Die Kraft der Stille

Das Schwerpunktthema für Januar 2023

von Elfriede Klauer am 09/28/2022 - 08:22  

Was kann gut daran sein, den Radio auszudrehen, den Fernseher abzustellen, das Handy beiseite zu legen? Einfach da zu sein, für ein paar Minuten still zu werden, innezuhalten im alltäglichen Getriebe? Die Autorinnen und Autoren dieses Schwerpunktthemas machen Mut, es auszuprobieren. Von einem Gefühl der Zeitlosigkeit berichten sie, von intensiven Momenten, einem Verbundensein mit Allem, einem Ort der Kraft und des inneren Friedens. Der einem hilft, bei sich selbst anzukommen.

Einige Texte und Links stellen Initiativen für mehr Stille vor, so beispielsweise die „Stillen Stunden“ im Supermarkt, die „Woche der Stille“ in einigen Städten und Regionen Deutschlands, die Mitmachaktion „Stille schenken“ aus Österreich und die Website „1000 Orte der Stille“. Unter dem Reiter „Tipps“ finden Sie Ideen, wie Sie das Thema mit lokalen Geschichten in Ihrem Pfarrbrief anreichern können.

    Bilder

    Einige Städte in Deutschland bieten dafür eigene Wochen – Ein Interview mit der Karlsruher Koordinatorin Barbara Fank-Landkammer

    von

    Elfriede Klauer

    Karlsruhe, Freiburg, Trier, das Saarland, Konstanz, Frankfurt, Wiesbaden, Oldenburg – diese Städte und Regionen verbindet das Angebot einer sogenannten Woche der Stille einmal im Jahr.

    P. Norbert Cuypers SVD lebt als „Hüter der Stille“ in einer Einsiedelei im Sauerland

    von

    P. Norbert Cuypers SVD, Quelle: Katholische Hörfunkarbeit für Deutschlandradio, Bonn, www.katholische-hörfunkarbeit.de

    Als Ordensmann lebte ich über Jahrzehnte hinweg in den unterschiedlichsten Gemeinschaftsformen: mal mit 80 Brüdern aus aller Herren Länder in einem sogenannten ‚Missionshaus‘, ein andermal zu viert in einer Kleingemeinschaft in der Großstadt.

    Cornelia Napierski sieht eine Gegenbewegung zur Reizüberflutung unserer Zeit

    von

    Cornelia Napierski, www.spurensuche.info

    Stille … seltenes Phänomen … Luxusgut unserer Gesellschaft. Täglich sind wir einer ständigen visuellen und akustischen Reizüberflutung ausgesetzt, die jegliche Sensibilität erstickt.

    von

    Heike Bulle, www.spurensuche.info

    Sie sind selten geworden.
    Diese besonderen Momente.
    Und ich habe es lange gar nicht bemerkt.
    Bis es plötzlich geschah:
    Nichts.
    Wow!
    Nichts. Einfach nichts.
    Stille.
    Keine unheimliche Totenstille.
    Wunder-volle Stille.

    von

    Elfriede Klauer

    Es gibt Menschen, für die sind Hintergrundmusik, ständige Werbedurchsagen und das helle Licht in den Supermärkten einfach zu viel.

    von

    Gisela Baltes, www.impulstexte.de

    den Weg nach innen
    suchen

    mir selbst
    auf den Grund gehen

    Stille
    zulassen

    in mich
    hineinhören

    mich meiner Träume
    erinnern

    meine schöpferische Kraft
    spüren

    mich auf meine Stärke
    verlassen

    Die Erfahrung von Stille gleicht einer Reise zu sich selbst

    von

    Stanislaus Klemm

    In einer alten überlieferten Geschichte kann man noch den Wert dessen, was wir „Stille“ nennen, schätzen lernen. Dort wird von einem Mönch berichtet, der drei dürstende Wanderer bittet, aus seinem Brunnen Wasser zu schöpfen, was diese auch sofort und sehr übereilt taten.

    Der Buchtipp

    von

    Elfriede Klauer

    Was ist Stille? Dass es darauf sehr unterschiedliche und sehr individuelle Antworten gibt, zeigt das Buch „Stille ist“ von Manu Theobald. Die renommierte Münchner Fotografin lässt darin 25 Frauen und Männer aus Europa, Asien, Amerika und Australien von ihrem Erleben von Stille erzählen.

    von

    Gaby Bessen

    Wenn zu viel Last auf unseren Schultern liegt
    und sie uns in die Knie zwingt,
    wenn der Kopf, voll von Gedanken, platzen möchte,
    wenn Sehnsucht nach Stille übermäßig wird,
    wenn Kräfte schwinden, aber noch so viel geplant ist,

    von

    Gisela Baltes, www.impulstexte.de

    Stille sammeln.
    Schweigen.
    Die Einsamkeit suchen.
    Zeiten der Stille einplanen.
    Orte der Ruhe aufsuchen.

    von

    Peter Schott

    Dreh dein Leben
    manchmal leiser –
    durch die Stille
    wirst du weiser.

    Peter Schott, In: Pfarrbriefservice.de

    von

    Stanislaus Klemm

    Verborgen
    ja – verschlossen scheint
    die stille Welt:

    von

    Klaus Jäkel

    der
    Mensch oft
    seine Arbeitsstunden
    Runden um Runden
    leise oder laut sich
    win-win um die
    Ohren haut

    und
    meist erst
    dank des Urlaubs
    oder mit des Feierabends
    Brille – er sich neu entdeckt
    im Lebens-Hauch

    – und weiter

    von

    Klaus Jäkel

    dabei
    lasse ich mich gehen
    lasse ich mich suchen
    lasse ich mich finden

    in der tiefsten Tiefe
    von mir selbst
    – in meiner Mitte

    dort
    wo alles leer ist und still
    ich nichts mehr weiß und will

    Tipps für Pfarrbriefredaktionen

    Angebote der Stille vorstellen

    Welche Angebote, Stille zu erleben, gibt es in Ihren Pfarreien? Stellen Sie sie vor: Was erwartet die Besucher, wann, wie oft und wo findet es statt, wer veranstaltet?

    Über die reinen Informationen hinaus wirkt es einladender, wenn Menschen zu Wort kommen:
    Bitten Sie den oder die Verantwortliche, über die Veranstaltung zu schreiben. Oder laden Sie sie zu einem kleinen Interview ein. Mögliche Fragen:

    • Was motiviert Sie, dieses Angebot zu machen?
    • Was sind Ihre Erfahrungen?
    • Was bedeutet Stille für Sie persönlich?

    Vielleicht kennen Sie Teilnehmer/Teilnehmerinnen, die bereit wären, über ihre Eindrücke und Erfahrungen im Pfarrbrief zu berichten.

    Zeigen Sie die Menschen, die etwas schreiben oder interviewt werden, mit Bild.

    Kleine Umfrage

    Bitten Sie verschiedene Menschen aus Ihren Pfarreien, den Satz „Stille ist für mich …“ zu vervollständigen. Veröffentlichen Sie die kurzen Statements mit Namen, Alter, ggf. Beruf und jeweils einem Bild.

    Erfahrungen mit Stille

    Wer in Ihren Pfarreien hat einen besonderen Zugang zur Stille? Bei wem ist die Stille vielleicht Teil des Berufs? Förster, Klavierstimmerinnen, Hörakustiker, Seelsorgerinnen, Büchereimitarbeiter, Künstlerinnen oder Bestatter könnten ihre Erfahrungen mit Stille im Pfarrbrief schildern. Oder auch Menschen in bestimmten Lebenssituationen, Eltern mit kleinen Kindern etwa, die sich Stilleoasen bewusst suchen, oder Alleinlebende, für die Stille möglicherweise eine größere Rolle spielt. Vielleicht findet sich unter ihnen jemand, der bereit wäre, über seine Erfahrungen mit der Stille zu schreiben.

    Stille im Gottesdienst

    Plötzlich hört der Pfarrer auf zu sprechen und setzt sich schweigend für einige Zeit auf seinen Stuhl. Stille Zeiten gehören zu einem Gottesdienst dazu. Warum ist das so? Bitten Sie einen Seelsorger/ eine Seelsorgerin, die stillen Zeiten im Gottesdienst zu erklären.

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