Künstliche Intelligenz in der kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit

Chancen, Herausforderungen und rechtliche Bedingungen

von Christian Schmitt am 12.05.2024 - 05:55  

Die Verschmelzung von Tradition und Technologie: Dieses von einer KI erzeugte Buntglasfenster illustriert eindrucksvoll, wie Digitalität auch Einzug in sakrale Kunst halten kann.

Die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz (KI) hat zahlreiche Diskussionen über ihre Einsatzmöglichkeiten ausgelöst. Zu den Bereichen, in denen das Potenzial von KI zunehmend zum Einsatz kommt, zählen Werbung, Öffentlichlichkeitsarbeit und der Journalismus. Auch für die kirchliche Öffentlichkeitsarbeit bietet KI neue Werkzeuge, um die Kommunikation mit Gemeindemitgliedern zu verbessern und effizienter zu gestalten.

Neue Möglichkeiten durch KI

KI-Technologien, wie sie beispielsweise das Sprachmodell ChatGPT bieten, können die kirchliche Kommunikation in vielfältiger Weise unterstützen. Sie reichen von der Recherche über die Übersetzung und Zusammenfassung von Texten bis hin zur zielgruppenspezifischen Formulierung von Inhalten für verschiedene Medienformate wie Pfarrbriefe, Webseiten oder soziale Medien. Selbst die Ausarbeitung von Briefen, E-Mails oder sogar Predigten kann durch KI erleichtert werden. Zudem ermöglichen es KI-gestützte Bildgeneratoren, wie Midjourney, Dall-E 3 und Stable Diffusion, individuelle und themenspezifische Symbolbilder zu erzeugen, was besonders für die Bebilderung von Inhalten nützlich sein kann.

Praktische und ethische Überlegungen

Trotz oder gerade wegen der beeindruckenden Fähigkeiten dieser Technologien bleiben praktische und ethische Fragen bestehen. Einerseits muss die Verlässlichkeit der von KI-Systemen generierten Informationen kritisch hinterfragt und bewertet werden. Andererseits wirft der Einsatz von KI in der kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit moralische und ethische Fragen auf, insbesondere im Hinblick auf Authentizität und Transparenz.

Rechtliche Unsicherheiten

Ein besonders kritisches Thema im Zusammenhang mit KI sind die rechtlichen Rahmenbedingungen. Nach aktuellem deutschen Urheberrecht kann keine Maschine Urheberrechte an einem von ihr generierten Werk besitzen. Dies führt zu Unsicherheiten, besonders wenn es um die Verwendung von KI-generierten Bildern und Texten geht. Die rechtliche Lage ist derzeit noch nicht endgültig geklärt, und es bleibt abzuwarten, wie sich Gesetzgebung und Rechtsprechung in diesem Bereich entwickeln werden.

Fazit

Die Integration von KI in die kirchliche Öffentlichkeitsarbeit bietet viele spannende Möglichkeiten, birgt aber auch Herausforderungen und erfordert eine sorgfältige Abwägung der damit verbundenen Risiken und Vorteile. Während die Technologie bereits beeindruckende Anwendungen ermöglicht, sollte ihr Einsatz wohlüberlegt und unter Berücksichtigung aller rechtlichen und ethischen Aspekte erfolgen.

Es ist daher empfehlenswert, dass Verantwortliche in der kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit sich intensiv mit diesen Technologien auseinandersetzen und deren Einsatz sorgfältig evaluieren, um zu gewährleisten, dass ihre Anwendung mit den christlichen Grundwerten im Einklang steht.

Ausblick

In zukünftigen Beiträgen werden wir an dieser Stelle tiefer in die Praxis einsteigen und Anwendungsbeispiele untersuchen. Dabei werden wir neben den Möglichkeiten auch die Herausforderungen beleuchten, die sich aus dem täglichen Einsatz von KI-gestützten Werkzeugen ergeben. Es wird spannend zu sehen sein, wie KI konkret in der Gestaltung von kirchlicher Kommunikation eingesetzt werden kann und welche Anpassungen nötig sind, um sie effektiv und verantwortungsvoll zu nutzen. 

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