aber er ist vom Gegenteil überzeugt: „Gerade in Zeiten der Trauer ist Nahrung umso wichtiger, weil der Trauernde Schwerstarbeit leistet“, schreibt er in seinem ungewöhnlichen Aufstellkalender „Gutes für Leib & Seele. Anregungen, Rezepte & Tischgebete in Zeiten der Trauer“. Eine Besprechung für Ihren Pfarrbrief finden Sie hier: https://www.pfarrbriefservice.de/article/mit-kochen-und-lesen-sich-selbst-etwas-gutes-tun

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