Florian Kluger
18.01.2011 - 00:00

Wenn wir Gottesdienste feiern, dann tun wir das mit allen Sinnen. Mit den Augen nehmen wir den Kirchenraum und die Umgebung wahr, sehen die anderen Mitfeiernden, verfolgen den Gottesdienstablauf und Prozessionen. Farben spielen dabei eine wichtige Rolle: Sie drücken Stimmungen aus, lassen einen Raum warm oder kalt wirken und haben Symbolkraft. In der Liturgie gibt es einen bestimmten Farbkanon für die einzelnen Zeiten im Jahr.

Ursprung

Ihren Ursprung haben die unterschiedlichen Farben in der antiken Alltagskleidung, aus denen die liturgischen Gewänder entstanden sind. Das Unterkleid war weiß, die Oberbekleidung aber je nach gesellschaftlichem Stand, Vermögen und Festlichkeit gefärbt. Zum Färben verwendete man das verdünnte Sekret der Purpurschnecke. Je nach Färbungsgrad ergaben sich verschiedene Purpurfarben: von Rosa über Rot, Amethystgrün und Violett zu rotschimmerndem Schwarz.

Seit der Zeit der Karolinger (8./9. Jahrhundert) werden vereinzelt passende Farben bestimmten Festen zugeordnet. Verpflichtende Regelungen gibt es für den römischen Ritus erst mit dem Missale Romanum von 1570.

Verwendung

In der Regel tragen die Personen, die einen besonderen Dienst im Gottesdienst verrichten, Gewänder in der jeweiligen liturgischen Farbe: Bischof, Priester, Diakon, Ministranten, evtl. auch Frauen und Männer, die den Dienst des Lektors oder Kommunionhelfers ausüben. Oft werden auch Altar, Ambo und liturgische Geräte in den liturgischen Farben geschmückt. Diese Stoffe werden in der Fachsprache Paramente genannt.

Regelungen

Weiß wird für die Feiern in der Oster- und Weihnachtszeit, für die Feste des Herrn, Marias, der Engel und für die Feste der Heiligen, die nicht Märtyrer sind, verwendet. Um den besonderen Rang dieser Feste hervorzuheben, wird oft die Farbe Weiß durch goldene Ausschmückungen ergänzt.

Die rote Farbe ist für Palmsonntag, Karfreitag und dem Fest der Kreuzerhöhung, für Pfingsten sowie Apostel- und Märtyrerfeste vorgesehen. Wegen des feierlichen Charakters dieser Farbe tragen vor allem Ministranten auch an Festen, für die eigentlich Weiß vorgeschrieben ist, rote Gewänder.

Violett wird für die Advents- und Fastenzeit genommen. Damit bekommen die Vorbereitungszeiten auf Weihnachten und Ostern eine besondere farbliche Prägung, die auf den Aspekt der Buße hinweist.

Neben den geprägten Zeiten im Weihnachts- und Osterfestkreis gibt es auch eine allgemeine Zeit im liturgischen Jahr. Für diese Tage wird Grün verwendet.

Bei der Liturgie für Verstorbene ist Violett oder die Trauerfarbe Schwarz vorgesehen. Wo es Brauch ist, kann an zwei Festen im liturgischen Jahr Rosa zum Einsatz kommen: an Gaudete, dem dritten Adventssonntag, und Laetare, dem vierten Fastensonntag. An manchen Orten wird für Marienfeste die marianische Farbe blau verwendet.

Florian Kluger
Quelle: www.katholisch.de

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Text: Florian Kluger
In: Pfarrbriefservice.de