Ordensschwester aus Nigeria 4

Frauen für Frieden und Verständigung zwischen Christentum und Islam 11

Peter Weidemann

  18.10.2021  

Das Foto zeigt die gefalteten Hände von Schwester Veronica Onyeanisi, Hauptgeschäftsführerin des Women’s Interfaith Council (WIC). Die Frauen-Organisation setzt sich für Frieden und Verständigung zwischen Christ*innen und Muslim*innen in Nigeria ein und erhält dafür 2021 den Aachener Friedenspreis. Das Foto entstand bei einem Besuch im Bistum Erfurt innerhalb der Jahreskampagne des katholischen Hilfswerkes „Missio“ 2021.

Auszug aus der Pressemitteilung zum Aachener Friedenspreis 2021 vom 21.9.2021 (https://www.aachener-friedenspreis.de/aachener-friedenspreis-2021-fuer-…)

„[…] Sie wollen nicht länger Opfer sein. Das Women’s Interfaith Council (WIC) setzt sich seit 2010 in der Krisenregion Kaduna für ein gewaltfreies Zusammenleben zwischen Christ*innen und Muslim*innen ein. Viele der Frauen sind Witwen, die mitansehen mussten, wie ihre Ehemänner und Kinder ermordet wurden. Gemeinsam wollen sie den Teufelskreis der Gewalt durchbrechen. Gezielt wenden sie sich gegen den Missbrauch ihrer Religion für politische Zwecke und fordern Mitsprache bei Entscheidungsprozessen in ihren männer#dominierten Gemeinschaften. ‘Weder das Christentum noch der Islam unterstützen, dass Gläubige getötet, entmenschlicht oder erniedrigt werden. Wir haben gemeinsame Werte. Sie alle führen uns zum Frieden’, sagt Amina Kazaure, [damalige] Leiterin des Gesamtprogramms.
Nach Anschlägen auf Dorfgemeinschaften oder Einzelpersonen suchen christliche und muslimische Frauen des Women’s Interfaith Council, (WIC) Betroffene auf und kümmern sich um die Opfer. Sie leisten emotionalen Beistand und organisieren mit ihren begrenzten Mitteln Hilfe. Neben diesen Einsätzen vor Ort organisiert WIC jedes Jahr ein umfangreiches Workshop-Programm für Frauen, Jugendliche und Religionsführer, um präventiv Gewalt zu verhindern. Themen sind Friedensbildung, Konfliktanalyse und -transformation, genauso wie interreligiöse Verständigung.
Seit mehr als vier Jahrzehnten entladen sich im Bundesstaat Kaduna in der nördlichen Mitte Nigerias immer wieder gewaltsame ethnisch-religiöse Konflikte. Tausende Menschen sind bereits dabei gestorben. Kaduna ist heute eine geteilte Stadt bzw. ein geteilter Bundesstaat: Christ*innen leben in den Vierteln im Süden, Muslim*innen im Norden. Die Gewalt hat das einst gute Verhältnis zwischen den beiden Religionsgemeinschaften schwer beschädigt. Ursächlich geht es bei den Zusammenstößen meist um Ressourcen, aber auch um politische Macht und die Wahrung von Privilegien. Die zunehmende Klimaerwärmung verschärft Konflikte um Ackerland und Weideflächen zwischen Bauern und nomadischen Viehhirten. Hinzu kommt das rasante Bevölkerungswachstum des jetzt schon bevölkerungsreichsten Landes Afrikas. […]
Das WIC entstand im Jahr 2010 auf Initiative der irischen Ordensfrau Kathleen McGarvey. Sie wollte gemeinsam mit den Frauen in Kaduna die tiefen Gräben zwischen den Gemeinschaften überwinden, wofür sich einflussreiche Frauen beider Religionen begeistern ließen. Heute besteht die von Laiinnen getragene Initiative aus 23 christlichen und muslimischen Frauenverbänden mit insgesamt rund 12.650 Frauen. […] Das WIC ist eine Nichtregierungsorganisation, wird finanziell von der ‘King Abdullah bin Abdulaziz International Centre for Interreligious and Intercultural Dialogue’ (KAICIID) sowie dem katholischen Hilfswerk ‘missio Aachen e.V.’ unterstützt und ist mit zahlreichen Friedensorganisationen vernetzt. […]“

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Image: Peter Weidemann
In: Pfarrbriefservice.de