Ein bisschen Nikolaus gegen Egoismus, Rücksichtslosigkeit und Eigennutz

Das Schwerpunktthema für Dezember 2019

am 08/26/2019 - 04:00  

 „Der Mensch, der mir am nächsten ist, bin ich. Ich bin ein Egoist“, sang Falko bereits 1998. Über zehn Jahre später scheint sein Lied so aktuell, wie nie. Egoismus. Rücksichtslosigkeit. Eigennutz. Ellenbogen. Das sind die Schlagworte, die die Gesellschaft in diesen Zeiten prägen. Doch, wie gelingt es, diese Werte umzumünzen? In Gemeinschaft, Rücksichtnahme, Hilfsbereitschaft? Wie gelingt es einen Antitrend zu schaffen? Sich anders zu verhalten? Lassen Sie sich vom heiligen Nikolaus inspirieren. Er bildet einen Gegenpol, einen Kontrapunkt zur Haltung in der Gesellschaft heute. Sein Leben war geprägt von Füreinander und Miteinander. Er hat die Nächstenliebe gelebt. In diesem Schwerpunktthema finden Sie starke Bilder, ein spannendes Interview mit Prof. Dr. Manfred Becker-Huberti, interessante Tipps für Ihren Pfarrbrief, einen Linktipp zu einem Egoismus-Test und unser Spezial: eine Postkarte mit guten Vorsätzen zum Abreißen.

Bilder

ICH

Ego

von

KLJB Bayern, Krippewelle – 24 Impulse für den Advent, Adventskalender 2018

Wir kennen sie alle, diese unendlich kitschigen Weihnachtsfilme, die jedes Jahr im Advent laufen. „Drei Nüsse für Aschenbrödel" gehört dazu. Heute am 6.12. steht eine andere Figur im Mittelpunkt: Der heilige Nikolaus.

Ein Interview mit Heike Leitschuh

von

Ronja Goj

Ellenbogen raus. Sich selbst der Nächste sein. Ich, ich, ich. Eine Haltung der Menschen dieser Zeit. Doch woran liegt das? Und wie gelingt es, die Gesellschaft rücksichtsvoller, hilfsbereiter und gemeinschaftlicher zu machen?

Ein Interview mit Prof. Dr. Manfred Becker-Huberti

von

Ronja Goj

Egoismus. Rücksichtslosigkeit. Eigennutz. Das Leben, der Alltag, die Menschen scheinen aktuell von dieser Haltung durchdrungen zu sein. Woran liegt das? Wie gelingt es, einen Antitrend zu setzen? Und welche Rolle spielt dabei der heilige Nikolaus? Prof. Dr. theol.

Rezept

von

Buch „Heiliger Nikolaus" von Manfred Becker-Huberti

(für 6 Personen)

150 g Magerquark, 2 Eigelb, 40 g Zucker, 1 Päckchen Vanillezucker, ½ Teelöffel abgeriebene Zitronenschale, 20 g Sultaninen, 6 Kochäpfle (z.B. Boskoop), 20 g Butter

von

Klaus Jäkel

bitte!
wir wissen nicht, warum
denn du drehst unsere
allseits verzweckte Leistungs-Leiter
„Höher, schneller, weiter!“
einfach um

kunterbunt und frei und froh
in den Gaben, die du gibst
—  du uns liebst

Rezept

von

Buch „Heiliger Nikolaus" von Manfred Becker-Huberti

125 g Margarine, 25 bis 50 g Zucker (je nach Geschmack), 3 Eier, 1 Teelöffel Lebkuchengewürz (o. Zimt), 125 g Weizenmehl, 125 g Speisestärke, 1 Teelöffel Backpulver, ¼ l Milch

Rezept

von

Buch „Heiliger Nikolaus“ von Manfred Becker-Huberti

250 g Butter, 80 g Puderzucker, ½ Päckchen Backpulver, 350 g Mehl, 30 g kleingehackte Walnüsse, ganze Mandeln

Druckvorlage

von

Inhalt: Ronja Goj / Layout: Christian Schmitt

Impulse für ein Leben mit weniger Egoismus

von

Ronja Goj, Christian Schmitt

Einen Vorsatz aussuchen und mit in den Tag nehmen. Immer mal wieder herausholen und darüber nachdenken.

Ich höre anderen Menschen zu. Aufrichtig, ehrlich und interessiert. Nicht nur mit meinem Ohr, sondern mit meinem Herz. Ich gehe gedanklich mit und bin empathisch.

Eine Geschichte aus dem Leben

von

Ronja Goj

Neulich, da war ich mit dem Auto unterwegs. In dieser einen Straße. Mit dieser Engstelle an der zwei Autos nicht aneinander vorbeikommen. Einer muss halten.  Ich drücke auf die Bremse. An dieser Einfahrt, die vor der Engstelle liegt. An der die Straße etwas breiter ist.

Kurz erklärt von Prof. Dr. Manfred Becker-Huberti

von

Prof. Dr. Manfred Becker-Huberti

Aus einem Nikolaus werden zwei

Eine Zeitkritik

von

Katharina Wagner

Flexibel
aber ohne Rückgrat

effektiv
aber ohne Rücksicht

angepasst
aber ohne Profil

optimiert
aber wirklich besser?

Katharina Wagner, Pfarrbriefservice.de

Filmtipp des Kath. Filmwerks: „Bis gleich"

Eine Straße, eine Frau und ein Mann fortgeschrittenen Alters und der Blick der beiden aus ihrer Wohnung auf das alltägliche Geschehen. Sie sprechen kein Wort miteinander, sondern sehen sich nur jeden Morgen aufs Neue, so als wären sie alte Freunde. Bis sein Fenster eines Tages nicht mehr aufgeht. Daraufhin nimmt die Frau all ihren Mut zusammen und überquert die Straße. Benjamin Wolff gelingt ein wunderschönes Portrait einer Freundschaft zweier Menschen, die sich eigentlich gar nicht kennen. Und doch sind sie sich am Ende näher, als viele andere einander sein können. Ohne viel Dialog erzählt er eine herzerwärmende Geschichte über Freundschaft, Nähe, Distanz und den Wert von nonverbaler Kommunikation. Ein Film, der berührt und der eines der höchsten und wichtigsten Güter in den Vordergrund stellt: Menschlichkeit. (nach FBW)

Deutschland, 2015, 21 Minuten
Ein Film von Benjamin Wolff
Produktion: Avenue Road Films
empfohlen ab 12 Jahren, LE

Erhältlich ist die DVD des Films unter https://lizenzshop.filmwerk.de/shop/detail.cfm?id=2503 oder in Ihrer Medienzentrale.

Filmtipps des Kath. Filmwerks: „Fliegende Hechte"

Thema: Karriere, Arbeitsethik

Max arbeitet bei einer Öko-Stromfirma und hat nur ein Ziel: so schnell wie möglich Karriere machen. Da kommt ihm die Gelegenheit gerade recht, durch eine Softwareentwicklung zur Entlassung von Angestellten den entscheidenden Schritt nach vorne zu machen. Sein Vorgesetzter Julius dagegen will Max an das Leben heranführen und ihn in seinem Erfolgshunger etwas bremsen. Doch der sieht in Julius' freundschaftlichen Ratschlägen nur den Versuch, ihn klein zu halten. So setzt Max alles auf eine Karte, entwickelt die Software entgegen aller Warnungen kurzerhand zu Ende und trumpft vor der Geschäftsführung mit einem toughen Plan zur Entlassung der entbehrlichen Mitarbeiter auf. Bekommt er die Anerkennung, nach der er sucht?

Deutschland, 2012, 16 Minuten
Ein Film von Antoine Dengler
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg GmbH
empfohlen ab 14 Jahren

Erhältlich ist die DVD des Films unter https://lizenzshop.filmwerk.de/shop/detail.cfm?id=2201 oder in Ihrer Medienzentrale.

Filmtipps des Kath. Filmwerks: „15 Minuten Wahrheit"

Dem 50-jährigen Georg Komann (Herbert Knaup) und einigen seiner Kolleg(inn)en bei der Jaffcorp Investment AG wird überraschend und ohne angemessene Entschädigung gekündigt. Sie stehen vor dem persönlichen Aus, denn sie wissen, dass niemand sie mit über 50 Jahren neu einstellt. Komann stellt seinen Chef Sebastian Berg (Christoph Bach) zur Rede. Es beginnt ein Gesprächsduell, das beider Leben verändern könnte, in jedwede Richtung, ein Gespräch von 15 Minuten. Der politische Wirtschafts-Thriller beschäftigt sich mit der Frage, in welchem Verhältnis es steht, dass Unternehmen Personal entlassen, obwohl sie keine Umsatzeinbrüche, sondern steigende Gewinne verzeichnen und in wieweit es ethisch vertretbar ist, wenn Arbeitnehmer sich an der Firma schadlos halten.

Deutschland, 2007, 18 Minuten
Ein Film von Buch&Regie: Nico Zingelmann
Produktion: Filmakademie Ludwigsburg
empfohlen ab 14 Jahren, LE

Erhältlich ist die DVD des Films unter https://lizenzshop.filmwerk.de/shop/detail.cfm?id=1235 oder in Ihrer Medienzentrale.

Tipps für Pfarrbriefredaktionen

Statements aus der Gemeinde

Fragen Sie die Menschen in Ihrer Pfarrei, wann sie Erfahrungen mit Egoismus machen? Im Alltag. Im Büro. In der Familie. Im Freundeskreis. In der Kirche. In der Gemeinde. Fragen Sie, was sie daran stört und was sie sich anders wünschen würden. So sammeln Sie konkrete Beispiele für Egoismus in der Gesellschaft und liefern gleichzeitig Ideen, Inspirationen, Anregungen für ein gemeinschaftlicheres Miteinander.  

Kurzreportagen

Schauen Sie sich in Ihrer Gemeinde um. Wo gibt es Projekte, Einrichtungen, Situationen, die zeigen, wie ein rücksichtsvolles, gemeinschaftliches, wertschätzendes Miteinander gelingt.

Vielleicht:

  • beim Seniorennachmittag
  • im Jugendtreff
  • in der Kommuniongruppe
  • in der Nachbarschaftshilfe
  • in der Flüchtlingshilfe
  • in der Krabbelgruppe
  • im Chor

Besuchen Sie diese Aktionen und schreiben Sie eine Kurzreportage darüber. Keine Sorge, eine Reportage schreibt sich leichter als gedacht.

Wichtig ist, dass Sie eine Fotokamera mit dabei haben, einen Block und einen Stift. Denn bei der Reportage sind Sie das Auge des Lesers. Sie machen ihn zum Augenzeugen des Geschehens. Bringen ihm die Geschichte nach Hause ins Wohnzimmer. Als wäre er live dabei gewesen.

Wie funktioniert das?

Saugen Sie alle Eindrücke mit Ihren Sinnen auf.

Schauen Sie sich vor Ort genau um:

  • Wie sieht es dort aus?
  • Was tun die Menschen?
  • Was passiert?

Hören Sie den Menschen zu:

  • Was haben Sie zu erzählen?

Vielleicht ist es wichtig zu riechen, zu schmecken, zu fühlen.

Schreiben Sie all Ihre Beobachtungen auf. Besonders wichtig sind die Details. Denn, wenn Sie die Reportage schreiben, müssen Sie in den Köpfen der Leser Bilder malen. Mit Ihren Worten, mit Ihren Sätzen.

Wie Sie eine Reportage schreiben, finden Sie in unserem Pfarrbriefmagazin auf Seite 26 und 27. Ein Praxisbeispiel einer Reportage finden Sie hier. Stichpunkte zu Aufbau und Struktur hier.