Deutsche Bischöfe äußern sich zur Rolle ihrer Amtsvorgänger im Zweiten Weltkrieg

Pressemitteilung DBK / Pfarrbriefservice.de
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Cover „Deutsche Bischöfe im Weltkrieg“

© Deutsche Bischofskonferenz

Das Cover der Schrift „Deutsche Bischöfe im Weltkrieg“

Der Tag des Endes des Zweiten Weltkriegs jährt sich am 8. Mai 2020 zum 75. Mal. Im Blick darauf ließen die deutschen Bischöfe die Rolle der katholischen Bischöfe im Zweiten Weltkrieg untersuchen. Die Ergebnisse haben sie jetzt in ihrem Wort „Deutsche Bischöfe im Weltkrieg“ veröffentlicht.
 
In einer Video-Pressekonferenz hob der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, hervor, dass viele Aspekte des umfassenden Themenfelds „Kirche im Nationalsozialismus“ inzwischen gut ausgeleuchtet seien. Anders verhalte es sich bei der Frage, wie es die katholischen Bischöfe mit dem Krieg gehalten hätten. „Wir wissen, dass uns die Rolle des Richters über unsere Vorgänger nicht gut zu Gesicht steht. Keine Generation ist frei von zeitbedingten Urteilen und Vorurteilen. Dennoch müssen sich die Nachgeborenen der Geschichte stellen, um aus ihr zu lernen für Gegenwart und Zukunft“, so Bätzing.

„Teil der Kriegsgesellschaft“

Bischof Dr. Heiner Wilmer (Hildesheim), Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax, erläuterte, dass sich aus der Vielzahl der „unstrittigen historischen Fakten“ über die Haltung der Bischöfe zum Krieg „ein Bild der Verstrickung“ ergebe. „Bei aller inneren Distanz zum Nationalsozialismus und bisweilen auch offener Gegnerschaft war die katholische Kirche in Deutschland Teil der Kriegsgesellschaft.“ Zwar habe sich die Perspektive vieler Bischöfe im Laufe des Krieges verändert, die Leiden des eigenen Volkes hätten in der Bewertung jedoch im Vordergrund gestanden. „Die Leiden der Anderen kamen nur ungenügend in den Blick.“ Bischof Wilmer zitierte in diesem Zusammenhang den Kernsatz des neuen Dokuments: „Indem die Bischöfe dem Krieg kein eindeutiges ‚Nein‘ entgegenstellten, sondern die meisten von ihnen den Willen zum Durchhalten stärkten, machten sie sich mitschuldig am Krieg.“

23 Seiten – vier Kapitel

Das 23-seitige Dokument ist in vier Kapitel gegliedert. Im ersten geht es um „Die Gegenwart der Erinnerung“, im zweiten Kapitel wird „Das Verhalten der katholischen Bischöfe in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs“ näher beleuchtet. Das dritte Kapitel bemüht sich um „Zugänge des Verstehens“ und das vierte beschreibt „Lehren für die Zukunft“. Dort heißt es z.B.: „Das Verhalten unserer Vorgänger im Amt wurzelte in einer Verstrickung in den nationalen Zeitgeist und in kirchlichen Vorstellungen über das Staat-Kirche-Verhältnis, die unter anderen historischen Umständen entwickelt worden waren und aus theologischer Sicht keine Allgemeingültigkeit beanspruchen können. Sie wurden in den Jahren 1933–1945 nur unzureichend in Bezug auf ihre Grenzen und ihre Zeitbedingtheit hinterfragt und entfalteten deshalb hochproblematische Wirkungen.“

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Das Dokument „Deutsche Bischöfe im Weltkrieg“ (Die deutschen Bischöfe, Nr. 107) kann unter www.dbk.de heruntergeladen oder bestellt werden.

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Deutsche Bischöfe äußern sich zur Rolle ihrer Amtsvorgänger im Zweiten Weltkrieg

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Der Tag des Endes des Zweiten Weltkriegs jährt sich am 8. Mai 2020 zum 75. Mal. Im Blick darauf ließen die deutschen Bischöfe die Rolle der katholischen Bischöfe im Zweiten Weltkrieg untersuchen. Die Ergebnisse haben sie jetzt in ihrem Wort „Deutsche Bischöfe im Weltkrieg“ veröffentlicht.
 
In einer Video-Pressekonferenz hob der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, hervor, dass viele Aspekte des umfassenden Themenfelds „Kirche im Nationalsozialismus“ inzwischen gut ausgeleuchtet seien. Anders verhalte es sich bei der Frage, wie es die katholischen Bischöfe mit dem Krieg gehalten hätten. „Wir wissen, dass uns die Rolle des Richters über unsere Vorgänger nicht gut zu Gesicht steht. Keine Generation ist frei von zeitbedingten Urteilen und Vorurteilen. Dennoch müssen sich die Nachgeborenen der Geschichte stellen, um aus ihr zu lernen für Gegenwart und Zukunft“, so Bätzing.

„Teil der Kriegsgesellschaft“

Bischof Dr. Heiner Wilmer (Hildesheim), Vorsitzender der Deutschen Kommission Justitia et Pax, erläuterte, dass sich aus der Vielzahl der „unstrittigen historischen Fakten“ über die Haltung der Bischöfe zum Krieg „ein Bild der Verstrickung“ ergebe. „Bei aller inneren Distanz zum Nationalsozialismus und bisweilen auch offener Gegnerschaft war die katholische Kirche in Deutschland Teil der Kriegsgesellschaft.“ Zwar habe sich die Perspektive vieler Bischöfe im Laufe des Krieges verändert, die Leiden des eigenen Volkes hätten in der Bewertung jedoch im Vordergrund gestanden. „Die Leiden der Anderen kamen nur ungenügend in den Blick.“ Bischof Wilmer zitierte in diesem Zusammenhang den Kernsatz des neuen Dokuments: „Indem die Bischöfe dem Krieg kein eindeutiges ‚Nein‘ entgegenstellten, sondern die meisten von ihnen den Willen zum Durchhalten stärkten, machten sie sich mitschuldig am Krieg.“

23 Seiten – vier Kapitel

Das 23-seitige Dokument ist in vier Kapitel gegliedert. Im ersten geht es um „Die Gegenwart der Erinnerung“, im zweiten Kapitel wird „Das Verhalten der katholischen Bischöfe in Deutschland während des Zweiten Weltkriegs“ näher beleuchtet. Das dritte Kapitel bemüht sich um „Zugänge des Verstehens“ und das vierte beschreibt „Lehren für die Zukunft“. Dort heißt es z.B.: „Das Verhalten unserer Vorgänger im Amt wurzelte in einer Verstrickung in den nationalen Zeitgeist und in kirchlichen Vorstellungen über das Staat-Kirche-Verhältnis, die unter anderen historischen Umständen entwickelt worden waren und aus theologischer Sicht keine Allgemeingültigkeit beanspruchen können. Sie wurden in den Jahren 1933–1945 nur unzureichend in Bezug auf ihre Grenzen und ihre Zeitbedingtheit hinterfragt und entfalteten deshalb hochproblematische Wirkungen.“

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Das Dokument „Deutsche Bischöfe im Weltkrieg“ (Die deutschen Bischöfe, Nr. 107) kann unter www.dbk.de heruntergeladen oder bestellt werden.

Pressemitteilung DBK / Pfarrbriefservice.de, In: Pfarrbriefservice.de

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