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Ronja Goj
11.07.2017 - 05:55

Ich bin ein Mini und du?

Bausteine für eine Kinderseite: Was ein Ministrant so alles machen muss

 

Als Kreuzträger ...

Jonas: … geht man öfter bei Wallfahrten mit und da trägt man das Kreuz. Dafür hat man eine Art Rucksack, nur vor dem Bauch. Da tut man das Kreuz rein und hält es fest. Diesen Job übernehmen oft die Größeren, weil das Kreuz auf keinen Fall runterfallen darf.

 

Als Fahnenträger ...

… legt man die Fahne auf die Schulter und man hat einen kleinen Lederbeutel umhängen. Da kann man die Fahne reinstellen. Die Fahne ist ganz schön schwer. Da fallen einem fast die Arme ab, aber der Aufwand lohnt sich. Es ist ein schönes Gefühl, dass du ganz vorne vor allen Leuten am Anfang vom ganzen Zug laufen darfst. Und du führst die Gemeinde zum Wallfahrtsort.

 

Die OMIs sind ...

Domenikus: … die Oberministranten und die ersten Ansprechpartner für die Ministranten, wenn es Fragen oder Anregungen gibt. Die Ministranten können auch auf uns zukommen, wenn es zwischen dem Pfarrer und den Ministranten oder allgemein Stress gibt. Wir nehmen das auf und klären das. Es macht mir Spaß die Ministranten zu begleiten: Vom Beginn bis sie aufhören zu ministrieren.

 Neele: ... Ich würde uns nicht als Chefs bezeichnen. Es geht darum, dass man bei den Ministranten jemanden hat, der leitet und bei dem alles zusammen läuft. Jeden Monat gibt es einen Ministrantenplan. Am Anfang des Monats bekomme ich vom Pfarrbüro den Plan geschickt, in dem die Gottesdienstzeiten eingetragen sind und dann muss ich nur noch die Ministranten eintragen. Für mich ist es nicht anstrengend, den Miniplan zu erstellen. Wenn es mal lange dauert, dann sind es 45 Minuten. Wir planen und organisieren auch verschiedene Aktivitäten, zum Beispiel eine Fahrradtour oder Minigolfspielen. Wir waren auch schon auf der Eisbahn oder im Freizeitpark. Ich finde es cool, dass man die Verantwortung mitträgt und dass man sieht, wie die Leute Spaß daran haben, wenn man Aktionen organisiert.

 

Geld sammelt man ...

Bella: ...beim Klingelbeutel. Ich mache lieber Klingelbeutel, weil es einfach ist. Zuerst macht man die Kniebeuge vor dem Altar. Dann nimmt man den Klingelbeutel. Der schaut aus, wie ein normaler Beutel, ist rot, aus Stoff und mit Gold verziert. Links und rechts hat er zwei Henkel. Bei uns ist es so, dass wir den Beutel in die erste Reihe geben und die Gottesdienstbesucher geben ihn nach hinten durch, werfen Geld hinein und wir laufen mit. Man sollte dabei immer Blickkontakt zum Kreuz haben und ihm nicht den Rücken zuwenden. Hinten in der Kirche wartet man dann bis das Heilig-Lied kommt und dann geht man nach vorne. Aus meiner Klasse wollten viele mit mir sonntags was unternehmen. Dann habe ich gesagt, dass ich sonntags fast nie Zeit habe, weil ich ministriere, aber das macht mir nichts aus. Ich sehe meine Freunde jeden Tag in der Schule. Und ich ministriere richtig gerne. Vor einigen Wochen ist meine Oma gestorben und beim Ministrieren bete ich immer für sie mit und denk an sie.

 
Bei der Gabenbereitung ...

Maryam: ...bringt man den Kelch und die Hostienschale zum Pfarrer. Beides steht auf einem kleinen Seitentisch. Dann richtet der Pfarrer auf dem Altar alles her. Jetzt bringt man den Wein und das Wasser in kleinen Krügen. Der Pfarrer schüttet das in den Kelch. Dann wäscht man dem Pfarrer die Hände, holt Wasser und gießt es ihm über die Finger. Darunter hält man ein silbernes Tablett. Über dem Arm hat man ein Tuch. Daran trocknet er sich die Hände ab. Nachdem der Pfarrer die Hostien an die Gottesdienstbesucher ausgeteilt hat, kommt man nochmal zum Einsatz. Man bringt Wasser, damit der Pfarrer den Kelch spülen kann. Und dann räumt man Kelch und Schale wieder ab. Ich find es schön, dass man in der Kirche ist und neben dem Altar stehen darf, oben, wo man sonst nicht hindarf.

 

Weihrauch ...

Mia: ... mag ich gern, weil ich finde, dass das sehr gut riecht, nach Baumharz und so würzig und speziell. Aber, wenn ich eingenebelt bin, dann wird mir immer schlecht. Man nimmt das silberne Weihrauchfass und das schwenkt man. Das hängt an einer Kette. Die zieht man hoch und da drin im Fass sind zwei Kohlen. Ein anderer Ministrant hält das Schiffchen (ein Schälchen) in der Hand. Da drin sind die Weihrauchkörner. Das ist Harz von einem Baum. Mit einem kleinen goldenen Löffel tut man die Weihrauchkörner direkt auf die Kohle und das brennt. Dann macht der Ministrant das Weihrauchfass wieder zu. Und dann schwenkt man das Fass so lange, bis es leer ist. Und der Rauch, der riecht dann. Das Problem ist nur, wenn man das falsch schwenkt, dann ist es ein bisschen blöd, weil man dann komplett eingenebelt wird, aber, wenn man es richtig kann, dann geht es. An Pfingsten braucht man den Weihrauch zum Beispiel, an Weihnachten oder an Ostern. Ich mag, dass wir nach jedem Gottesdienst zur Belohnung ein Gummibärchen bekommen oder auch mehrere.

Ronja Goj, in: Pfarrbriefservice.de

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Text: Ronja Goj
In: Pfarrbriefservice.de