Ständig überfordert: Die Angehörigen von Alkoholabhängigen

Die Alkoholabhängigkeit eines Menschen hat auch für die Menschen in seiner Umgebung tiefgreifende Folgen. „Mit-Betroffene“ sind natürlich vor allem Familienmitglieder bzw. Lebenspartner/-innen. Ihre Zahl liegt bundesweit bei rund acht Millionen Menschen.

Das Leben vieler Angehöriger ist durch die Alkoholabhängigkeit massiv beeinträchtigt und oftmals leiden sie über lange Zeit mehr unter der Krankheit als der/die Betroffene selbst. Zu den Sorgen um die Gesundheit, ja das Leben des/der Betroffenen, kommen Belastungen wie ständige Überforderung, z.B. in Kindererziehung und Haushalt, finanzielle Probleme, Vereinsamung und viel zu häufig die (sexuelle) Gewalttätigkeit männlicher Betroffener.

Doch viele Angehörige schämen sich und verheimlichen ihr Leid. Vor allem Frauen reiben sich manchmal über Jahrzehnte in dem Bemühen auf, den Schein nach außen hin zu wahren und ihrem Partner/ihrem Kind zu helfen. So sind sie am Ende völlig vom Verhalten ihres Angehörigen abhängig. Von Nervosität und Schlaflosigkeit über Magenerkrankungen, Migräne und Depressionen bis hin zur eigenen Abhängigkeit reichen die typischen Folgen.

Kinder aus suchtbelasteten Familien entwickeln eigene Strategien, um ihrer Familie zu helfen. Ihre Vereinsamung und Überforderung ist enorm. Das Risiko, später einmal selbst von Suchtmitteln abhängig zu werden oder sich von einem suchtmittelabhängigen Menschen abhängig zu machen, ist für Kinder aus suchtbelasteten Familien hoch. Ca. 60 Prozent der mit Alkoholkranken verheirateten Frauen haben einen suchtkranken Elternteil.

Viele erwachsene Angehörige und Kinder aus suchtbelasteten Familien brauchen Hilfe, um (wieder) ein zufriedenes Leben führen zu können. Deshalb bieten Beratungsstellen, Abstinenz- und Selbsthilfeorganisationen auch Beratung und Hilfe für die Partner/-innen und Kinder von Abhängigen an.

Quelle: Broschüre „Basisinformationen Alkohol“ der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen e.V., www.dhs.de

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Das Schwerpunktthema für Februar 2010

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Text: Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.
In: Pfarrbriefservice.de