"Diese Wirtschaft tötet"

Das Schwerpunktthema für Mai 2017

am 02/27/2017 - 08:00  

Glitzernde Fassaden, die für Wachstum und Wohlstand, aber auch für Ausbeutung und Umweltzerstörung stehen.

Papst Franziskus fasste mit seinem Satz „Diese Wirtschaft tötet“ drastisch das zusammen, was Päpste vor ihm und kirchliche Sozial-, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen seit langem beklagen. Sie prangern eine Wirtschaft an, die das Geld zum Mammon erhoben hat und soziale Spaltung, menschliches Elend, Umweltzerstörung und gewaltsame Auseinandersetzungen in Kauf nimmt. Alles ganz weit weg, könnte man meinen, wenn man in Deutschland relativ gut situiert sein Leben verbringt. Doch was Papst Franziskus auch beklagt, ist eine „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ und eine „Kultur des Wohlstands“, die betäubt. Nur weil viele sich nicht interessieren, wird sich auch nichts ändern. Kirchliche Sozial-, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen setzen hier einen Kontrapunkt. Sie hinterfragen kritisch und drängen immer wieder zur Veränderung, unter ihnen die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB). Dieses Monatsthema profitiert von ihrer analytischen Arbeit und lädt dazu ein, mit ihnen die nötigen Veränderungen anzugehen.

    Bilder
    von

    Sabine Schiedermair

    fallen mir verschiedene Bibelstellen ein

    Unbequeme Worte zu einer Wirtschaft, die aus den Fugen geraten ist

    von

    Andreas Brauns

    Was bleibt wichtig, was kann weg? Das sind für mich entscheidende Fragen, wenn ich „zwischen den Jahren“ vor meinem Zettelkasten sitze. Übers Jahr hat sich da eine Menge Papier angesammelt.

    von

    Papst Franziskus

    Gott der Liebe,
    zeige uns unseren Platz in dieser Welt
    als Werkzeuge deiner Liebe
    zu allen Wesen dieser Erde,
    denn keines von ihnen wird von dir vergessen.
    Erleuchte, die Macht und Reichtum besitzen,

    Auszug aus dem ökumenischen Sozialwort von 1997

    von

    Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland, Deutsche Bischofskonferenz

    […] Änderungen des Lebensstils, die Verzichte einschließen, sind aber auch in vielen anderen Bereichen notwendig. Notwendig ist der Übergang von Raubbau und Wegwerfmentalität zu langfristig tragbaren Wirtschafts- und Lebensweisen.

    Kritische Anmerkungen zum prägenden Wirtschaftsmodell unserer Zeit

    von

    Misereor

    Das weltweit prägende Wirtschafts- und Wohlstandsmodell westlichen Zuschnitts ist fixiert auf Wachstum und die Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Volkswirtschaften.

    Das Leitbild der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB)

    von

    Lucia Schneiders-Adams

    Die KAB setzt sich für das Leitbild einer Tätigkeitsgesellschaft ein mit dem Ziel, eine solidarische und gerechte Gesellschaft zu gestalten, in der die Beseitigung der Armut, die strikte Neuordnung des Finanzsystems, die Ökologisierung der Wirtschaft und die soziale Erneuerung der Arbeitsgesellsc

    Was macht eine gute Wirtschaft für die Zukunft aus?

    von

    Dr. Michael Schäfers, www.kab.de

    […] Gut wirtschaften heißt: Der Mensch steht im Mittelpunkt aller wirtschaftlichen Prozesse. Wirtschaften ist kein Selbstzweck, sondern eine "Veranstaltung" um der Menschen willen. Diese Forderung ist nicht neu. Sie hat ihren Niederschlag ebenso in den Sozialenzykliken der Päpste seit

    Das Gleichnis vom törichten reichen Kornbauern

    von

    Dr. Michael Schäfers, www.kab.de

    Jesus Stellung zu Habgier und Wohlstand wird im Kontext der Nachfolge und des Reiches Gottes von der Menge angefragt. Und der Mann aus Nazareth greift wie an so vielen Stellen des Zweiten Testaments auf ein Gleichnis zurück, um klar zu machen, worum es geht.

    wirtschaft

    von

    Klaus Jäkel

    wenn
    es der Mensch noch lange
    zulässt - wie bei seinen Handels-
    und Geschäfts-Kontakten
    - heute weltweit

    Eine Bewertung aus christlicher Sicht

    von

    Dr. Michael Schäfers, www.kab.de

    Der Begriff "Kapitalismus" ist angesichts der Krisen der letzten Jahre wieder zu einer breiten Popularität gekommen. Allgemein bezeichnet er eine Wirtschafts- und Gesellschaftsform, die auf dem privaten Eigentum an Produktionsmitteln und der Steuerung der Wirtschaft über den Markt beruht.

    Stationenweg: Gemeinsam unterwegs zu einem befreienden Lebensstil

    „Gemeinsam unterwegs zu einem befreienden Lebensstil“ ist ein Wanderweg mit fünf Stationen, der spirituelle Besinnung mit politischem Engagement verbindet. Der Stationenweg wurde von dem Arbeitskreis „Befreiender Lebensstil" der Arbeitsstelle Misereor Bayern entwickelt. Die Broschüre bietet Gestaltungsmöglichkeiten, Fakten und Gesprächsimpulse aus der Enzyklika „Laudato Si“ von Papst Franziskus und zeigt konkret auf, wie Gruppen und Gemeinden zu Akteuren des Wandels werden können.
    Als pdf-Datei herunterlad- oder als Broschüre bestellbar unter https://www.misereor.de/informieren/publikationen/

    Aktionsidee: "All das kannst du bei mir leihen …"

    Im Arbeits- und Lesebuch der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) „Gut Wirtschaften“ beschreibt Mechthild Hartmann-Schäfers eine nachahmenswerte Idee, die auch von Pfarreien oder kirchlichen Gruppen aufgegriffen werden könnte. Sie schreibt: „Der Verein „Pumpipumpe“ aus der Schweiz verschickt kostenlos Aufkleber für den Briefkasten. Neben dem Grundaufkleber „All das kannst du bei mir ausleihen!“ gibt es viele schön gestaltete Aufkleber mit Symbolen – von der Backform über den Grill und die Leiter bis hin zum Karnevalskostüm. Dies mit den Zielen, den bewussten Umgang mit Konsumgütern zu stärken und die soziale Interaktion in der Nachbarschaft, im Viertel und im Ort zu befördern. Dort, wo die Aufkleber am Briefkasten zu finden sind, kann ich klingeln, dort bin ich willkommen. Eine Idee für Jung und Alt“.
    Informationen und die Aufkleber zum Bestellen unter www.pumpipumpe.ch

    KAB-Arbeits- und Lesebücher: Nachhaltig leben und arbeiten

    Was heißt es, nachhaltig zu leben und zu arbeiten? Zu dieser Frage hat die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB) vier Hefte gestaltet mit kritischen Impulsen, grundlegenden Beiträgen und Tipps für den Alltag. Die vier Arbeits- und Lesebücher tragen die Titel „Klug kaufen“, „Richtig Steuern“, „Sinnvoll leben“ und „Gut Wirtschaften“. Nähere Informationen unter https://www.kab.de/themen/kab-jahresthemen-2012-16/
    Bestellt werden können sie im Set zu 15 Euro beim Ketteler-Verlag unter https://www.ketteler-verlag.de/apps/shop/ketteler/apply/viewdetail/id/837/

    Tipps für Pfarrbriefredaktionen

    Bewusster Lebensstil im Interview

    Kennen Sie jemanden in Ihrem Freundeskreis oder aus der Pfarrei, der sich für einen anderen Lebensstil entschieden hat? Für weniger Konsum, weniger Arbeit, dadurch weniger Stress und achtsameren Umgang mit sich selbst und seiner Umwelt? Und der dadurch glücklicher wirkt? Führen Sie mit ihm ein Gespräch, in dem er von seinen Beweggründen und seinen Erfahrungen erzählt. Mögliche Fragen:

    • Was machen Sie anders als andere Menschen?
    • Warum leben Sie so, wie Sie leben?
    • Welche Erfahrungen machen Sie dadurch?

    Unter der Lupe: der KAB-Ortsverein oder eine andere gesellschaftspolitisch aktive Gruppe

    In vielen Pfarreien gibt es Gruppierungen, die herrschende Machtverhältnisse in Frage stellen, wie z.B. KAB-Ortsvereine, Umwelt- oder Eine-Welt-Gruppen. Auf welche Weise engagieren sie sich für eine gerechtere Wirtschaftsordnung? Gibt es vielleicht Aktionen, an denen man sich beteiligen kann, oder Veranstaltungen, die man auch als Nicht-Mitglied besuchen kann? Lassen Sie sich und Ihren Lesern doch einmal von dem oder der Vorsitzenden die Anliegen und die Arbeit dieser Gruppe im Interview beschreiben. Vielleicht gibt es demnächst eine Aktion, die Sie im Pfarrbrief groß herausbringen könnten.

    Denkbar ist auch ein Gespräch mit einem Mitglied dieser Gruppen. Mögliche Fragen:

    • Wie engagieren Sie sich?
    • Warum tun Sie das?
    • Was bewirkt Ihr Engagement?
    • Was wäre Ihr Wunsch für die Zukunft?

    Tipp: Veröffentlichen Sie die Interviews mit Bildern von Ihren Gesprächspartnern, vielleicht auch von der Gesprächssituation.

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