Heimquarantäne und eingeschränkter Ausgang

Tipps für die ganze Familie

Besprechen Sie mit Ihrer Familie, dass es sich um eine Ausnahmezeit handelt und eine neue Situation neue Regeln braucht. Werden Sie zum „Leuchtturm“ und geben Sie einen Rahmen vor, in dem alle Familienmitglieder die Möglichkeit finden, sich zu beteiligen.

Beziehen Sie folgende Aspekte in Ihre Überlegungen mit ein:

  • Schaffen Sie eine Tagesstruktur mit Aufstehen, Essen, Spielen, Lesen oder Lernen. Beziehen Sie auch Hygienemaßnahmen wie das Händewaschen sowie Kontakt zu anderen Menschen, die gerade nicht besucht werden können, zum Beispiel durch Telefonate, mit ein.
     
  • Setzen Sie sich und Ihrer Familie nicht zu hohe Ansprüche: Eine Tagesstruktur soll keinen zusätzlichen Druck erzeugen, sondern Orientierung ermöglichen.
  • Machen Sie Ihre neue Tagesstruktur durch einen geschriebenen oder gemalten Plan sichtbar, definieren Sie, was Ihr Kind selbst in der neuen Tagesstruktur beitragen kann und lassen Sie es erledigte Punkte abhaken. Klare Abläufe geben das Gefühl, sich auszukennen und beobachten zu können, was schon geschafft ist.
     
  • Formulieren Sie Regeln für das Miteinander in dieser besonderen Zeit. Dabei sollte der Leitsatz gelten: So wenig Regeln wie möglich, aber klar und für alle gleichermaßen geltend!
     
  • Es ist wichtig darauf zu achten, dass alle für sich, aber auch die Familie als Ganzes nicht andauernd ein zu hohes Stressniveau hat. Achten Sie deshalb darauf, ob ein Gespräch, eine Beschäftigung oder eine Information gerade zu mehr Orientierung und Verbindung und damit zu mehr Sicherheit und Ruhe führt oder das Gegenteil bewirkt. Die Großen und auch die Jugendlichen haben das im Blick und helfen den Kleinen dabei. Um dafür gute Voraussetzungen zu schaffen, bieten sich folgende Maßnahmen an:
    • Alleinzeit für jedes Familienmitglied einrichten und Rückzugsorte (Zimmer oder auch nur Plätze in der Wohnung) definieren; auch Kopfhörer können hilfreich sein.
    • Vereinbarungen treffen, wie mit Spannung umgegangen werden soll und Stoppzeichen einführen für Momente, in denen es dynamisch oder thematisch für Einzelne zu viel wird. Wann es wem zu viel wird, ist ganz unterschiedlich. Nehmen Sie daher bitte alle Stoppzeichen gleichermaßen ernst, legen Sie eine kurze Pause für alle Beteiligten ein und überlegen Sie Ihren nächsten gemeinsamen Schritt.
    • Überlegen Sie, welche Themen und belastende Inhalte für wen in welchem Umfang geeignet sind. Das heißt, es gilt immer wieder zu entscheiden, wer spricht mit wem, wie lange und über was und wer ist bei welchem Gespräch auch nicht dabei.
    • Klären Sie unter Geschwistern, dass es zwar dazu gehört, sich gegenseitig zu necken oder auch auf den Arm zu nehmen, ernste und bedrohliche Themen dafür aber nicht erlaubt sind. Nehmen Sie ältere Kinder und Jugendliche in die Pflicht, Jüngeren keine Angst zu machen.
    • Loben und sich freuen, wann auch immer eine Absprache klappt, ein Stoppzeichen funktioniert, eine Lösung ohne Streit gefunden wird.
       
  • Beziehen Sie den Körper mit ein:
    • Gehen Sie, wenn möglich regelmäßig an die frische Luft, zum Beispiel in den Garten, oder machen Sie je nach geltenden Vorgaben einen Spaziergang.
    • Machen Sie Sport und Bewegungsspiele, die auch drinnen möglich sind, oder schnappen Sie am offenen Fenster frische Luft. Das kann sogar zu einem schönen gemeinsamen Spiel werden: Laufen Sie doch einmal gemeinsam mit Ihrem Kind in unterschiedlichem Tempo auf der Stelle und stellen Sie sich zusammen vor, wo sie gerade entlanglaufen. Beschreiben Sie einander die „Gegend“, durch die Sie laufen, oder alle, die Ihnen dabei begegnen. Rennen Sie durch einen Dschungel, joggen Sie am Strand entlang oder schleichen Sie durch den Wald. Treffen Sie Drachen, Meernixen und Riesenmeerschweinchen, werden Sie zum Meisterdieb oder seien Sie im Auftrag der Königin unterwegs…

Die Empfehlungen sind als Unterstützung und Anregung gedacht, die stets individuell angepasst und abgewandelt werden können. Sie basieren auf unserem Wissensstand vom 23.03.2020. Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehmen wir keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

von: Tita Kern, AETAS Kinderstiftung (2020): Werkzeugblatt 2: Tipps für Heimquarantäne und eingeschränkten Ausgang. AETAS Kinderstiftung. München, www.aetas-kinderstiftung.de, Stand: 27.03.2020, In: Pfarrbriefservice.de

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Text: Tita Kern, AETAS Kinderstiftung
In: Pfarrbriefservice.de