Wenn Kinder sterben ...

Das Schwerpunktthema für Oktober 2010

am 02.07.2010 - 22:00  

Wenn Kinder sterben, bricht für ihre Familien eine Welt zusammen. Nichts ist mehr, wie es war. Dabei ist es egal, wie alt das Kind war, ob noch im Mutterleib oder schon erwachsen. Ein Stück Zukunft stirbt. Außenstehenden fällt es oft schwer, mit den leidenden und trauernden Menschen umzugehen, zu verstehen, wie groß der Schmerz ist und wie er sich äußert. Die Texte des Monatsthemas möchten zum einen über die Trauer informieren und zeigen, wie Betroffene damit umgehen. Zum anderen wollen sie Menschen unterstützen, die Anteil nehmen wollen. Die Buchtipps verweisen auf lesenswerte Medien, die Linktipps auf hilfreiche Adressen im Internet.

    Bilder
    von

    25 000 Kinder und junge Erwachsene sterben jährlich. Manche Kinder sterben vor der Geburt oder als Säuglinge. Das Leben anderer endet vorzeitig durch Krankheiten, Unfälle, Gewaltverbrechen oder Suizid. So ereignen sich 20 000 stille Katastrophen Jahr für Jahr.

    von

    Die Großeltern-Enkel-Beziehung stellt etwas Besonderes dar. Wenn ein Enkelkind stirbt, trauern die Großeltern ebenso. Sie trauern nicht nur um ihr Enkelkind, sondern teilen auch die Trauer der hinterbliebenen Eltern.

    von

    Es ist Fakt, dass der Umgang mit Trauernden alles andere als einfach ist – es gleicht einem Hürdenlauf über eine Strecke voller dicker Fettnäpfe. Dennoch stellt man sich das Ganze meist schlimmer vor als es eigentlich ist.

    von

    Es gibt keine einfachen Antworten, keine Patent-Rezepte, die in jeder Situation für jeden Trauernden passen, die immer hilfreich sind. Es gibt keine Zauberformel, durch die der Schmerz verschwindet.

    von

    Manchmal
    können wir
    nicht mehr
    füreinander tun
    als einfach nur da zu sein.

    Quelle: www.veid.de, Bundesverband Verwaiste Eltern in Deutschland

    von

    Fehlgeburt

    Als Fehlgeburt (Abort) bezeichnet man totgeborene Babys unter 500 g, es wird dann noch einmal unterschieden in frühe Fehlgeburt (bis zur 12. Schwangerschaftswoche) und späte Fehlgeburt (bis zur 25. SSW).

    von

    Rita Kullen, Gabriele Knöll

    Viele Leute tun sich schwer, mit verwaisten Eltern umzugehen. Sie haben Angst, die Wunde wieder aufzureißen. Wie kann man sich richtig verhalten?

    Was Jugendlichen helfen kann, mit der Trauer zu leben

    von

    "Ich war ein ganz normaler Teenager. Ich hatte meine Freunde und Schulaktivitäten. Meine Familie war einfach meine Familie. Dann passierte das Schlimmste, was man sich vorstellen kann. Meine Schwester starb." Jennifer, 17 Jahre

    von

    Constanze Tofahrn-Lange, www.muschel.net

    "Meine Freundin/Schwester/Bekannte/Nachbarin/Kollegin/Tochter und ihr Mann/Partner/Freund haben ihr Baby verloren. - Was kann ich tun?" - Diese Frage wird immer wieder gestellt. Hier der Versuch einer Antwort:

    Was weh tut

    Sprüche, Floskeln wie...

    Kurzfassung

    von

    Amy Hillyard Jensen, www.veid.de

    1. Akzeptieren Sie die Trauer. Versuchen Sie nicht, „gefasst“ zu sein. Nehmen Sie sich Zeit zu weinen.

    von

    Petra Hillebrand

    Die Blätter sind längst
    gefallen

    nackt
    greifen die Bäume
    ins Leere
    und beklagen
    die drückende
    Einsamkeit

    Frühlingsträume
    sind im frostigen Schweigen
    erstarrt

    Zeit
    zerrinnt
    stromabwärts
    lässt Furchen aufbrechen
    in mir

    von

    Eine Fehlgeburt oder eine Totgeburt kommt immer überraschend, so dass man meist darauf überhaupt nicht vorbereitet ist. So genannte Sternenkinder-Eltern fanden es daher eine gute Idee, trauernde Eltern selbst zu befragen, welchen Rat sie „frisch“ betroffenen Eltern geben würden.

    von

    Erika Bodner

    Geht behutsam mit uns um, denn wir sind schutzlos.
    Die Wunde in uns ist noch offen und weiteren Verletzungen preisgegeben.
    Wir haben so wenig Kraft, um Widerstand zu leisten.

    von

    Petra Hillebrand

    Manchmal schreie ich
    und du schweigst

    ich weine
    und du starrst ins Leere

    ich bin vor Kummer gelähmt
    und du arbeitest

    ich bräuchte Nähe
    und du baust eine Mauer

    meine Trauer
    ist nicht
    deine Trauer

    doch fühlen wir
    dasselbe

    von

    Totgeborene Kinder darf man in den meisten Bundesländern - wie jede andere tote Person der Familie - für 36 Stunden zu sich nach Hause nehmen. Den Transport muss ein Bestatter übernehmen.

    von

    Jedes Jahr, um die gleiche Zeit,
    stirbt mein Herz deinen Tod.
    Wenn der Kalender den Sommer anzeigt,
    falle ich mitten in den Winter.
    Wenn die Natur Bunt anlegt,
    sehe ich Grau.
    Wenn die Sonne sich auf den Gesichtern spiegelt,
    ist sie für mich in Trauer.

    von

    Petra Hillebrand

    Haltlos
    quillt Leere

    durchdringt Räume
    in uns
    die Wohnung waren
    für dich

    unser Haus ist
    verwaist

    Schmerz
    nistet sich ein
    lässt Verlorenes
    spürbar werden

    was wir jetzt
    brauchen
    sind Menschen
    weit wie Schalen

    von

    Wenn ein Kind stirbt, sind die "normalen" Symptome der Trauer ganz unterschiedlich. So sind auch die Reaktionen und die Intensität der Gefühle unterschiedlich. Typische Reaktionen sind zum Beispiel:

    Interview mit der Trauerbegleiterin Maria Zucht aus Erfurt

    von

    David Hassenforder

    "Tod und Trauer sind in der Gesellschaft ein Tabu", sagt Trauerbegleiterin Maria Zucht von der Erfurter Kontaktgruppe "Weiterleben ohne Dich". Vor allem aber die Trauer um fehl- und totgeborene Kinder stoße bei Außenstehenden auf wenig Verständnis, ist Zuchts Erfahrung.

    von

    Was kann ich anderes tun, als dich um Verzeihung zu bitten?

    von

    Jedes Jahr sterben allein in Deutschland 20 000 Kinder und junge Erwachsene, weltweit sind es um ein Vielfaches mehr. Und überall bleiben trauernde Eltern, Geschwister, Großeltern und Freunde zurück. Täglich wird in den einzelnen Familien dieser Kinder gedacht.

    von

    Eltern werden zu Waisen, wenn sie ihre Kinder verlieren. Eine Gesellschaft, die immer höhere Anforderungen an Leistungsfähigkeit und Unkompliziertheit stellt, kann aber immer weniger die Hilfen bieten, die zunehmend von Trauernden gesucht werden.

    von

    Es ist jetzt über neun Jahre her, dass ich deinen leblosen Körper aus dem Bett holte und die Welt für mich, für uns, fast zusammenbrach.

    von

    Durch das Leid hindurch, nicht am Leid vorbei, führt der Weg in neues Leben.

    von

    Viele Väter, Mütter, Geschwister und Großeltern haben nach dem Tod eines Kindes das Gefühl, verrückt zu werden. Es geschieht so viel in ihnen und um sie herum, das sie nicht verstehen.

    Tipps von Trauernden für Trauernde

    von

    In diesem Text werden einige Ideen aufgeführt, die für trauernde Menschen hilfreich sein könnten. Nicht alle Ideen werden zu jedem passen, da unterschiedliche Arten von Verlust auch verschiedene ‘Antworten’ brauchen.

    von

    Beileidsbesuch oder Kondolenzschreiben?

    von

    In mir sitzt er noch, der Schrei bei der Geburt von Luca. Jener Schrei, den alle Frauen ausstoßen, wenn sie ein Kind gebären. Jener befreiende Schrei, dem die ersten Töne eines neugeborenen Kindes folgen, das erste hilflose Gewimmer oder der kräftige Protest.

    von

    Die Reaktion auf den Tod eines Kindes ist genauso individuell wie die Person, die diese Erfahrung macht. Partner trauern oft auf ganz unterschiedliche Weise und missverstehen so die Reaktionen und Bedürfnisse des anderen.

    Buchempfehlungen des Borromäusvereins

    - Tomy Mullur/Andrzej Krzyzan (Hg.): Frohes Warten - früher Tod: wenn Eltern ihr Kind vor, bei oder kurz nach der Geburt verlieren; Erfahrungen - Rituale – Trauerbegleitung.

    Der frühe Tod eines (ungeborenen) Kindes ist für Eltern eine traumatische Erfahrung, die einfühlsame Begleitung durch Seelsorger und Seelsorgerinnen und medizinisches Fachpersonal braucht. Die beiden Herausgeber dieses Buches sind Theologen und Klinikseelsorger. Sie haben sehr sensibel die Seelsorge und Begleitung von Patientinnen der Frauenklinik und ihren Angehörigen, die mit dem Tod ihres Kindes vor, während oder kurz nach der Geburt konfrontiert sind, in den Mittelpunkt gerückt. Das Buch bietet kurze theologische Grundsätze für die Arbeit der Klinikseelsorge und bringt die Sicht und Nöte des medizinischen Fachpersonals zur Sprache. Die Autorinnen und Autoren (Klinikseelsorger/innen, Gynäkolog/innen, Hebammen, Klinikpsycholog/innen und betroffene Eltern) zeigen und beschreiben Wege durch die Trauer und stellen verschiedene Modelle der Trauerbegleitung vor. Entwürfe für Gottesdienste und Riten bei Lebensgefahr, nach Fehl- oder Totgeburten zeigen, wie würdige Tauffeiern, Namensgebungsfeiern, Segensfeiern und Begräbnisse gestaltet werden können. Es werden Modelle für Gedenkgottesdienste in Kliniken und Gemeinden vorgestellt und hilfreiche Rituale dargestellt. Gedichte, Gebete und Meditationen, die verwendet werden können, finden sich in einem eigenen Kapitel. Den Schluss bilden die wertvollen Hinweise auf Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen sowie hilfreiche Literatur und Internetadressen. - Dieses Buch kann auch für betroffene Eltern eine große Hilfe sein, deren Erfahrungen im Umfeld mit dem Tod ihres (ungeborenen) Kindes nicht heilsam gewesen sind. Sie können (auch noch nach Jahren) einige der vorgeschlagenen Rituale und Feiern für ihre Trauerbewältigung nutzen und/oder den Schritt wagen, sich an eine Beratungsstelle zu wenden oder sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Ein äußerst einfühlsames und hilfreiches Buch für einen der schwersten Bereiche der seelsorgerischen Begleitung. (Heike Helmchen-Menke, Borromäusverein)

    Tomy Mullur/Andrzej Krzyzan (Hg.): Frohes Warten - früher Tod: wenn Eltern ihr Kind vor, bei oder kurz nach der Geburt verlieren; Erfahrungen - Rituale – Trauerbegleitung. Innsbruck [u.a.]: Tyrolia-Verl., 2009. - 184 S. : Ill. ; 21 cm, ISBN 978-3-7022-3029-6 kt. : 17,95 €

    zur Ansicht und Bestellung bei borro medien GmbH
    http://www.borromedien.de/9783702230296.html?ref=10009  

    - Hohn, Petra: Plötzlich ohne Kind.

    Die Autorin verlor ihren einzigen Sohn kurz vor seinem 19. Geburtstag. In ihrem Buch setzt sie sich mit ihrer eigenen Trauer und ihrem Verlust auseinander und schildert aus ihrer Arbeit als Trauerbegleiterin und Vorsitzende des Bundesverbandes Verwaiste Eltern in Deutschland e.V., wie andere Eltern einen solchen Schicksalsschlag verarbeitet haben. Leider finden sich in dem Buch nur wenig Ansätze, wie Eltern diese Zeit des Abschiednehmens - sowohl vom Kind als auch von der eigenen Lebensplanung - persönlich, z.B. durch eigene Trauerrituale, gestalten können. Ob sie sich an dieser Stelle wirklich schon mit einem erneuten Kinderwunsch auseinandersetzen können oder erfahren möchten, dass die Ehe anderer Eltern durch den Tod des Kindes in die Brüche gegangen ist, mag dahingestellt bleiben. Trotzdem ist es für betroffene Eltern sicherlich hilfreich zu erfahren, dass sie mit ihrem Verlust nicht alleine sind. Das Buch eignet sich daher gut zur Ergänzung bereits vorhandener Literatur zu diesem Thema. (Brigitte May, Borromäusverein)

    Hohn, Petra: Plötzlich ohne Kind. - 1. Aufl. - Gütersloh : Gütersloher Verl.-Haus, 2008. - 159 S. : Ill. ; 22 cm, ISBN 978-3-579-06820-6 | kt. : 14,95 €

    zur Ansicht und Bestellung bei borro medien GmbH
    http://www.borromedien.de/9783579068206.html?ref=10009  

    - Schröter-Rupieper, Mechthild: Für immer anders: das Hausbuch für Familien in Zeiten der Trauer und des Abschieds.

    Der Tod gehört zum Leben dazu - das klingt banal und wird doch häufig verdrängt. M. Schroeter-Rupieper möchte mit ihrem "Hausbuch" Eltern ermutigen, das Thema Tod nicht unter den Teppich zu kehren. Sie macht ihnen Mut, in der Familie über den Tod zu sprechen, auch mit den Kindern - im Alltag, und nicht erst, wenn der Ernstfall eintritt. Anlässe dafür gibt es genug: ein toter Vogel, eine Todesanzeige, ein Friedhof, der am Weg liegt ... Im Laufe der Lektüre werden zwei Grundelemente deutlich, die ebenso Voraussetzung für ein gelingendes Familienleben sind wie für einen gelingenden Trauerprozess: eine gute Gesprächskultur in der Familie und Vertrauen in die Kraft der Kinder, mit den Zumutungen des Lebens fertig zu werden. Kinder können Leiden, Sterben und Tod besser verarbeiten, wenn sie von Anfang an informiert und in das Geschehen einbezogen werden. Wie das gehen kann, zeigt Schroeter-Rupieper an zahlreichen Beispielen für unterschiedliche Altersgruppen, vom Kleinkind bis zum Jugendlichen. Sie beschreibt, welche Vorstellungen Kinder und Jugendliche verschiedener Altersstufen vom Tod haben, wie sie auf den Tod eines Familienmitglieds oder auch eines geliebten Haustieres reagieren und welche Mittel und Wege es gibt, mit Trauer leben zu lernen. Zahlreiche Beispiele aus ihrer Arbeit als Trauerbegleiterin lassen ihre Ausführungen anschaulich werden. Und gerade die Zitate aus Kindermund machen deutlich, wie wichtig es ist, Kindern Trauer zu ermöglichen. Ein Anhang mit Literaturtipps für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sowie Adressen, die im Trauerfall weiterhelfen können, runden das Buch ab. Auf den Tod eines nahen Angehörigen kann man sich zwar nicht vorbereiten, doch kann das Buch einiges dazu beitragen, dass eine Familie einen Todesfall besser verarbeiten kann. Ein Mutmachbuch, das hilft, den Tod als Teil des Lebens zu akzeptieren. Das Buch ist als Borromäus-Sachbuch des Monats November 2009 ausgezeichnet worden. (Christoph Holzapfel, Borromäusverein)

    Schröter-Rupieper, Mechthild: Für immer anders: das Hausbuch für Familien in Zeiten der Trauer und des Abschieds. - Ostfildern: Schwabenverl., 2009. - 143 S. : Ill. (farb.) ; 25 cm, ISBN 978-3-7966-1456-9 fest geb. : 24,90 €

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    http://www.borromedien.de/9783796614569.html?ref=10009  

    - Erkel, Gerda van: Der salzige Kuss.

    Nein, süß sind Nienkes Küsse wirklich nicht: Sie hat Mukoviszidose in einer sehr aggressiven Form, so dass sie früh sterben muss. Und Kobe, ihr Freund, geht diesen Weg mit ihr. Beide leben in einem Sanatorium für Kinder und Jugendliche, die entweder an Mukoviszidose oder massivem Übergewicht leiden. Und Kobe hat es fast geschafft, während Steffi, die ebenfalls an Übergewicht leidet, noch ganz am Anfang ihrer Therapie steht. - Aus der Sicht dieser drei Jugendlichen wird von einer kurzen Lebens- und Sterbezeit erzählt, auch durch das Schriftbild klar voneinander abgegrenzt. Sie berichten vom Alltag im Sanatorium, von den Problemen in und mit ihren Familien, von ihrer Liebe und vom Abschiednehmen. Berührend und authentisch nimmt die Autorin ihre Figuren - und die Leser - an die Hand und führt sie durch das Sterben. - Ein ganz besonderes Buch für Leser/innen ab 14 Jahren, die die Auseinandersetzung mit Leid nicht scheuen. (Übers.: Mirjam Pressler) (Astrid Frey, Borromäusverein)

    Erkel, Gerda van: Der salzige Kuss. - Dt. Erstausg. - Reinbek bei Hamburg : Rowohlt-Taschenbuch-Verl., 2008. - 332 S. ; 19 cm - (rororo ; 21426 : rororo rotfuchs) Aus dem Niederländ. übers. ISBN 978-3-499-21426-4 kt. : 8,95 €

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    http://www.borromedien.de/9783499214264.html?ref=10009  

    - Kachler, Roland: Wie ist das mit ... der Trauer.

    Erwachsene wie Kinder sind nicht selten überfordert, mit Abschied und Trauer umzugehen. Dieser Ratgeber leistet hier eine große Hilfe. Er thematisiert den Themenkomplex rund um Sterben und Tod und den Trauerprozess ebenso einfühlsam wie fundiert in seiner ganzen Breite und Vielfalt: Wie ein Mensch stirbt, wie Menschen sich den Tod vorstellen, warum Schwarz als Farbe der Trauer gilt, wie eine Traueranzeige aussieht, welche Formen der Bestattung es gibt, wie Kinder und Erwachsene trauern und wie die Trauer wieder vergehen kann. Geschichten bieten Identifikationsmöglichkeiten und sensibilisieren für unterschiedliche Trauersituationen, wie sie auch bei Kindern vorkommen. Die Geschichten beginnen mit dem Abschied und führen weiter bis hin zum Verlust eines Eltern- oder Geschwisterteils. In die Erzählungen sind Infoblöcke eingefügt, welche die Themen aus der Erzählung aufgreifen. In jedem Kapitel finden sich zusätzlich zahlreiche Vorschläge, wie Kinder mit ihrer Trauer umgehen können. Die verschiedenen Wege, die aufgezeigt werden, sollen helfen und dazu ermutigen, bei der Bewältigung von Abschied und Trauer einen eigenen Stil zu finden. Sowohl die Infoblöcke als auch die Vorschläge können von den Erwachsenen eigenständig als Anregungen für das Gespräch mit dem Kind genutzt werden und erlauben zusammen mit dem Register eine separate und schnelle Aneignung. Unbedingt zu empfehlen. Das Buch wurde vom Borromäusverein als Religiöses Buch des Monats August 2007 ausgezeichnet. (Josef Braun, Borromäusverein)

    Kachler, Roland: Wie ist das mit ... der Trauer. - 1. Aufl. - Stuttgart [u.a.] : Gabriel, 2007. - 141 S. : zahlr. Ill. (farb.) ; 21 cm - (Wie ist das mit ...), ISBN 978-3-522-30116-9 fest geb. : 11,90 €

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    http://www.borromedien.de/9783522301169.html?ref=10009  

    - Nicholls, Sally: Wie man unsterblich wird: jede Minute zählt.

    Sam ist elf Jahre alt und will am liebsten ein berühmter Forscher werden. Doch Sam hat Leukämie und nur noch kurze Zeit zu leben. Auf Anregung seiner Lehrerin hin fängt er an, über sich zu schreiben. So entsteht ein Buch mit Alltagsgeschichten, "Forschungsberichten" und Reflexionen, denn es gibt viele Fragen, die ihm niemand beantworten kann oder will: Wieso lässt Gott Kinder krank werden? Tut Sterben weh? Wohin geht man, wenn man gestorben ist? Aber Sam braucht eine Antwort, denn er wird bald sterben. Eine seiner Listen zählt Dinge auf, die er gern noch tun möchte. Vieles erscheint unmöglich oder verrückt, aber er schafft es, seine Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen. - Der Debütroman der jungen Autorin (geb. 1983), bereits mit großen Kinderliteraturpreisen ausgezeichnet, besticht durch die Leichtigkeit und Wahrhaftigkeit, mit der diesem schweren Thema eine kindgemäße Form gegeben wurde. Als Leser/in wird man lachen und weinen und vielleicht selbst ein Stück wachsen, wie die Erwachsenen des Buches, für die Sam eine Brücke baut. Wie kann Gott das zulassen? Sam ist wütend und verzweifelt und kann doch voller Hoffnung sterben, ohne eine Antwort erhalten zu haben. - Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene sollten dieses herzerwärmende Buch unbedingt lesen! Es wurde vom Borromäusverein als Religiöses Kinderbuch des Monats September 2008 ausgezeichnet. (Astrid Frey, Borromäusverein)

    Nicholls, Sally: Wie man unsterblich wird: jede Minute zählt. - 5. [Aufl.] - München [u.a.] : Hanser, [20]09. - 197 S. : Ill. ; 22 cm, Aus dem Engl. übers., ISBN 978-3-446-23047-7 kt. : 12,90 €

    zur Ansicht und Bestellung bei borro medien GmbH
    http://www.borromedien.de/9783446230477.html?ref=10009  

    Lesetipp: Einfühlsame Gedanken zur Trauer um ein Kind

    Mindestens eine von drei Frauen muss es einmal selbst durchmachen: Die Schwangerschaft verlief in guter Hoffnung, doch das Kind ging wieder, noch ehe es die Welt mit seinen eigenen Füßen betreten durfte. Abortus, Fehlgeburt, Tod im Säuglingsalter kommen leider nicht selten vor. Und viele betroffene Eltern möchten endlich darüber sprechen, ihrer Trauer Ausdruck geben und in liebevoller Weise von ihrem verstorbenen Kind Abschied nehmen. Viele Angehörige und Freunde möchten in dieser besonders schwierigen Situation Mitgefühl und Beistand ausdrücken.

    Mit ihren einfühlsamen Trauergedichten findet Petra Hillebrand dafür den richtigen Ton. Verse, die die Wut in Worte fassen, Verse, die die Ernüchterung auffangen, die Trauer bergen, Verse, die langsam zum Loslassen hinführen. Worte vielleicht, die dem Kind noch einmal ganz lieb gesagt werden wollten. Schlichte Fotografien unterstreichen die angestimmten Emotionen und lassen ihnen Raum zum Ausklingen.

    Petra Hillebrand: Flieg, kleiner Schmetterling. Gedanken zur Trauer um ein Kind. 44 Seiten; m. zahlr. Farbfotos., 18 x 15 cm, geb., Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 2009, ISBN 978-3-7022-2992-4; 7,95 €. www.tyrolia.at  

    Buchtipp: Wenn der beste Freund stirbt – Jugendliche in ihrer Trauer

    Die unmittelbare Erfahrung des Todes löst immer große Betroffenheit und Trauer aus. Stirbt aber ein junger Mensch in der Gemeinde, sind Seelsorger/innen, Jugendleiter/innen und Lehrpersonen besonders gefordert, Schock, Angst, Wut, Schmerz und viele andere starke Emotionen aufzufangen. Und nach der Begräbnisfeier wird die Leere erst so richtig bewusst...

    Dieses Werkbuch geht darauf ein, dass sich Jugendliche in einer ganz besonderen, schwierigen Lebensphase befinden, zwischen dem Kindsein und dem Erwachsenwerden und weder wie Kinder noch wie Erwachsene trauern. Es nimmt Bezug auf ihre Todesvorstellungen, ihre Reaktionen und Trauerphasen und versucht, die drängende Frage nach dem „Warum“ aus dem christlichen Glauben heraus zu beantworten.

    Die Autoren stellen Rituale und Projekte aus der Praxis der Katholischen Jugend vor, die erlauben, dieses Thema in angemessener Weise zu bearbeiten. Liturgische, rituelle und spirituelle Impulse bieten Trost und helfen, das Unaussprechliche zum Ausdruck zu bringen. Ein pädagogisch kompetentes Werkbuch für Begleiter, Betreuer und Seelsorger, die Jugendliche in existenziellen Krisenzeiten zur Seite stehen wollen.

    Die Autoren:
    Magdalena Reinthaler, geb. 1983, Theologin, Bildungsreferentin der Katholischen Jugend Österreich
    Dr. Hannes Wechner, geb. 1963, Theologe, Erlebnispädagoge, als Projektleiter in der Trauerbegleitung von Jugendlichen tätig

    Das Buch:
    Magdalena Reinthaler, Hannes Wechner: Plötzlich bist du nicht mehr da. Tod und Trauer von Jugendlichen. Herausgegeben von der Katholischen Jugend Österreich. 144 Seiten, 16 sw. Abb., 16 x 20,5 cm, zweifarbig, Broschur, Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 2010, ISBN 978-3-7022-3059-3, € 14,95; www.tyrolia.at

    Buchtipp: Jetzt bist du schon gegangen, Kind

    Das Buch "Jetzt bist du schon gegangen, Kind" ist ein sehr wertvoller Beitrag sowohl zur Trauerbewältigung für betroffene Eltern als auch zur Trauerbegleitung derselben.

    Die Autorin Gerda Palm, Diplompädagogin, Erwachsenenbildnerin und systemische Familienberaterin, hat sich nach dem frühen Verlust eines eigenen Kindes systematisch in die Begleitung und Beratung von Trauernden hinein begeben. In ihrem Buch nun gibt sie zunächst einen Einblick in den Begriff "Trauer" und den Trauerprozess als solchen, der trotz individueller Unterschiede oft ähnlich verläuft, allerdings stark abhängig ist von Beziehungen, in denen man lebt, und von Reaktionen des eigenen Umfeldes.

    Es ist durchaus aufschlussreich, sich als Trauernde quasi von außen in eigenen Trauerstrukturen zu erkennen, sei es in Bezug zur Familie oder zu Freunden, Bekannten und Kollegen. Dieser Perspektivenwechsel in die Betrachterrolle ist hilfreich zum Verständnis seiner selbst bzw. seiner eigenen Reaktionen.

    Weiterhin spricht Palm verschiedene Beratungsformen von Trauernden an, von Krankenhaus-, über Einzel- und Paarberatung bis hin zu Hilfestellungen durch Trauergruppen.

    Besonders gelungen erscheint der Teil des Buches, in dem "heilende Rituale" aufgeführt werden, zum Teil stark religiös orientiert (z.B. Gestaltungsbausteine für Gedenkgottesdienste). … Mit solchen Ritualen gibt die Autorin wichtige Tipps und Hilfestellungen für betroffene Eltern und deren Begleiter.

    Ergänzt werden Gerda Palms Ausführungen durch Briefe betroffener Eltern an ihre Kinder. In vielen dieser persönlichen Texte findet man sich als Betroffene wieder und so traurig diese oft sind, so enthalten sie doch auch immer wieder den Hoffnungsschimmer und den Trost, den man in einer solchen Situation so sehr braucht. (Kundenrezension bei amazon, www.palm-beratung.de)

    Gerda Palm: Jetzt bist du schon gegangen, Kind. Trauerbegleitung und heilende Rituale mit Eltern frühverstorbener Kinder. Don Bosco Verlag, 2001

    (Das Buch ist im Handel vergriffen. Es kann direkt bei der Autorin online bestellt werden unter www.palm-beratung.de.)

    Monatsthema "Mit Kindern über den Tod reden"

    Weitere Materialien für das Thema "Mit Kindern über den Tod reden" finden Sie im Monatsthema für Januar 2010. Bitte klicken Sie hier.

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