Mehr Lebensqualität durch „weniger“, „langsamer“ und „bewusster“
Auszug aus dem ökumenischen Sozialwort von 1997
[…] Änderungen des Lebensstils, die Verzichte einschließen, sind aber auch in vielen anderen Bereichen notwendig. Notwendig ist der Übergang von Raubbau und Wegwerfmentalität zu langfristig tragbaren Wirtschafts- und Lebensweisen. Bei vielen der wohlhabenden Menschen in den westlichen Überflussgesellschaften ist überzogenes Konsum- und Wohlstandsdenken vorherrschend. Diese Haltung gerät zunehmend in Konflikt mit den Grenzen der ökologischen Belastbarkeit und geht zu Lasten der Lebensmöglichkeiten künftiger Generationen und zu Lasten der Menschen in den sich entwickelnden Ländern. So wird das Ziel der Nachhaltigkeit ganz sicher verfehlt, wenn das durchschnittliche Konsumniveau in den Industrieländern weiter steigt. Deshalb muss das Bewusstsein dafür steigen, dass mehr Lebensqualität heute kaum noch durch „mehr“ und „schneller“ zu erreichen ist, sondern in wachsendem Maße durch „weniger“, „langsamer“ und „bewusster“. Derart veränderte Lebensstile werden sich vermutlich nur dann verbreiten, wenn deutlich wird, dass ein Leben, das die Mit- und Umwelt schont, neue Qualitäten hat. […]
Quelle: Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit. Wort des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland und der Deutschen Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland. 1997, Ziff. 231
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