Tipps für das Lesen in der Bibel

Dem bekannten Theologen Karl Barth wird ein treffendes Wort über das Bibellesen zugeschrieben:
„Wir werden in der Bibel geradeso viel finden, als wir suchen: Grosses und Göttliches, wenn wir Grosses und Göttliches suchen; Nichtiges und Historisches, wenn wir Nichtiges und Historisches suchen; überhaupt nichts, wenn wir überhaupt nichts suchen.“

Unsere Fragen, unsere Neugierde, unsere Sehnsucht oder Angst, unsere Erziehung und Herkunft - all das prägt unsere Lese-Erfahrung mit.
Es ist wichtig, uns und unsere Fragen einzubringen. Zugleich ist es notwendig, den biblischen Texten eine Chance zu geben, uns etwas zu sagen, was wir nicht gefragt, nicht erwartet haben. «Entdeckendes Lesen» meint: Offenheit für Neues, Bereitschaft, Vorurteile zu korrigieren, zwangloses, ja lockeres Lesen.

Ein guter Ort und eine gute Zeit helfen

Wenn Sie die Bibel näher kennen lernen möchten und sich davon Anstöße, Vertrauen oder Orientierung erhoffen, sind folgende Hinweise nützlich:

  • Ein guter Ort und eine gute Zeit sind wichtig - wie für ein schönes Buch oder einen wichtigen Brief!
  • Setzen Sie sich nicht unter Druck - alles zu verstehen, alles zu glauben, sofort ein besserer Mensch zu werden, ein besonderes Gefühl der Nähe Gottes zu haben ...
  • Faszination, Vertrauen, Verstehen oder Veränderung lassen sich nicht erzwingen, brauchen oft Zeit!
  • Bleiben sie dran - lesen Sie täglich, wöchentlich oder in einem anderen, lebensfreundlichen Rhythmus: ein paar Minuten, ein Kapitel, ausgewählte Worte, einen Psalm, einen zusammenhängenden größeren Abschnitt.
  • Suchen Sie das Gespräch mit anderen, informieren Sie sich in einem guten Buch, nehmen sie die Landkarten, Tabellen etc. in Ihrer Bibel zu Hilfe, besuchen Sie einen Kurs ...

Verschiedene Lesetechniken

Wie Sie am besten locker und zugleich aufmerksam lesen, müssen Sie selbst ausprobieren:

  • "Ich lese mit dem Bleistift oder Textmarker in der Hand, unterstreiche, markiere, schreibe Bemerkungen an den Rand."
  • "Ich lese nur wenig auf einmal: ein paar Verse, einen Abschnitt und spüre dem nach, was mich bewegt."
  • "Ich lese biblische Texte flüssig, wie ein anderes Buch, ohne mich bei jedem Abschnitt aufzuhalten."
  • "Ich lese und notiere in einem Tagebuch, was hängen bleibt. "
  • "Ich lese laut, nehme den Text nicht nur als Buchstaben, sondern auch als gesprochenes Wortwahr."
  • "Ich lese mit anderen, diskutiere, tausche mich aus."
  • "Ich lese nach einer meditativen Einstimmung - durch bewusstes Atmen, gutes Sitzen, Musik ..."

Wo beginnen?

  • Zufällige Textwahl: Es ist lohnend, dort einzusteigen, wo die Fragen lebendig, der Eindruck neu, die Erwartung hoch sind. Von der Idee, wie ein Schmetterling von Blüte zu Blüte nach Nektar zu suchen, ist allerdings abzuraten.
  • Bibel von A bis Z: Zwar soll niemand entmutigt werden, aber die Schwierigkeiten seien nicht verschwiegen. Es gibt viele Texte, die sich nur schwer erschließen.
  • Bibellesepläne: Bibellesepläne oder die für den Gottesdienst vorgesehenen Leseordnungen können eine Hilfe sein. Sie geben eine überlegte Auswahl vor. Und man weiß, dass andere am selben Tag den selben Text lesen.

aus: Daniel Kosch, Alte neue Bibel. Eine Gebrauchsanweisung. Katholisches Bibelwerk e.V. 2003. www.bibelwerk.de

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Das Schwerpunktthema für Januar 2009

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Text: Daniel Kosch
In: Pfarrbriefservice.de