Ich hab die Krise!

10 Tipps für dich

Christin Triebkorn ist Rehabilitationspädagogin und Standortleitung der [U25] Online-Suizidprävention am Standort Dortmund. Die Onlineberatung richtet sich an suizidgefährdete junge Menschen. Gleichaltrige beraten dort Gleichaltrige. Ehrenamtlich. Anonym. Kostenlos. Steckst du gerade in einer Krise? Vielleicht helfen dir diese 10 Tipps von Christin Triebkorn:

  1. Wenn du Suizidgedanken hast, Liebeskummer, Belastungen zu Hause oder andere Sorgen, dann bleibe mit deinen Gedanken nicht alleine. Auch, wenn du das Gefühl hast, dass du mit niemanden reden kannst oder wenn du dich schämst. Hab keine Angst: Vertraue dich jemandem an! Finde eine Vertrauensperson. Das kann deine beste Freundin oder dein bester Freund sein oder deine Familie. Wenn du in einer Krise bist, dann siehst du meistens vorne und hinten nicht mehr. Du brauchst Leute, die sagen: „Hey, ich gehe den Weg mit dir gemeinsam“.
     
  2. Wenn du das Gefühl hast, dass du in deinem privaten Umfeld niemanden hast, mit dem du reden kannst, dann schaue im Internet, ob du dort anonyme Beratungsstelle findest oder eine Onlineberatung. Sei es ein Hilfetelefon, das Kindertelefon, die Telefonseelsorge, das Hilfetelefon für Mädchen und Frauen oder Jungs und Männer, die sexualisierte Gewalt erlebt haben. 
     
  3. Wenn du diesen Schritt gegangen bist, wenn du es schaffst und anfängst über deine Sorgen zu reden, ist das eine erste Entlastung. Ein Gespräch kann Leben retten. 
     
  4. Dann kannst du überlegen: Was kannst du dir Gutes tun? Welche Stressfaktoren gibt es, die du reduzieren kannst, damit sie nicht noch mehr Stress auslösen? Was brauchst du gerade, damit es dir wieder gut gehen kann?
     
  5. Versuche dich ausreichend zu bewegen, Sport zu machen. Wenn es mal nicht klappt, dann ist es so. Das ist überhaupt nicht schlimm. 
     
  6. Versuche jeglichen Druck aus so einer Situation herauszunehmen und dir nicht zu sagen: „Es muss mir jetzt besser gehen.“ Ne, es darf dir auch tagelang, wochenlang, monatelang schlecht gehen. Das ist in Ordnung. Krisen sind manchmal sehr, sehr hartnäckig. Nicht alles kann von heute auf morgen wieder gut funktionieren. 
     
  7. Auch, wenn es Zeiten gibt, in denen es dir wieder richtig gut geht, können auch Phasen kommen, in denen es dir sehr schlecht geht. Das gehört dazu. 
     
  8. Ganz oft macht es Sinn, sich professionelle Hilfe zu holen und zu schauen, ob es Therapeutinnen oder Therapeuten in deiner Umgebung gibt, an die du dich wenden kannst.
     
  9. Du musst von dir nicht erwarten, dass du Krisen alleine bewältigst oder dass du weißt, was zu tun ist. Junge Menschen haben oft noch keine Bewältigungs- oder Lösungsstrategien, aber du kannst sie lernen. 
     
  10. Für jeden Menschen braucht es individuelle Wege und Strategien.  

Melde dich gerne bei uns, wenn es dir schlecht geht und du nicht weißt, wie es weitergehen soll. Nicht nur, wenn du Suizidgedanken hast: www.u25-deutschland.de

Ronja Goj, In: Pfarrbriefservice.de

Weitere Materialien

Wie finde ich meinen Weg?

7 Tipps für dich

Ronja Goj

Du weißt nicht, wohin es in deinem Leben gehen soll? Was dein Weg ist? Was du nach der Schule machen sollst? Fühlst dich orientierungslos? Christin Triebkorn ist Rehabilitationspädagogin und Standortleitung von [U25] Dortmund. Sie hat 7 Tipps für dich:

Verknüpft mit:
Spezialausgabe mit Materialien für Erwachsene und Jugendliche

Datei-Info:
Dateiformat: .rtf
Dateigröße: 0,06 MB

Sie dürfen den Text NICHT in sozialen Medien nutzen (z.B. Facebook, Twitter, Instagram, YouTube, etc.)

Beispiel für den Urhebernachweis, den Sie führen müssen, wenn Sie den Text nutzen

Text: Ronja Goj
In: Pfarrbriefservice.de