Rätseln - lernen - mitmachen

Stefan Schneider vom Bistum Trier gibt Tipps für eine Quizreihe im Pfarrbrief

von Stefan Schneider am 06/30/2011 - 06:00  

Eine regelmäßige Rubrik "Rätsel" kann die Attraktivität des Pfarrbriefes steigern. Nebenstehende Tipps zeigen, wie das gelingt.

Mancher Zeitungsmacher ist sicher innerlich schon daran verzweifelt: Da schreibt man tolle und aufwändige Artikel – und die Leser suchen als erstes den Fortsetzungsroman und die Rätselseite. Machen Sie sich das für den Pfarrbrief zunutze. Denn auch mit einem Rätsel oder einem Quiz können Sie eine Geschichte erzählen und Menschen für Ihre Gemeinde interessieren.

Bedenken

Man mag einwenden, dass ein Quiz oder ein Rätsel zusätzliche Arbeit verursacht: Man muss sich „was ausdenken“, eventuell nach Preisen suchen oder fragen. Zudem gibt es immer dann, wenn es Gewinner gibt, natürlich auch Verlierer. Es gibt vielleicht auch den einen oder anderen „Puristen“, dem ein Nebeneinander von Gottesdienstordnung und gefälligem Spiel Unbehagen bereitet.

Viele Vorteile

Für Quiz und Rätsel sprechen, bei aller Mühe, viele Vorteile. Es gibt wenige Elemente in gedruckten Formaten, mit denen Sie Leser zum Mitmachen und Antworten motivieren können - ein Quiz ist sicher eines davon. Zudem geht es für Sie bei einem Quiz nicht darum, viel Geld unter das Kirchenvolk zu werfen, sondern Wissen zu transportieren und den Lesern Punkte anzubieten, mit denen sie sich identifizieren können. Zudem kann man ein Rätsel oder ein Quiz immer auch in Verbindung zu anderen Kommunikationsangeboten, anderen Ereignissen setzen, etwa zum Pfarrfest oder zum Kirchenjahr oder zu Jubiläen in der Pfarrei oder zu Spendenaufrufen.

Ein Beispiel: Das Bistumsquiz im Bistum Trier

Einmal im Monat fragen wir beispielsweise im Mitarbeiterportal (Intranet) des Bistums Trier nach einer (zumeist historischen) Person aus dem Bistum. Das klingt dann so:

Ich komme aus dem Bistum Trier

Und selbst in der langen Reihe der Bischöfe und Erzbischöfe unseres Bistums nehme ich eine herausgehobene Rolle ein, denn ich war nicht nur Erzbischof von Trier, sondern zeitweise auch Administrator in den Bistümern Mainz, Speyer und Worms. Ich galt als einer der einflussreichsten Reichsfürsten meiner Zeit, als erfolgreichster Politiker des Heiligen Römischen Reiches und bedeutendster Kurfürst Triers. In meiner Zeit als Erzbischof - ein Amt, in das ich schon im Alter von nur 22 Jahren gewählt wurde - blühte das Erzbistum im kulturellen wie verwaltungstechnischen Bereich auf. Auch vor militärischen Mitteln schreckte ich nicht zurück. Dabei sorgte ich für eine eher ungewöhnliche Premiere, von der sicher nicht jeder weiß. Meine Truppen waren es, die erstmals in Deutschland Feuerwaffen einsetzten. Es handelte sich um die so genannten Pfeilbüchsen, die Pfeile verschossen.

Meine letzte Ruhe fand ich in Trier, im Dom, in meinem Erzbistum. Die Kolleginnen und Kollegen der Dominformation, des Kooperationspartners dieses Quiz, zeigen Ihnen gerne meine Tumba.

Wenn Sie wissen, wie ich heiße, dann können Sie gewinnen:

1. Preis: Eine Führung für die ganze Familie und/oder den Freundes- und Bekanntenkreis, entweder durch den Dom (max. Teilnehmerzahl 35) oder durch die Ausgrabung unter dem Haus der Dom-Information (max. 20 Teilnehmer) oder durch die Ausgrabung unter St. Maximin (max. 16 Teilnehmer). Der Termin ist nach Absprache mit uns frei wählbar. Die Führung dauert eine Stunde.

2. Preis: Ein Präsentkorb, gefüllt mit dem Kunstführer „Der Trierer Dom in Bildern“, einer Flasche „Domstein“-Riesling und einer Schachtel „Domstein“-Pralinen

3. Preis: Die neueste CD von Josef Still „Vom Dunkel zum Licht“

Einsendungen bitte an: interne.kommunikation@bistum-trier.de. Die Preise werden einzeln unter allen Einsendungen ausgelost. Einsendeschluss ist der 30. Juni. Die Gewinner werden sofort informiert.

Kooperationspartner suchen

Suchen Sie sich für jedes Quiz einen Kooperationspartner. Der Kooperationspartner gewinnt, weil er zwei oder drei Wochen im Mittelpunkt des Quiz steht, weil mit dem Quiz Leute auf seine Internetseite und sein Programm aufmerksam werden und weil er auch mit dem Preis Menschen zu sich locken kann. Kooperationspartner für das Bistumsquiz waren bisher: Pfarreiengemeinschaft in Kruft und Nickenich, Abtei Himmerod, Barmherzige Brüder, Bischöfliche Weingüter, DJK Trier, Heilig-Rock-Tage 2010, Jugendpastoral im Bistum Trier, Katholische Landvolkbewegung (die haben im Dezember einen Weihnachtsbaum gestiftet! …), Wochenzeitung „Paulinus“ und Paulinus Medienhaus, Pilgerfahrten des Bistums, Stiftungszentrum des Bistums Trier, Trierische Tonpost und die Dominformation.

Identifikation stiften

Was gewinnt der Veranstalter? Er gewinnt, weil er Menschen auf eine „leichtere“ Art motiviert, sich mit den Kommunikationsangeboten auseinanderzusetzen. Er gewinnt auch, weil man Stück für Stück ein bisschen was aus der gemeinsamen Geschichte und der aktuellen Vielfalt des Bistums oder der Pfarrei erfährt. Das stiftet Identifikation.

Alle gewinnen

Das ist auch für den Pfarrbrief problemlos ein- oder zweimal im Jahr möglich. Dem Kooperationspartner (dem Kirchenchor, den Pfadfindern, der Caritasstation, dem Frauenkreis, …) gibt man „Werbefläche“ im Pfarrbrief, dafür muss er einen Preis stiften. Die Gewinner werden wieder im Pfarrbrief vorgestellt (oder aber auf dem nächsten Pfarrfest) und vom Pfarrer beglückwünscht. Und es gewinnen alle!

Weitere Tipps:

  • Achten Sie beim Rätsel und beim Quiz darauf, dass die Fragen regional und personal in der Pfarrei verankert sind: berühmte Söhne und Töchter Ihrer Stadt, historische Wendepunkte, Bau- oder Kunstdenkmäler … das macht weniger Arbeit und schafft Identifikation (was Ihnen mit einem beliebigen Kreuzworträtsel niemals gelingt).
  • Die Lösung sollte einfach zu finden sein, etwa per Google. Aus der Erfahrung heraus: Je witziger der Preis und je einfacher die Lösung, umso höher die Beteiligung.
  • Mit Kooperationspartnern für Ihr Quiz schlagen Sie mehrere Fliegen mit einer Klappe: Sie zeigen die Vielfalt Ihrer Pfarreien, Sie binden andere in den Pfarrbrief mit ein und Sie finden jemanden, der einen Preis stiften kann. Regelmäßiger Partnerwechsel erwünscht!
  • Kleine Preise! Und das konsequent. Sonst verschrecken Sie mögliche Partner. Achten Sie lieber darauf, dass der Preis eine Besonderheit hat (und auch wieder ein bisschen von der Vielfalt in Ihrer Pfarrei zeigt: Karte für das Konzert des Kirchenchors, Führung in den Glockenturm, Einladung zum Essen, das vom Pfarrer zubreitet wird, Auszug aus der Gemeindechronik zum Geburtsjahr des Gewinners …).
  • Wenn ich aus meinem Nähkästchen plaudern darf (mit einem Jahr Erfahrung für unser Bistums-Quiz im Mitarbeiterportal): Was am Anfang vielleicht Befremden verursacht, hat sich als Kommunikationswerkzeug für die Interne Kommunikation etabliert. Die (drei) Preise dürfen insgesamt nicht 80 Euro überschreiten und die Fragen beziehen sich immer auf Menschen aus dem Bistum. Das klappt sehr gut, bei überschaubarem Aufwand. Und nebenbei erfahre ich auch noch, wo das Mitarbeiter-Portal schon angekommen ist. Wenn Sie mehr davon erfahren wollen: stefan.schneider@bistum-trier.de