Was Pfarrbriefmacher wissen müssen

Elfriede Klauer
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Wie ist das, wenn ich ein Bild der Firmlinge auf den Webseiten der Pfarrei veröffentlichen möchte? Und muss ich die Beteiligten erst fragen, wenn ich mein Bild von Taufeltern, Täufling und Pfarrer im Pfarrbrief abdrucken möchte?

Geregelt sind diese Fragen im so genannten Kunst-Urheber-Gesetz aus dem Jahre 1907, das heute noch gilt. Danach bedarf es grundsätzlich der Einwilligung des Abzubildenden, bevor sein Bild veröffentlicht wird. Das heißt für Pfarrbriefleute, grundsätzlich fragen und auch den Zweck des Fotos dabei nennen.

Soll ich nun beim Pfarrnachmittag alle Anwesenden um Erlaubnis fragen, sie fotografieren zu dürfen? Eine Veröffentlichungserlaubnis ist – laut Gesetz – nur notwendig, wenn der Abgebildete auch individuell erkennbar ist. Wenn also die abgebildeten Personen nur „schmückendes Beiwerk“ sind, muss ich nicht fragen. Eine belebte Straße darf man fotografieren und das Bild veröffentlichen, ohne jeden einzelnen Passanten um seine Einwilligung zu bitten. Auch Teilnehmer einer öffentlichen Veranstaltung, also eines Pfarrnachmittags, darf man ungefragt im Bild zeigen. Das gilt auch für die Redner. Anders ist es, wenn man in eine solche Veranstaltung „hineinhält“ und einen einzelnen Teilnehmer per Teleobjektiv herausfischt. Wer sicher gehen will, der fragt.

Bei der Abbildung von Kindern ist, wenn es sich um Einzeldarstellungen handelt, grundsätzlich die Einwilligung der Eltern einzuholen. Auch bei behinderten Menschen bedarf es, sofern sie nicht über sich selber entscheiden können, der Genehmigung derer, in deren Obhut sie sind.

Anders ist es bei Personen der absoluten und relativen Zeitgeschichte. Sie dürfen ungefragt fotografiert und ihr Bild veröffentlicht werden. Absolute Personen der Zeitgeschichte sind beispielsweise ein bekannter Spitzenpolitiker oder Angehörige von Königshäusern. Relative Personen der Zeitgeschichte sind Menschen, die vorübergehend im Licht der Öffentlichkeit stehen, z.B. der Bischof oder der Bürgermeister.

Tipp: Wenn Sie als Pfarrbriefleute von einem freien Mitarbeiter Fotos erhalten, vergewissern Sie sich, ob der die Einwilligung zur Veröffentlichung der Bilder eingeholt hat. Haftbar bei unerlaubter Veröffentlichung ist nämlich der verantwortliche Redakteur. Bei Berufsfotografen und Agenturfotos darf man davon ausgehen, dass die Rechte eingeholt sind.

Quelle: „Werkbuch Gemeindebrief“, Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, Frankfurt am Main, 1998

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