Ein Interview mit Yvonne Küpper - Reiseexpertin bei fairaway.de

Ronja Goj
26.03.2019 - 05:55

Fairaway.de – eine Onlinereiseplattform, die nachhaltige Reisen nach Südamerika, Mittelamerika, Afrika und Asien anbietet. Sie sind maßgeschneidert und auf die Bedürfnisse und Wünsche der Reisenden angepasst. Yvonne Küpper ist Reiseexpertin bei fairaway.de. Ein Gespräch mit ihr über Verantwortung, effiziente Kochöfen in Ghana und eine Familienpension in Kuba.

„Die Welt durch Reisen zu einem schöneren Ort machen“ – Das ist die Mission von fairaway.de. Wie gelingt Ihnen das?

Yvonee Küpper: Alle Reisen sind nachhaltig gestaltet, so dass die lokale Bevölkerung davon profitiert.

Sie arbeiten zum Beispiel mit „local guides“, lokalen Reiseexperten zusammen.

Das bedeutet, dass in jedem Land ein einheimischer Reiseexperte wohnt. Er berät unsere Kunden bereits vor ihrer Reise. Denn er kann eine Reise viel besser organisieren und Insiderwissen an die Reisenden weitergeben. Kleine Details oder Kniffe, die man weiß, wenn man irgendwo wohnt. Tipps zum Beispiel Tipps, an welche Orte die Reisenden am besten gehen und welche sie lieber vermeiden sollten.

Haben die Reisenden auch vor Ort Kontakt mit der lokalen Bevölkerung?

Ja, sei es in Kochkursen, in der Familienpension oder bei Homestays.

Und kommt das Geld der Touristen bei den Einheimischen an?

Reisende können in Kuba zum Beispiel bei den Einheimischen zu Hause übernachten und mit ihnen zu Abend essen. So wird lokales Einkommen wird generiert und die Bevölkerung profitiert vom Tourismus.

Zusätzlich unterstützen Sie Projekte. „Unser Engagement“ heißt eine Rubrik auf Ihrer Internetseite.

Wir unterstützen pro Land verschiedene Projekte mit unseren Reisenden und den lokalen Experten. Wir haben in Peru das Hotel „Ninos“, das ist in Cusco. Das wird von einer Stiftung betrieben, die sich um Waisenkinder kümmert. Der Gewinn wird an die Stiftung gespendet.

Kulturelle und soziale Nachhaltigkeit sind wichtig. Welche Rolle spielt Nachhaltigkeit in der Umwelt?

Vor fünf Jahren entwickelten die Gründer in den Niederlanden die Internetseite „Betterplaces“. Sie haben sehr lange in der Tourismusindustrie gearbeitet und waren frustriert, dass die Nachhaltigkeit stiefmütterlich behandelt wurde. Das wollten sie ändern. Vor drei Jahren kam das Portal nach Deutschland. Hier heißt es „fairaway“. Und mit „betterplaces travel“ sind wir auch für englischsprachige Länder aufgestellt.

Warum ist Ihnen die Nachhaltigkeit so wichtig? Ist das ein gutes Verkaufskonzept?

Es ist zwar schön, fremde Länder kennenzulernen, rauszukommen und andere Leute zu treffen, aber die Umwelt ist in Gefahr. Der Klimawandel ist jetzt hier! Wir müssen etwas dagegen tun. Am nachhaltigsten wäre es, wenn wir mit einem Fahrrad vor der Haustüre ein bisschen die Gegend erkunden. Aber nichts desto trotz wollen wir nicht ganz auf das Reisen verzichten. Darum möchten wir uns dafür einsetzen, dass man mit gutem Gewissen Reisen kann. Soweit es geht.

Kann das überhaupt funktionieren?

Ja, das bedeutet zum Beispiel, dass die CO2 Emission, die bei einem Langstreckenflug verbraucht werden, kompensiert werden. Das ist momentan ein Teil der Lösung, zumindest so lange es noch keine solarbetriebenen Flugzeuge gibt (lacht).

Auf Ihrer Internetseite schreiben Sie davon, dass Sie die CO2-Emissionen der kompletten Reise Ihrer Kunden kompensieren.

Genau. Wir machen das für alle Reisenden persé auf Unternehmensbasis. Unser Geschäftsmodell ist: Wir bieten diese Fernreisen an, dann müssen wir die Verantwortung auch tragen. Darum arbeiten wir mit einem Projekt in Ghana zusammen. Dort werden effiziente Kochöfen produziert, sodass CO2 Emissionen verringert werden.

klimakollekte, atmosfair: Jeder spricht momentan von CO2 Emission. Aber wie sieht es mit der Nachhaltigkeit in den Urlaubsregionen aus?

Wir arbeiten sehr intensiv mit unseren lokalen Ansprechpartnern zusammen und versuchen die Situation vor Ort besser zu machen und zum Beispiel keinen Müll zu hinterlassen, um die Umwelt, die Natur, die Tiere zu schützen.

In Deutschland können die Menschen Wasser in Glasflaschen kaufen oder aus der Leitung trinken. Im Ausland ist das oft nicht möglich. Die Alternative: Plastikflaschen!

Plastik ist weltweit ein sehr großes Problem. Darum stellen wir unseren Guides Wasserfilter zur Verfügung, die sie auf Touren mitnehmen können, um das Wasser von größeren Wasserkanistern zu filtern. Wir animieren die lokalen Ansprechpartner auch in Hotels zu gehen und das Thema anzusprechen, damit keine Einwegplastikflaschen in den Zimmern bereitgestellt werden. Wir haben das Ziel, dass wir unsere Reisen bis 2020 (Einweg-) plastikfrei anbieten möchten.

Das klingt sehr gut. Aber können sich die Kunden auf all Ihre Versprechen verlassen?

Intern haben wir haben einen Verhaltenskodex und Nachhaltigkeitskriterien, die jeder unterzeichnen muss, bevor er mit uns zusammenarbeitet. Außerdem sind wir „TourCert“ gecheckt. Das ist ein Zertifikatsystem in Deutschland. Und unsere Partner unterstützen wir dabei „Travelife“ zertifiziert zu werden. Das ist ein internationales Zertifizierungssystem. Die Zertifizierung ist teuer und anstrengend. Man muss viele Zahlen erheben und da bekommen die Reiseexperten von uns ein Coaching und eine finanzielle Unterstützung. Es ist uns sehr wichtig, dass regelmäßig eine Prüfung von externen Stellen stattfindet.

Aber die Reisenden können nicht die ganze Verantwortung auf den Reiseveranstalter abschieben. Sie müssen selbst etwas tun.

Wenn Sie eine Reise nachhaltig gestalten wollen, dann verreisen Sie zwei bis drei Wochen. Von dieser Reise haben alle mehr, weil sie entspannter ist. Und überlegen Sie sich, ob es wirklich eine Kurzreise sein muss. Nehmen Sie einen Jutebeutel mit und packen Sie die auffüllbare Trinkflasche ein.

von: Ronja Goj, In: Pfarrbriefservice.de

Weitere Materialien: 

© Fairaway Travel GmbH

Reise mit Fairaway

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Logo Fairaway

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Erlebis mit fairaway

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In der Wüste Marokkos

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Text: Ronja Goj
In: Pfarrbriefservice.de