Nicht wegsehen: Obdachlosigkeit in der Stadt

Das Schwerpunktthema für Februar 2016

am 11/18/2015 - 20:23  

Wegschauen, weiterlaufen – das sind wohl verbreitete Verhaltensweisen, wenn man in einer Stadt obdachlosen Menschen begegnet. Manche Gedanken schießen einem durch den Kopf. Aber letztlich bleibt es beim Nichthinsehen, Nichtwahrnehmen (wollen). Die Materialien dieses Monatsthemas ermuntern dagegen, genauer hinzuschauen. Wer sitzt da? Was macht das mit mir? Wie kann ich mich verhalten? Die Texte, Bilder, Links und Tipps liefern Anstöße, obdachlose Menschen, auch als christliche Gemeinde, in den Blick zu nehmen.

Bilder

Mit dem Kauf von Straßenzeitungen Obdachlosen helfen

von

Katharina Wagner

Ein Einkaufsbummel in einer großen Stadt kann Spaß machen, wenn nicht gerade Vorweihnachtszeit ist. Wenn man sich dann mit einem schönen Stück in der Tasche wieder auf den Heimweg macht, kann die Freude plötzlich getrübt werden, sobald sich uns die Hand eines Bettlers entgegenstreckt.

Wie Gottes Weisung hilft, anderen aufrichtig zu begegnen

von

Heribert Arens ofm

„Du bist ein störrisches Volk. Darum leg deinen Schmuck ab! Dann will ich sehen, was ich mit dir tun kann“ (Ex 33,5). Das sind eindeutige Worte, die Gott durch Mose seinem Volk Israel ausrichten lässt: „Leg deinen Schmuck ab!“

von

Siglinde Reck

Du willst wissen, wie ich meinen Lebensunterhalt verdiene, wie viel Geld ich auf der Bank gehortet habe, wie alt ich bin, unter welchem Sternzeichen und wo ich geboren wurde, welche Zusatzausbildung ich habe?

Ein Interview mit Inge Hönig über eine ungewöhnliche Selbsterfahrung

von

Elfriede Klauer

Wie ist es, ohne Wechselkleidung, ohne Geld und ohne Dach über dem Kopf zu leben? Das bekommt man nur heraus, wenn man es selbst ausprobiert. Davon ist Inge Hönig aus Erlangen überzeugt. Mit ihren 69 Jahren nahm sie im Juli 2015 vier Tage an einem sogenannten Straßenretreat in Nürnberg teil.

von

Wikipedia; Pfarrbriefservice.de

Obdachlosigkeit wird definiert als Zustand, in dem Menschen über keinen festen Wohnsitz verfügen und im öffentlichen Raum, im Freien oder in Notunterkünften übernachten. „Platte machen“, „schieben“ oder „auf Platte sein“ bezeichnet umgangssprachlich z. B.

Überschuldete Menschen finden hier Rat und Unterstützung

von

Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung e.V.

Überschuldung stellt eine außerordentliche Belastung für die ganze Familie dar. Es wäre falsch, nun einfach zu resignieren, Mahnungen zur Seite zu legen und den Dingen ihren Lauf zu lassen.

Einige Tipps

von

Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung e.V.

  • Das „Leben auf Pump“ scheint für viele Haushalte inzwischen ganz normal zu sein. Die Inanspruchnahme von Krediten birgt aber auch Gefahren in sich. Sollten Ihre Ausgaben höher als Ihre Einnahmen sein, verschieben Sie die Realisierung Ihres Wunsches besser auf einen späteren Zeitpunkt.

Wie es dazu kommen kann, dass die Einnahmen nicht mehr ausreichen

von

Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung e.V.

Viele Menschen in unserem Land finanzieren kurz- und langlebige Konsumgüter im Vertrauen auf ein regelmäßiges Einkommen durch die Aufnahme von Krediten vor. Die Aufnahme von kurz- oder langfristigen Krediten ist grundsätzlich unproblematisch, wenn

Filmtipp des Kath. Filmwerks: Kleingeld

Berlin: Ein leitender Bankangestellter macht es sich zur Gewohnheit, einem bettelnden Obdachlosen nach Dienstschluss ein Almosen zu geben. Aus Dankbarkeit säubert der Bettler den Wagen des Bankers. Der fühlt sich durch diese Vertraulichkeit gestört, lässt den Obdachlosen aber gewähren. Als der Banker eines Tages nur einen Hundertmarkschein in seinem Portemonnaie findet, sich daraufhin fortstiehlt und schließlich versehentlich den Obdachlosen anfährt, findet das geregelte Nebeneinander von Arm und Reich ein jähes Ende.

Deutschland, 1998, 15 Minuten
Ein Film von Marc-Andreas Bochert
Produktion: HFF "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg
empfohlen ab 12 Jahren

Erhältlich ist die DVD des Films unter http://lizenzshop.filmwerk.de/shop/detail.cfm?id=403 oder in Ihrer Medienzentrale.

Der Buchtipp: Unsichtbar – Vom Leben auf der Straße

Der Fotograf Reto Klar und die Autorin Uta Keseling führten im Februar 2014 Interviews mit den Gästen der Bahnhofsmission am Bahnhof Zoo in Berlin. Entstanden sind 52 Foto-Porträts von Menschen, die aus ganz unterschiedlichen Gründen alles im Leben verloren haben. Die Fotografien zeigen die Menschen in schwarz-weiß, auf Augenhöhe. In kurzen Statements geben die Betroffenen Auskunft über ihre Situation, ihre Ängste und Hoffnungen. In einer Reportage schildern die Autoren außerdem den Alltag in der Bahnhofsmission am Zoo, die eine der größten Einrichtungen dieser Art deutschlandweit ist. Täglich bekommen hier bis zu 600 Gäste Rat und Hilfe, Kleiderspenden und warme Mahlzeiten. Der Reinerlös aus dem Verkauf des Buches kommt den Bahnhofsmissionen in Deutschland zugute.

Reto Klar, Uta Keseling: Unsichtbar. Vom Leben auf der Straße. 52 Berliner Obdachlose im Porträt, Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude, 2014, 2. Aufl.. Hardcover, 128 Seiten, ISBN 978-3-88132-981-1, 19,80 Euro

Das Buch ist nominiert für den Deutschen Fotobuchpreis 2015

Einzelne Bilder aus dem Buch sind hier zu sehen: http://www.evangelisch.de/galerien/111819/16-01-2015/obdachlos-vom-lebe…

Auf unsichtbar.morgenpost.de zeigen die Autoren die Porträtierten in einem besonderen Videoprojekt. Außerdem gibt es aktuelle Informationen zum Projekt.

Tipps für Pfarrbriefredaktionen

Angebote in der Pfarrei

  • Engagiert sich Ihre Pfarrei für Obdachlose oder für arme Menschen? Stellen Sie die Unterstützungsangebote kurz vor. Welche Hilfe wird geboten? Wer kann sie in Anspruch nehmen? Wer ist der/die Ansprechpartner/-in? Wie sind die Kontaktdaten und ggf. die Öffnungszeiten?
  • Wer sind die Menschen hinter diesen Hilfsangeboten? Bitten Sie sie, sich, ihre Motivation und ihre Erfahrungen kurz für den Pfarrbrief vorzustellen. Oder führen Sie mit einem/einer von ihnen ein Interview.

An der Pfarrhaustür

Wenn Obdachlose am Pfarrhaus klingeln, was passiert dann? Bekommen sie Geld? Oder Essen? Gutscheine? Ist eine Zunahme an Anfragen zu beobachten? Wer klingelt? Fragen Sie nach, wie solche Fälle in Ihrer Pfarrei gehandhabt werden, ob es dafür ein Budget gibt und ob die Unterstützung von Ehrenamtlichen gefragt ist.

Umfrage

Sammeln Sie Stimmen aus Ihrer Pfarrei. Bitten Sie einige Menschen, für den Pfarrbrief den Satz zu vollenden: „Wenn ich einen Obdachlosen sehe, …“ Veröffentlichen Sie die kurzen Statements mit Angaben zur Person (Name, Alter, Beruf) und nach Möglichkeit mit Bild.

Interview

Gibt es bei Ihnen obdachlose Menschen, die immer wieder zu sehen sind? Vielleicht sind sie bereit zu einem Gespräch, das im Pfarrbrief veröffentlicht wird. Mögliche Fragen:

  • Wo werden Sie heute Nacht schlafen?
  • Was wünschen Sie sich für Ihr Leben?
  • Wenn Sie die Menschen beobachten, die an Ihnen vorbeigehen, was geht Ihnen da so durch den Kopf?
  • Brauchen Sie Hilfe und wie könnte die aussehen?

In einem Infokasten zum Interview können Sie Angaben zur Person machen, die Sie im Gespräch erfragen: Name, Alter, Geburtsort, Geburtsjahrgang, evtl. Beruf, Dauer der Obdachlosigkeit. Denken Sie auch an ein Bild.

Schuldnerberatungsstellen

Veröffentlichen Sie die Adressen und Öffnungszeiten der Schuldnerberatungsstellen in der Nähe. Sie erfährt man im Internet unter http://www.bag-sb.de/index.php?id=24 oder beim örtlichen Sozialamt.