Ein Selbstversuch

Alissa Dullweber
19.08.2019 - 05:55

Minimalismus. Vielleicht hast du ja schon einmal davon gehört, denn diese Lebensart hat in letzter Zeit immer mehr Anhänger gefunden. Aber was genau soll das sein und warum macht man das? Kurz gesagt: Minimalisten beschränken ihren Konsum, um bewusster leben zu können.

Aber wie soll das funktionieren? Alles beginnt im eigenen Zuhause: Wie viele Gegenstände sind in deinem Zimmer? Wie viel steht dort schon seit Monaten oder Jahren ungenutzt herum? Wie viel davon hast du mal gekauft, aber jetzt gefällt es dir doch nicht mehr? Am schlimmsten ist es meistens im Kleiderschrank.

Aber hast du jemals darüber nachgedacht dich von all diesen überflüssigen Gegenständen zu trennen? Hast du schon mal daran gedacht, wie viel besser es dir danach vielleicht geht? Genau da beginnt Minimalismus. Du reduzierst deinen Besitz auf die Dinge, die du wirklich brauchst und auch regelmäßig verwendest oder die dich glücklich machen, wie Erinnerungsstücke. Und nachdem du dein Zuhause ausgemistet hast, geht es darum deinen Konsum niedrig zu halten, um keinen neuen Ballast zu kaufen.

Im besten Falle solltest du die Veränderung sofort spüren. Vor allem bietet diese Lebensart eigentlich nur Vorteile: man spart Geld und Platz, reduziert Müll und ist freier. Minimalismus kann man unterschiedlich stark leben. Es gibt Menschen, die sich komplett auf 100 Dinge beschränken, aber auch Menschen, die einfach stärker auf ihren Konsum achten.

Doch nur 100 Dinge, wie soll das gehen? Ich will das herausfinden und deshalb lautet meine Challenge: 7 Tage mit nur 100 Dingen überleben. Kann ich das schaffen? Klingt erstmal einfach, vor allem wenn man bedenkt, dass Lebensmittel, Medikamente und festinstallierte Gegenstände, wie eine Dusche oder ein Waschbecken nicht dazu zählen. Aber als ich angefangen habe eine Liste zu schreiben, was ich alles in einer Woche benutze, habe ich schnell gemerkt, dass das eine ganze Menge ist.

Ich bin mit 86 Dingen auf meiner Liste in die Woche gestartet. Um ein Gefühl von richtigem Minimalismus zu bekommen, habe ich auch jegliche Deko aus meinem Zimmer entfernt. Mein Leben war automatisch geordneter. Mein kleiner Kleiderschrank gab mir genau vor, was ich anziehen sollte und auch sonst haben mich keine unnötigen Gegenstände in meinem Zimmer abgelenkt. Trotzdem vermisste ich einiges: Deko an den kahlen Wänden, Auswahl im Kleiderschrank oder mehr Möglichkeiten beim Kochen. Außerdem stellte ich fest, dass wir viele Gegenstände aus Faulheit besitzen, zum Beispiel einen Mülleimer in jedem Raum, damit man nicht so weit laufen muss.

Wie erwartet, hatte ich auch einige Dinge vergessen, wodurch ich am Ende der Woche bei 98 Dingen auf meiner Liste ankam. Aber ich hatte es geschafft, sogar mit weniger als 100 Dingen! Und ein bisschen bin ich schon auf den Geschmack des Minimalismus gekommen, weshalb ich auch einiges nach dieser Woche ausmisten werde. Dennoch habe ich einiges vermisst und die Zahl grenzt zu stark ein, als dass ich mich auf 100 Dinge begrenzen könnte. Ich müsste zu den verschiedenen Jahreszeiten immer ähnliche Kleidung tragen und könnte auch keine Freunde zum Essen einladen.

Aber das Experiment hat mich zum Nachdenken angeregt. Darüber, was ich wirklich brauche, was mich glücklich macht und ob ich in nächster Zeit überhaupt etwas kaufen muss, ich habe ja eigentlich schon zu viel...

von: Alissa Dullweber, In: Pfarrbriefservice.de

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Text: Alissa Dullweber
In: Pfarrbriefservice.de