Mit Kindern über den Tod reden

Das Schwerpunktthema für Januar 2010

am 02.10.2009 - 22:00  

Wie geht das, mit Kindern über den Tod zu reden? Wie viel darf man ihnen zumuten, welche Worte sollte man wählen? Wie ist das mit der Trauer, mit der eigenen und mit der der Kinder, die wir doch am liebsten fröhlich und unbeschwert sehen wollen? Die Autoren dieses Monatsthemas, die uns dankenswerter Weise ihre Texte zur Verfügung gestellt haben, machen Mut, das Reden vom Tod ehrlich anzugehen und behutsam zugleich. Sie ermutigen dazu, die „kleinen Tode des Alltags“ bewusst auszuhalten und mit den Kindern trauern zu lernen. Die Buchtipps für Kinder und Erwachsene weisen auf empfehlenswerte Bücher zum Thema hin.

    Bilder
    von

    Mechthild Schroeter-Rupieper

    Lukas, 5 Jahre, sagte, als sein Papa im Sterben lag: „Eigentlich verkehrt rum. Papa ist jung und muss sterben. Tante Helga ist alt und lebt noch … aber eigentlich richtig rum: Papa ist krank, Tante Helga nicht.“

    von

    Mechthild Schroeter-Rupieper

    Moritz sagt: „Wenn Gott der Bestimmer über die ganze Welt ist und bestimmt hat, dass meine Mama sterben muss, dann ist der blöd!“ Moritz ist sieben Jahre alt, als seine Mutter an Krebs stirbt. Immer häufiger konfrontiert er seinen Vater, die Großeltern, die Religionslehrerin mit seiner Aussage.

    von

    Mechthild Schroeter-Rupieper

    Ganz gleich, welches Alter, welche Behinderung oder welcher Grad einer Demenz: Jeder Mensch hat ein Recht auf ehrliche, angemessene Information! Fast alle Menschen haben die Situation schon erlebt: „Ist etwas?“, fragen wir die Mutter, weil es sich „irgendwie anders“ anfühlt.

    Ein Gespräch mit Diplom-Psychologin Gertraud Finger

    von

    Jette Lindholm, www.spielundzukunft.de

    „In der Zeit der Trauer gibt es keine richtigen oder falschen Gefühle. Trauer lässt sich nicht reglementieren. Und jede Aufforderung wie ‚Nicht weinen!’ oder ‚Nicht lachen!’ oder ‚Nicht wütend sein!’ behindert das Kind darin, seine eigenen Gefühle auszuleben. Trauer ist etwas ganz Persönliches.

    von

    Norbert Kugler

    1. Geben Sie Kindern die Chance zu lernen, wie man trauert.

    Zeigen Sie Ihre Trauer. Überspielen Sie nichts. Geben Sie ihren Kindern die Möglichkeit, Trauer an anderen und die eigene Trauer zu erleben.

    2. Lassen Sie Kinder auch über die kleinen Verluste im Leben trauern.

    Was Kinder fragen

    von

    Norbert Kugler

    Kinderfragen hängen natürlich stark von deren Alter ab. Aber eines lässt sich grundsätzlich sagen. Kinder, auch Teenager, fragen viel mehr als wir das hören (wollen) nach konkreten Dingen: Was passiert bei der Beerdigung? Wo ist der Opa jetzt? Wie sieht die Himmelspforte aus?

    Unterstützungsmöglichkeiten für trauernde Kinder

    von

    Norbert Kugler

    - Beziehen Sie die Kinder soweit als möglich ein. Eine Ausgrenzung im Umfeld eines Verlustes ist für Kinder schwer zu ertragen.

    von

    Mechthild Schroeter-Rupieper

    Wenn Ihr Kind über den anstehenden Trauerfall informiert ist, haben Sie die Möglichkeit, auf die Fragen des Kindes einzugehen. Sie können Bilder- und Sachbücher besorgen. Sie können sich, auch wenn es noch unbegreiflich ist, mit dem Abschied auseinander setzen.

    Tipps für Pfarrbriefredaktionen

    -  Fragen Sie bei Ihren Familienseelsorgern im Dekanat bzw. (Erz-)Bistum nach, an wen sich Menschen aus Ihrer Pfarrei wenden können, die Unterstützung suchen für die Begleitung von trauernden Kindern. Veröffentlichen Sie den Namen und die Kontaktadresse in Ihrem Pfarrbrief.

    - Vielleicht gibt es auch Selbsthilfegruppen für trauernde Menschen in Ihrer Nähe. Zu erfragen sind diese Gruppen möglicherweise bei der Landkreis- bzw. Stadtverwaltung oder bei den Familienberatungsstellen kirchlicher oder anderer Träger.

    "Wenn Kinder trauern": Werkblatt der Katholischen Landvolkbewegung Deutschlands

    Kinder sind offen. Sie sind neugierig. Sie fragen nach allem. Die wohl am schwersten zu beantwortenden Kinderfragen sind die über den Tod. Und gerade diese lösen bei den Erwachsenen Befangenheit aus. Wie sollen sie das erklären, was sie selbst nicht verstehen? Wie Kindern beistehen, wenn sie selbst unsicher sind im Umgang mit Tod und Trauer? Das Werkblatt der Katholischen Landvolkbewegung Deutschlands „Wenn Kinder trauern“ will Eltern Sicherheit, Mut und konkrete Tipps geben, mit Tod und Trauer so umzugehen, dass sie den Verlust für sich und gemeinsam mit ihren Kindern aushalten. Norbert Kugler, Leiter der Kontaktstelle Trauerbegleitung der Diözese Augsburg hat in Zusammenarbeit mit dem „Bunten Kreis“ Augsburg, Kontaktstelle für trauernde Eltern und Geschwister, diese Hilfe geschrieben für alle, die mit ihren Kindern um den Verlust eines geliebten Menschen trauern.

    Die Broschüre kann online bestellt werden unter http://www.werkblaetter.de oder telefonisch unter Tel. 02224/71031.

    Buchtipps des Borromäusvereins für Erwachsene

    Mechthild Schroeter-Rupieper: Für immer anders. Das Hausbuch für Familien in Zeiten der Trauer und des Abschieds. Schwabenverlag, 2009. ISBN 9783796614569. 24.90 Euro.

    Trauer kann man nicht schönreden, nicht wegreden. Sie geht nur vorbei, indem man trauert. Dabei wird deutlich: Es wird nicht mehr so, wie es einmal war, aber es kann anders gut werden. Um das leben zu können, brauchen gerade Familien eine Möglichkeit, gemeinsam mit Verlust, Abschied und Tod umgehen zu lernen und auch einen Ausdruck dafür zu finden. In diesem Hausbuch der Trauer finden sich daher Anregungen, miteinander ins Gespräch zu kommen, damit Eltern ihre Kinder und Kinder ihre Eltern in ihrer je eigenen Trauer und Trauerreaktion verstehen können. Zudem bietet es Ideen für Eltern und Kinder, die Trauer gemeinsam zu feiern und zu gestalten, zum Beispiel die Feste im Jahreskreis oder auch den Sterbetag, aber auch in anderen Verlust- oder Abschiedssituationen wie bei einer Scheidung oder beim Tod eines geliebten Haustiers. Das Buch ist außerdem für Lehrer, Erzieher, Seelsorger und Pflegende in Krankenhäusern geeignet, die sich über die Trauerreaktionen in Familien informieren und ihnen Hilfe anbieten möchten.

    zur Ansicht und Bestellung bei borro medien gmbh

    Albert Biesinger, Edeltraud Gaus, Ralf Gaus: Warum müssen wir sterben? Wenn Kinder mehr wissen wollen. Herder, Freiburg, 2008. ISBN 9783451321764, 9,95 Euro

    Warum kommt man überhaupt auf die Welt, wenn man eh wieder sterben muss? Wie kann es sein, dass der Opa im Grab ist und trotzdem weiterlebt? Mama, wie sieht der Himmel aus? Warum wirft man Erde auf den Sarg und die schönen Blumen? - Kinder fragen sehr direkt und ihre Gedankengänge, gerade bei einem so schwierigen Thema wie Sterben und Tod, bringen Erwachsene oft in Verlegenheit. Dieses schmale Bändchen nimmt solche Kinderfragen auf, bietet Erwachsenen glaubwürdige und praktikable Antwortmöglichkeiten im christlichen Horizont. Gleichzeitig zeigt es kleine Rituale und Symbolhandlungen, mit denen Kinder in dieser Situation begleitet werden können. Auch wird auf andere Veröffentlichungen hingewiesen und deren Vorzüge herausgestellt. - Bereits für kleine Büchereien eine lohnende Anschaffung für die Elternbibliothek. (Astrid Frey, Borromäusverein)

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    Edda Reschke: Gemeinsam trauern. Ideen für Familie, Kindergarten und Grundschule. Lahn, 2008. ISBN 9783784034300; 6,90 Euro

    Hilflosigkeit ist wohl das beherrschende Gefühl, wenn man als erwachsene Bezugsperson mit der Trauer eines Kindes konfrontiert wird. Wie erklärt man Tod und Vergänglichkeit? Sehr praxisorientiert nimmt einen hier das schmale Büchlein an die Hand und führt zunächst durch sehr gute Hintergrundinformationen zur Kernfrage: Was brauchen trauernde Kinder? Hier zeigt der sehr ausführliche kreative Hauptteil anschaulich verschiedenste Möglichkeiten auf, wie Kinder durch Malen und Basteln ihren Gefühlen nachspüren können. Der Bezug zu einem akuten Trauerfall ist hier nicht unbedingt gegeben, die Tipps sollen vielmehr die problematischen Themen im Kinderalltag bereits vorbeugend integrieren helfen. Eher für den Krisenfall ist das folgende Kapitel "Rituale" bestimmt. Auch hier ist die Kreativität der Kinder gefragt - und wichtig für die Trauerbewältigung. Zwei (leider eher zu) kurze Kapitel zu Trauergedenktagen und ihrer kindgerechten Gestaltung sowie zum Thema "Mit Märchen trauern" schließen das sehr empfehlenswerte Praxisbuch ab. (Susanne Elsner, Borromäusverein)

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    Weitere Buchempfehlungen für Ihren Pfarrbrief finden Sie bei borro medien gmbh unter http://www.medienprofile.de/articles/article/sterben_tod_trauer_2009/.

    Buchtipps des Borromäusvereins für Jugendliche

    Jenny Downham: Bevor ich sterbe. CBJ, 2008, ab 12 Jahre. ISBN 9783570160022; 17,95 Euro.

    Die Ärzte machen der 16-jährigen Tessa wenig Hoffnung. Ihr Kampf gegen die Leukämie scheint nach vier Jahren verloren. Doch Tessa will nicht einfach verschwinden, sie will leben wenigstens in der Zeit, die ihr noch bleibt. Auf die Wand in ihrem Zimmer schreibt sie, was sie noch tun will, bevor sie stirbt: einen Tag nur ja sagen, Drogen nehmen, einen Tag lang berühmt sein, etwas Verbotenes tun, einmal Sex haben. Als Adam auftaucht, ist Sex plötzlich mehr als ein Punkt auf ihrer Liste. Doch darf man lieben, wenn man stirbt? Tessa erzählt die Geschichte ihres Todes mit unglaublicher Courage, Ehrlichkeit und voller Hoffnung. Ihr glauben wir, dass Liebe selbst das Sterben verändert. Eine einzigartige Geschichte über den Tod und die Liebe - ungeschminkt und voller Hoffnung. Jenny Downham hat als Schauspielerin in einer freien Theatergruppe gearbeitet, bevor sie anfing zu schreiben. Sie lebt mit ihren beiden Söhnen in London.

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    Gerda van Erkel: Der salzige Kuss. Rowohlt TB., 2008, ab 14 Jahre. ISBN 9783499214264; 8,95 Euro.

    Nein, süß sind Nienkes Küsse wirklich nicht: Sie hat Mukoviszidose in einer sehr aggressiven Form, so dass sie früh sterben muss. Und Kobe, ihr Freund, geht diesen Weg mit ihr. Beide leben in einem Sanatorium für Kinder und Jugendliche, die entweder an Mukoviszidose oder massivem Übergewicht leiden. Und Kobe hat es fast geschafft, während Steffi, die ebenfalls an Übergewicht leidet, noch ganz am Anfang ihrer Therapie steht. - Aus der Sicht dieser drei Jugendlichen wird von einer kurzen Lebens- und Sterbezeit erzählt, auch durch das Schriftbild klar voneinander abgegrenzt. Sie berichten vom Alltag im Sanatorium, von den Problemen in und mit ihren Familien, von ihrer Liebe und vom Abschiednehmen. Berührend und authentisch nimmt die Autorin ihre Figuren - und die Leser - an der Hand und führt sie durch das Sterben. - Ein ganz besonderes Buch für Leser/innen ab 14 Jahren, die die Auseinandersetzung mit Leid nicht scheuen. (Astrid Frey, Borromäusverein)

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    Sally Nicholls: Wie man unsterblich wird. Jede Minute zählt. Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2009. Hanser, 2008, ab 11 Jahre. ISBN 9783446230477; 12,90 Euro.

    Sam ist elf Jahre alt und will am liebsten ein berühmter Forscher werden. Doch Sam hat Leukämie und nur noch kurze Zeit zu leben. Auf Anregung seiner Lehrerin hin fängt er an, über sich zu schreiben. So entsteht ein Buch mit Alltagsgeschichten, "Forschungsberichten" und Reflexionen, denn es gibt viele Fragen, die ihm niemand beantworten kann oder will: Wieso lässt Gott Kinder krank werden? Tut Sterben weh? Wohin geht man, wenn man gestorben ist? Aber Sam braucht eine Antwort, denn er wird bald sterben. Eine seiner Listen zählt Dinge auf, die er gern noch tun möchte. Vieles erscheint unmöglich oder verrückt, aber er schafft es, seine Wünsche Wirklichkeit werden zu lassen. - Der Debütroman der jungen Autorin (geb. 1983), bereits mit großen Kinderliteraturpreisen ausgezeichnet, besticht durch die Leichtigkeit und Wahrhaftigkeit, mit der diesem schweren Thema eine kindgemäße Form gegeben wurde. Als Leser/in wird man lachen und weinen und vielleicht selbst ein Stück wachsen, wie die Erwachsenen des Buches, für die Sam eine Brücke baut. Wie kann Gott das zulassen? Sam ist wütend und verzweifelt und kann doch voller Hoffnung sterben, ohne eine Antwort erhalten zu haben. - Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene sollten dieses herzerwärmende Buch unbedingt lesen! (Astrid Frey, Borromäusverein)

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    Weitere Buchempfehlungen für Ihren Pfarrbrief finden Sie bei borro medien gmbh unter http://www.medienprofile.de/articles/article/sterben_tod_trauer_2009/.

    Buchtipps des Borromäusvereins für Kinder

    Ulf Nilsson, Eva Eriksson: Die besten Beerdigungen der Welt. Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2007, Kategorie Kinderbuch. MORITZ Verlag, 2007, ISBN 9783895651748, 12,80 Euro. empfohlen ab 5 Jahre.

    Drei Kinder schieben Langeweile. Als Ester eine tote Hummel findet, ist der Tag gerettet, sie spielen Beerdigung. In ihrem Geheimversteck, einer Lichtung im Wald, wird die Hummel in einem aufwändigen Ritual zu Grabe getragen. Aus dieser Beerdigung entwickelt sich ein Unternehmen, bei dem die Kinder sich auf die Suche nach anderen toten Tieren machen, um ihnen ein würdiges Begräbnis - inklusive ewiger Grabpflege - zukommen zu lassen. Der tote Hamster der Nachbarin, ein alter Hahn, die Mäuse aus Omas Mausefalle und als Krönung ein überfahrener Hase werden der Erde übergeben, mit zunehmender Professionalität und begleitet von den hinreißend komischen Gedichten des etwa fünfjährigen Ich-Erzählers. Erst am Ende, als sie dem Sterben einer gegen ein Fenster geflogenen Amsel zusehen müssen, bekommt der Tod eine begreifbare Dimension, und ihre Beerdigung wird besonders feierlich. - Darf man in einem Bilderbuch über den Tod herzhaft lachen? Man darf, wenn man wie das altbewährte schwedische Autorenteam Nilsson/Eriksson so unverkrampft an dieses Thema herangeht. Der recht umfangreiche Text ist konsequent aus der Sicht des kleinen Jungen erzählt, mit allen Gefühlen, Ängsten und kindlichem Eifer und ist gerade dadurch für Kinder gut nachvollziehbar. Die wunderbar kindgerechten Illustrationen von Eva Eriksson drücken die ganze Bandbreite der Emotionen aus, denen die Kinder bei ihrem Tun unterworfen sind. Wenn auch der religiöse Aspekt des Themas nur ganz am Rande gestreift wird, so ist dieser Titel dennoch außerordentlich gut geeignet, Kindern dieses ernste Thema auf federleichte Art nahe zu bringen. Ausdrücklich empfohlen! (Beate Mainka, Borromäusverein)

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    Heike Gätjen: Wie ist das mit dem Tod? Die Reportage für Kinder und alle, die es wissen wollen. Reihe: Willi will’s wissen. Baumhaus Medien, 2007, ISBN 9783833927096, 9,90 Euro

    Mit Reporter Willi geht die Autorin gleich in "medias res": Das Thema sei nicht lustig und manche Frage würde immer ein Geheimnis bleiben. In Interviews wird die kleine Franziska gefragt, wie sie als Fünfjährige den Tod ihrer Oma Elisabeth erlebt habe. Die 93-jährige Oma Katharina erzählt, wie sie sich das nicht mehr ferne Sterben vorstellt. Sachliche Gespräche mit einem Arzt, mit einem Bestatter über praktische Dinge, die mit der Beerdigung zusammenhängen, Formen des Abschiednehmens und Rituale anderer Völker und Religionen sowie über den Umgang mit der Trauer im Gespräch mit einem christlichen Seelsorger erzählen in einfacher, klarer, lebendiger und pietätvoller Sprache alles Wichtige, was Kinder beim Tod eines nahen Angehörigen oder Freundes bewegt. Der dreispaltig gesetzte Text der einzelnen Kapitel wird durch Fotos oder zusätzliche kleingedruckte Informationen auf farbigem Grund aufgelockert. So ist z.B. das Grab von Elvis Presley mit der großen Christusfigur abgebildet. - Der Band behandelt umfassend und ansprechend aufgemacht das so wichtige Thema, das in der Öffentlichkeit weitgehend verdrängt wird. Es ist für Kinder sicher interessant und hilfreich, eignet sich aber auch für Erwachsene als Handhabe, Kinder behutsam und ehrlich mit dem schwierigen Thema vertraut zu machen. (Erika Lipok, Borromäusverein)

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    Inger Hermann, Sabine Waldmann-Brun: Und wer baut den Hasenstall, wenn Opa stirbt? Sauerländer, 2009. ISBN 9783794173013; 12,90 Euro.

    Der 6-jährige Jan erlebt, wie sich der Gesundheitszustand des Großvaters zunehmend verschlechtert, bis er schließlich in ein Hospiz kommt und stirbt. Der Leser erfährt von den unterschiedlichen, zum Teil widersprüchlichen Gefühlen und Reaktionen, die Sterben und Tod eines nahe stehenden Menschen auslösen können, wobei es selbst Erwachsenen nicht immer leicht fällt, mit dem Tod angemessen umzugehen. Drei grundlegende Ansätze zur Bewältigung von Tod und Trauer werden vorgestellt: Dies ist zum einen der Glaube des Großvaters, dass in jedem Menschen das Gotteslicht leuchtet, das nicht stirbt. Mit Jan erfahren die Leser zum anderen: Nähe und Liebe des Verstorbenen bleiben auch nach dem Tod bestehen und spürbar. Drittens endet das Buch mit der hoffnungsvollen Aussage, dass das Leben trotz allen Leids lebenswert bleibt und der Blick deshalb auch nach vorne gerichtet und die Zukunft gestaltet werden soll. Die sehr einfühlsamen, auf Schlüsselszenen sich konzentrierenden Illustrationen fangen die jeweiligen Stimmungen gut ein und lassen Raum für die eigene Imagination. Ein Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie einschließlich der Palliativmedizin leistet in einem Wort an die Erwachsenen psychologisch fundierte Begleitinformationen zur Lektüre. - Die wichtige Thematik und deren gelungene Aufbereitung machen dieses Buch sehr empfehlenswert. (Josef Braun, Borromäusverein)

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    Maggie Schneider: Opa Meume und ich. Tulipan, 2008. ISBN 9783939944164; 12,90 Euro.

    Emma, deren Eltern beide viel arbeiten und ganz offensichtlich hauptsächlich mit sich selbst beschäftigt sind, ist ein gerngesehener Gast beim alten Ehepaar Meume, das in der Wohnung über Emma wohnt. Wenn Vater und Mutter mal wieder nicht da sind, verlebt das Mädchen viele Stunden bei den Meumes, wird bekocht, macht die Hausaufgaben und erlebt dabei eine liebevolle und sehr harmonische Beziehung. Doch eines Tages ist Oma Meume tot und von da an ist nichts mehr, wie es war. Opa Meume wird depressiv, trauert unendlich, lässt sich und die Wohnung immer mehr verwahrlosen und hat auch für Emma kaum mehr ein Wort. Die will den schlimmen Zustand ihres Freundes nicht akzeptieren und denkt sich allerlei Tricks aus, um den alten Mann immer mal wieder zu besuchen. Mit ihrer tatkräftigen Hilfe und in den vielen intensiven Gesprächen mit dem sensiblen und warmherzigen Mädchen findet er für eine kurze Zeit noch einmal ins Leben zurück. Emmas ungeduldige Eltern sind wenig begeistert von ihrem zeitintensiven Engagement für den alten Mann, für den sie lieber einen Pflegedienst engagieren. Doch Emma lässt sich von dieser fehlenden Anteilnahme nicht beirren und lässt ihren Opa Meume bis zu seinem Tod nicht im Stich. - Die 1965 geborene Autorin erzählt in ihrem ersten Kinderbuch eine nachdenkenswerte, trotz aller Trauer sehr hoffnungsvolle Geschichte von einem ungewöhnlich mutigen kleinen Mädchen, das sich seine Nächstenliebe durch keinen noch so pragmatischen Einwand der Erwachsenen ausreden lassen will. Die durch die Ich-Perspektive sehr authentisch wirkende Geschichte mit den wunderbar ausdrucksstarken Illustrationen von Jacky Gleich wird kleine Leser ab 8 Jahren sehr anrühren und beschäftigen. Ein ganz besonderes und vielschichtiges Buch, das man auch vielen Eltern empfehlen möchte, weil es zum Miteinanderreden über die wichtigen Dinge im Leben ermutigt. (Angelika Rockenbach, Borromäusverein)

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    Weitere Buchempfehlungen für Ihren Pfarrbrief finden Sie bei borro medien gmbh unter http://www.medienprofile.de/articles/article/sterben_tod_trauer_2009/.

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