Scheitern erlaubt!

Das Schwerpunktthema für März/April 2024

von Elfriede Klauer am 28.12.2023 - 06:00  

Von außen betrachtet ist der christliche Glaube an Jesus ein Glaube an einen Gescheiterten. Jesus endete mit seiner menschenfreundlichen Botschaft schändlich am Kreuz. Von innen betrachtet ermöglichte dieses Scheitern einen Neubeginn – Jesu Auferstehung. 

Scheitern und Neubeginn – das sind die zentralen Worte dieses Schwerpunktthemas. Sie erinnern uns, dass das Begehen von Fehlern und das Scheitern wesentlich zu unserem Leben dazu gehören. Nicht um uns zu quälen oder klein zu halten. Sondern im Gegenteil, um uns Mut zu machen. Gott wollte uns nicht perfekt, sondern liebend. Das schließt unsere eigenen Fehler ein. 

Die Beiträge dieses Schwerpunktthemas ermutigen zu einem positiv-konstruktiven Umgang mit ihnen.

    Bilder

    Interview mit Ralf Kemmer, dem Initiator der Fuckup Nights in Berlin

    von

    Elfriede Klauer

    Gelingt ein konstruktiver Umgang mit Fehlern eher, wenn man über sie spricht? Doch wer tut das schon gerne vor anderen Menschen? Bei den sogenannten Fuckup Nights (übersetzt etwa: Nächte des Scheiterns) ist genau das das Konzept.

    Warum Idealisierungen unbarmherzig sind

    von

    Dr. Udo Bentz, www.spurensuche.info

    Es war das erste Interview von Papst Franziskus mit einem deutschen Journalisten in der Wochenzeitschrift DIE ZEIT. In diesem Gespräch erlebt man den Papst unmittelbar und authentisch. Seine nachträglichen Korrekturen am fertigen Text waren wohl ganz spärlich.

    Das lässt sich üben

    von

    Daniela Kornek, Quelle: www.kirche-im-wdr.de

    Souverän auf die Schnauze fallen – das konnte ich nie besonders gut. Dieses „Hinfallen, aufstehen, Krone richten, weitergehen“-Ding meine ich. Spätestens beim zweiten Punkt, beim „Aufstehen“ ist nämlich immer eine Sache passiert: Ich habe mich unendlich geschämt.

    Wie wir Fehler vermeiden können

    von

    Stanislaus Klemm, Dipl. Psychologe und Theologe

    Es gehört zu unserer menschlichen Grundüberzeugung, dass wir alles Wertvolle im Leben durch ein „zu viel“ oder ein „zu wenig“ zerstören können. Unser Leben muss immer zwischen zwei Gegensätzen eine Mitte suchen und finden, einen Ausgleich.

    Was hilft zu einem positiv-kreativen Umgang mit Fehlern?

    von

    Stanislaus Klemm, Dipl. Psychologe und Theologe

    „Irren ist menschlich“ – dieses Sprichwort gehört zum eisernen Wissen der Menschheit. Wir machen alle Fehler. Es gehört zu unserem Leben, weil wir Menschen sind: Wesen, in Entwicklung begriffen. Es wäre also eine Anmaßung, unfehlbar sein zu wollen.

    Ermutigendes aus der Bibel

    von

    Bruder Paulus

    „Wir alle verfehlen uns in vielen Dingen" (Jak 3,2). So einfach ist das. Und wer meint, er habe keinen Fehler, der werfe den ersten Stein (vgl. Joh 8,7). Doch da wird sich wohl keiner finden. Denn „schon unvernünftige Begierde ist nicht gut, und wer hastig rennt, tritt fehl" (Spr 19,2).

    von

    Gisela Baltes, www.impulstexte.de

    Fehler
    sind nicht dasselbe
    wie Schuld.

    Fehler
    brauchen
    sehr viel Geduld.

    Fehler
    machen ganz sicherlich
    die anderen Leute
    genauso wie ich.

    von

    Stanislaus Klemm

    unfassbar
    -guter Gott-
    ist all das, 
    was Du erschaffen hast,
    und es wächst mein Glaube, 
    dass Du mich ein zweites Mal erschaffen kannst,
    wenn ich am Ende bin. 
    Aus den Bruchstücken meiner Fehler

    von

    Regina Hagmann, www.spurensuche.info

    Gott,
    Du Schöpfer und Künstler
    unserer wunderbaren Welt.
    Bis in die Haarspitzen hast Du
    jeden Menschen einzigartig geschaffen –
    und niemals perfekt.
    Nicht, dass Du das nicht könntest!
    Nein, aber mit unseren Fehlern
    sind wir auf dich verwiesen.
    Unsere Angst

    von

    Peter Schott

    Nicht ohne

    Mache nicht den Fehler,
    keinen Fehler machen zu wollen.
    Denn ohne einen Fehler 
    bist du noch lange nicht unfehlbar.

    Ohne einen Fehler sein?
    Das hat dir gerade noch gefehlt!

    Peter Schott, In: Pfarrbriefservice.de

    von

    Klaus Jäkel

    lassen oft
    was wichtig ist
    erst richtig wichtig sein

    so wie
    ein Langholz-Stab 
     zu einem Plus erst mitten
    durchgestrichen werden muss

    von

    Klaus Jäkel

    sagt´s
    in mir  dass ich 
    mich wieder so vertan
    da  fang   ich   halt  von  vorne  an   
    drehe meinen Fehlergroll des  sorry-Weh
    ins  yes-okay und seh´ mit  Ach und Krach

    von

    Irmela Mies-Suermann

    Gibt es sie wirklich, diese glückliche Schuld,
    die wir im Exsultet der Osternacht besingen?
    Ist Schuld nicht immer Folge eines Versagens,
    ist verletzend, zerstörend?

    von

    Schwester M. Jutta Gehrlein

    bedeutet:
             D A s Annehmen meiner
            Ec K en und Kanten. Das
            Ak Z eptieren meiner

    Warum es das Scheitern braucht, damit sie sich entfalten kann

    von

    Bertram Dickerhof SJ, www.jesuiten.org

    In der Jugendarbeit habe ich eine Paarübung kennengelernt, in der der eine Partner die Hand zur Faust ballt und der andere versucht, die Faust zu öffnen.

    von

    Gisela Baltes, www.impulstexte.de

    In jedem Teppich der Navajo
    gibt es einen kleinen Webfehler,
    eine Unvollkommenheit,
    damit genau an dieser Stelle
    der Geist aus- und eingehen kann.

    Ich wäre so gern vollkommen.
    Aber dann entdecke ich bei mir
    immer wieder neue
    Fehler und Unvollkommenheiten.

    Tipps für Pfarrbriefredaktionen

    Seel-Sorge

    Welche Angebote finden Menschen, die unter ihren Fehlern leiden, in Ihrer Pfarrei? Vielleicht die Möglichkeit eines seelsorglichen Gesprächs, einer seelsorglichen Begleitung, einer Beichte? Fragen Sie bei Ihrem Seelsorgeteam nach und machen Sie diese Angebote einladend bekannt.

    Lern-Geschichten

    Haben Sie aus Fehlern etwas gelernt? Welche Geschichte, vielleicht auch eine humorvolle, fällt Ihnen dazu ein? Überlegen Sie im Redaktionsteam. Oder bitten Sie jemanden, von dem Sie wissen, dass er gut und gerne schreibt, seine Geschichte zu erzählen.

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