Mir reicht's – ich geh beten!

Das Schwerpunktthema für Mai/Juni 2024

von Elfriede Klauer am 28.02.2024 - 12:00  

Krisen, Hass, Zerstörung und Kriege prägen die Schlagzeilen – und der Papst fordert zum Beten auf? Echt jetzt? Sind wir mal ehrlich: Beten ist das Letzte, an das wir angesichts unserer gesellschafts- und weltpolitischen Lage denken, oder? Und dennoch hat Papst Franziskus das Jahr 2024 zu einem Jahr des Gebets erklärt. Ein bisschen weltfremd das Ganze, oder? Typisch katholisch halt. Interessant nur, dass Papst Franziskus die aktuelle Situation nicht ausblendet, sondern sie mit seiner Aufforderung zum verstärkten Gebet verknüpft. Seiner Meinung nach trügen die ökologische, wirtschaftliche und soziale Krise, die durch die jüngste Corona-Pandemie noch verschärft wurde, ebenso wie die aktuellen Kriege dazu bei, das Streben nach Frieden und Solidarität zu untergraben und Gott aus dem persönlichen und sozialen Leben zu verdrängen. Diese Diagnose mag wohl stimmen, doch was hat sie mit dem Beten zu tun? Eigene Bilder vom Beten ploppen auf – vom langweilenden Aufsagen ewig gleicher Gebetssätze beim Rosenkranz etwa, vom Lesen in der Bibel, die man nicht versteht, von eigenen Bitten, die nicht erhört wurden, vom Beten, das eher einem Selbstgespräch gleicht … Und das soll helfen?

Wie wäre es mit einem Update für das eigene Beten? Das sich konzentriert auf das Eigentliche, nämlich darauf, dass es einen Gott gibt, der uns sieht und liebt und der sehnsüchtig darauf wartet, dass wir den Kontakt zu ihm aufnehmen? Die Beiträge dieses Schwerpunktthemas führen auf diese Spur. Nehmen Sie Ihre Leserinnen und Leser dorthin mit und laden Sie sie zum persönlichen Beten ein. „Das Gebet ist die sanfte und heilige Macht, die wir der teuflischen Kraft von Hass, Terrorismus und Krieg entgegensetzen“, sagt Papst Franziskus.

    Bilder

    Ein Interview mit dem Buchautor und Pfarrer Stefan Jürgens

    von

    Elfriede Klauer

    Herr Pfarrer Jürgens, Sie schreiben Bücher, in denen Sie die Reformunwilligkeit der katholischen Kirche scharf kritisieren, und Bücher über das Beten und den Glauben. Beides gehört für Sie zusammen. Warum?

    Ein Interview mit dem Einsiedler und Pater Norbert Cuypers SVD

    von

    Interview: Melanie Fox, Quelle: Leben jetzt. Das Magazin der Steyler Missionare, www.lebenjetzt.eu

    Pater Norbert Cuypers SVD lebt seit einigen Jahren in der Dörnschlade, einer Einsiedelei. Die Stille prägt sein Fühlen und Sein. Im Interview sagt er, wie die Stille und das Beten ihn verändert haben.

    von

    Elfriede Klauer

    Fast jeden Abend haben wir Diskussionen zuhause – um das Verhalten der Regierung, um die Demonstrationen im Land, um das Entstehen neuer radikaler Parteien, um die Angemessenheit politischen Protests von links und von rechts, um die Fremden im Land, um die Medien und ihre Art der Berichterstattun

    von

    Lina Rowski

    Seit ich bete, kann ich besser bei mir sein.
    Ich kann auch besser bei den Menschen sein, wenn sie mir etwas von sich erzählen. Ich kann bei den Menschen sein, ohne gleich wieder um meine Sorgen und Bedürfnisse zu kreisen.

    von

    Elfriede Klauer

    Wer glaubt, selbst nicht mehr beten zu können, mag vielleicht andere darum bitten. Im Internet gibt es dafür verschiedene kostenfreie Angebote.

    Was die einzelnen Bitten bedeuten

    von

    Pfarrer Stefan Jürgens, Quelle: www.kirche-und-leben.de

    Das Vaterunser ist das Gebet der ganzen Christenheit. Jesus hat es Seine Jünger gelehrt, als sie Ihn darum baten: „Herr, lehre uns beten“ (Lukas 11,1). Ich selbst habe dieses Gebet nicht aus der Bibel gelernt, sondern meinen Eltern von den Lippen abgelesen.

    Gott ganz persönlich

    von

    Pfarrer Stefan Jürgens, Quelle: www.kirche-und-leben.de

    Wer ist eigentlich Gott? Das ist die entscheidende Frage auf dem Weg zum Gebet. Und umgekehrt: Durch das Gebet mache ich deutlich, wer oder was mein „Gott“ ist. Ich kann glauben im Sinne einer Vermutung; dann glaube ich, „dass“ „Er“ – oder „es“ existiert.

    von

    Peter Schott

    Wo habe ich sie nur hingeworfen?

    Meine ungebetenen Gebete
    und auch die ungebeteten Gebete?

    von

    Sr. Michaela Leifgen SspS, Quelle: Leben jetzt. Das Magazin der Steyler Missionare, www.lebenjetzt.eu

    Beten ist lassen:
    loslassen,
    bleiben lassen,
    setzen lassen,
    da sein lassen,
    überlassen,
    Gott machen lassen.

    von

    Ulla Arens, Quelle: Leben jetzt. Das Magazin der Steyler Missionare, www.lebenjetzt.eu

    Judentum
    Dienst des Herzens

    Der Rabbiner Zsolt Balla leitet die israelitische Religionsgemeinde zu Leipzig und ist Militärbundesrabbiner für die Bundeswehr

    Welche Bedeutung hat ein Gebet im Judentum?

    Persönliche Erfahrungen mit dem Gebet

    von

    Stanislaus Klemm, Dipl. Psychologe und Theologe

    - Nur einmal angenommen, Sie befänden sich in einer ganz schlimmen persönlichen Krise, könnten vor lauter Sorgen kaum noch schlafen und selbst auf Ihrer Arbeitsstelle nur mit Mühe Ihre Tränen zurückhalten.

    Zitate

    von

    Papst Franziskus

    Das Gebet ist die sanfte und heilige Macht, die wir der teuflischen Kraft von Hass, Terrorismus und Krieg entgegensetzen.

    Papst Franziskus
    Quelle: www.katholisch.de, In: Pfarrbriefservice.de

    von

    Klaus Jäkel

    mein Gott
    hier bin ich wieder

    von

    Irmela Mies-Suermann

    Bitten
    Klagen
    Lobpreisen
    Schweigen
    Ausruhen
    Singen
    Lieben
    Staunen
    Erzählen
    Arbeiten
    Ersehnen
    Kurzum:
    Leben mit Ihm

    Irmela Mies-Suermann, In: Pfarrbriefservice.de

    von

    Barbara Fank-Landkammer, https://stadt-stille.blog

    Sich freuen können : freuen dürfen : freuen wollen
    an der Sonne, dem Kirschzweig, den Freunden
    umarmen, die Freude nicht aufgeben

    sondern

    Religiöser Buchtipp

    von

    Borromäusverein

    „Beten ist überhaupt keine Kunst, sondern eher ein Handwerk“, stellt Stefan Jürgens in seiner kleinen Gebetsschule fest. Der Pfarrer von Ahaus, der als Sprecher des Worts zum Sonntag bekannt wurde und mehrere Bücher geschrieben hat, hat darin seine Gebetserfahrungen zusammengestellt.

    Religiöser Buchtipp

    von

    Borromäusverein

    „Du starrst aber schon lange auf den leeren Bildschirm“, sagt Gott. „Oh, du bist da“, sage ich. „Wo soll ich denn sonst sein?“, fragt Gott zurück. „Stimmt auch wieder“, brumme ich.

    von

    Madeleine Spendier und Kilian Martin, www.katholisch.de

    Wann ist der richtige Zeitpunkt für ein Gebet? Was soll ich dabei sagen? Und was sollte ich beim Beten auf gar keinen Fall tun? Viele Gläubige tun sich mit dem persönlichen Gebet schwer, gerade wenn sie keine Übung darin haben. Katholisch.de gibt Ihnen zehn Hinweise, wie es sich besser betet.

    Tipps für Pfarrbriefredaktionen

    Gemeindemitglieder fragen

    Beten die Menschen um sie herum? Wenn ja, welche Erfahrungen machen sie mit dem Beten? Fragen Sie sie und veröffentlichen Sie die kurzen Statements in Ihrem Pfarrbrief. Fragen Sie auch Menschen, die eher nicht zum engeren Kreis Ihrer Pfarrei gehören. Bitten Sie darum, den Namen und das Alter veröffentlichen zu dürfen sowie ein Bild.

    Eine andere Möglichkeit ist, ausgewählte Personen darum zu bitten, ihre Erfahrungen mit dem Beten in einem eigenen Beitrag zu beschreiben. Leitfragen für den Beitrag wären zum Beispiel: Wann und wie bete ich? Warum bete ich? Welche Schwierigkeiten begegnen mir dabei? Was hilft mir beim Beten? Wie verändert mich das Beten?

    Lieblingsgebete

    Welche Lieblingsgebete beten die Menschen um Sie herum? Was sind Ihre eigenen Lieblingsgebete? Veröffentlichen Sie diese. Arrangieren Sie sie wie hübsche Blumen auf Ihren Pfarrbriefseiten.

    Reportage: Beten in der Pfarrei

    Welche Veranstaltungen in Ihrer Pfarrei laden zum Beten ein? Klar, da ist zunächst einmal der Gottesdienst. Gibt es darüber hinaus weitere Formate? Etwa ein Friedensgebet, eine eucharistische Anbetung, das Rosenkranzgebet, Alltags-Exerzitien? Was hat es mit diesen Angeboten auf sich? Besuchen Sie ein Angebot und beschreiben Sie für Ihre Leserinnen und Leser Ihre Eindrücke. Was erleben Sie dort? Wie fühlt sich das für Sie an? Welche Gedanken gehen Ihnen durch den Kopf? Wer kümmert sich um das Angebot und warum?

    Bebildern Sie Ihre kleine Reportage, indem Sie etwas Typisches für diese Veranstaltung fotografieren (lassen) und die Menschen, die dort aktiv sind.

    Betende Menschen

    Es gibt sie wohl noch in jeder Pfarrei – Menschen, die sich gerne zum gemeinsamen Gebet in der Kirche versammeln. Stellen Sie eine/-n davon näher vor, führen Sie zum Beispiel mit ihm/ihr ein kleines Interview. Mögliche Fragen:

    Welche Rolle spielt das Beten in Ihrem Leben?
    War das schon immer so?
    Was bedeutet für Sie das Beten für andere?
    Welche Erfahrungen machen Sie mit dem Beten?

    Erstkommunion und Firmung

    Das Beten ist zentraler Bestandteil der Erstkommunion- und Firmvorbereitung. Welche Erfahrungen machen die Verantwortlichen mit dem Beten von Kindern und Jugendlichen? Wie wird das Thema vermittelt? Was bringen die Kinder und Jugendlichen vielleicht schon mit? Bitten Sie um einen kleinen Erfahrungsbericht.

    Denkbar wäre auch, dass Kinder und Jugendliche für den Pfarrbrief kurz beschreiben, was Beten für sie bedeutet.

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