Wie sich Freundschaften durch Corona verändern

Eine Jugendliche erzählt

„Mit Leuten, mit denen ich generell wenig Kontakt hatte, ist die Freundschaft in der Corona-Pandemie kaputt gegangen. Wir haben uns aus den Augen verloren oder es war nicht mehr so gut, wie es vor der Pandemie war. Aber ich finde das gut, weil du merkst, wie tief die Freundschaften, wie echt sie waren. 

Wir haben Bekannte in Island. Die Tochter ist in meinem Alter. Wir hatten nie etwas zu reden, auch weil es mit der Sprache schwierig war. Aber mich hat es gestört, dass wir uns so selten sehen, weil die Distanz so groß ist. Ich weiß nicht, wie es gekommen ist, aber wir haben irgendwann in der Corona-Pandemie begonnen zu schreiben. Dadurch verbessern wir unser Englisch. Jetzt haben wir vor, zusammen eine Art Projekt zu machen, in dem wir englische Songs auf Deutsch und auf Isländisch übersetzen und sie anschließend versuchen auf der anderen Sprache zu singen. Wir schicken uns auch gegenseitig Songtexte von uns selbst zu, geben uns Tipps und versuchen gemeinsam Songs daraus zu machen. Sowas habe ich mit niemandem sonst und es ist echt eine schöne Sache.

Inzwischen stehen wir uns richtig nahe. Wir erzählen uns so gut wie alles und schreiben uns fast täglich, was in unserem Tag passiert. Wir geben uns gegenseitig Tipps, wenn es uns wegen verschiedener Beziehungen nicht so gut geht. Das tut echt gut, wenn man jemanden hat, dem man alles anvertrauen kann. Ich finde das total toll, dass wir uns so gut verstehen und dass es sich so entwickelt hat. Ich weiß nicht, ob das so gekommen wäre ohne die Pandemie.“

Myrna, 15 Jahre

aufgeschrieben von: Ronja Goj, In: Pfarrbriefservice.de 

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Das Schwerpunktthema für Juni 2022 – Spezialausgabe mit Materialien für die Jugendseite

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Text: Ronja Goj
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