Auf der Flucht

Das Schwerpunktthema für September 2015

am 06/02/2015 - 22:00  

Es ist wohl zurzeit das Thema in Deutschland, das viele Menschen beschäftigt: die Flüchtlinge, die in großer Zahl um Aufnahme bitten. Ihre Schicksale bewegen, die Hilfsbereitschaft ist groß. Wie sieht die Situation bei Ihnen vor Ort aus? Wie viele Flüchtlinge gibt es? Wer kümmert sich um sie? Was haben sie erleben müssen? Welche Perspektiven haben sie in Deutschland? Die Pfarrbriefredaktionen, die diesen Fragen in einer Pfarrbriefausgabe nachgehen, finden in diesem Monatsthema u.a. Hintergrundberichte, Interviews, einen Kommentar, Zahlen und Daten sowie weiterführende Tipps und Links.

Bilder

2015 wurde erstmals die 60-Millionen-Marke überschritten

von

UNHCR

Durch Konflikte und Verfolgung erreicht die Zahl der von Flucht und Vertreibung betroffenen Menschen ein trauriges Rekordniveau. Ein drastischer Anstieg im Jahr 2015 bringt die Gesamtzahl der Flüchtlinge, Binnenvertriebenen und Asylsuchenden weltweit auf rund 65 Millionen, wie der am 20.

Deutschland pflegt ja eine herzliche Willkommenskultur. Aber für manche Diskussionen mit Mitbürgern muss man sich wappnen ...

von

Susanne Breit-Keßler

Neulich, unter Bekannten. „Ich habe nichts gegen Flüchtlinge“, sagt einer. „Aber es ist blöd, dass die Turnhalle für den Schulsport unserer Kinder nicht mehr zur Verfügung steht.“ Schnell kommt Zustimmung – die der besonderen Art: „Die sind übrigens alle aus Nigeria.

Kardinal Woelki fordert im Interview eine herzliche Willkommenskultur für Flüchtlinge

von

Jan Pütz

Die Not der Flüchtlinge in Europa oder auf ihrem Weg dorthin hat die katholische Kirche in Deutschland in den letzten Jahren zu einem großen Engagement in der konkreten Flüchtlingshilfe bewegt, aber auch zur Teilnahme an der gesellschaftlichen und politischen Diskussion zum menschlichen Umgang mi

Es reicht nicht aus, nur von Nächstenliebe zu sprechen. Man muss sie auch leben.

von

Ursula Weinbrenner

Ich glaube, jeder von uns kennt sie, die Geschichten oder Witze über den Eingang in den Himmel: Petrus empfängt die Verstorbenen an der Himmelstür und immer wieder müssen die Einzelnen Fragen beantworten bzw. einen Test absolvieren. Es gibt ganz viele davon.

Am Ende wird allein die Frage entscheidend sein, was wir in Liebe für den Nächsten getan oder nicht getan haben

von

Bischof Norbert Trelle

Wer das Ausmaß der Not sieht, die uns in den hiesigen Flüchtlingslagern begegnet, wer das Tausendfache Elend von Flucht und Vertreibung an diesen Orten spürt, der hört die Worte des Evangeliums anders, als er sie je zuvor gehört hat: „Ich war hungrig, ich war durstig, ich war fremd, obdachlos, na

von

Kay-Alexander Scholz, www.dw.de

Urheberrechtlicher Hinweis: Folgender Text der Deutschen Welle steht nur für den kostenfreien Abdruck im gedruckten Pfarrbrief zur Verfügung. Er darf redaktionell nicht bearbeitet oder gekürzt werden.

von

Arif Farahmand / Mehrnoosh Entezari, www.dw.de

Urheberrechtlicher Hinweis: Folgender Text der Deutschen Welle steht nur für den kostenfreien Abdruck im gedruckten Pfarrbrief zur Verfügung. Er darf redaktionell nicht bearbeitet oder gekürzt werden.

von

Esther Felden, www.dw.de

Urheberrechtlicher Hinweis: Folgender Text der Deutschen Welle steht nur für den kostenfreien Abdruck im gedruckten Pfarrbrief zur Verfügung. Er darf redaktionell nicht bearbeitet oder gekürzt werden.

Zahlen und Fakten 2014

von

PRO ASYL

SYRIEN ist mit großem Abstand das Hauptherkunftsland der Asylsuchenden. Die Opfer dieses inzwischen über vier Jahre andauernden Kriegs stellten 2014 fast ein Viertel (23%) aller Asylgesuche in Deutschland.

Unterstützungsmöglichkeiten durch Ehrenamtliche in den Pfarreien

von

Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e.V.

Begegnung

Zahlen und Fakten 2014

von

PRO ASYL

Weltweit gibt es so viele Flüchtlinge wie nie seit dem zweiten Weltkrieg, die Lage von Millionen Menschen ist verheerend. In Deutschland kommt nur ein kleiner Teil von ihnen an.

Die höchste Weltflüchtlingszahl seit dem zweiten Weltkrieg

Ökumenisches Friedensgebet

von

Msgr. François Yakan, Istanbul

Jesus Christus, Du gibst uns Dein Gebot
geschwisterlicher Liebe. Du öffnest uns darin
den Weg des Glücks und des Friedens.

Zahlen und Fakten 2014

von

PRO ASYL

Über 200.000 neue Asylanträge, so lautete die Prognose des Bundesinnenministeriums für das Jahr 2014. Schlussendlich wurden 173.072 Asylerstanträge gezählt – die höchste Zahl seit 1993 sowie die vierthöchste Zahl in der Geschichte der Bundesrepublik.

Zahlen und Fakten 2014

von

PRO ASYL

In über 35.000 Fällen von Asylanträgen hielt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge einen anderen EU-Staat für zuständig – die Zahl der Dublin-Verfahren* blieb damit auf konstant hohem Niveau, relativ betrachtet war jede/r Fünfte von Dublin betroffen.

von

Pfarrbriefservice.de

Jeder vierte Deutsche würde bei sich zu Hause Flüchtlinge aufnehmen. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid für "Bild am Sonntag" im April 2015.

und Er ist mitten unter ihnen

von

Norbert Copray

Sie kommen in Booten übers Meer,
überwinden Stacheldraht und Mauern,
versteckt in Containern und Maschinen,
ausgebeutet, drangsaliert und matt
– und Er ist mitten unter ihnen

Ein Kommentar

von

Eckhard Raabe

Wir in der ersten Welt werden abgeben müssen von dem, was wir haben: Unseren Reichtum, unseren Besitz, unsere Häuser, unsere Arbeitsplätze und unsere Bildungschancen. Wir werden all das teilen müssen mit denen in der sogenannten 3. Welt, die gar nichts haben, die jetzt in unser Land drängen.

Asylanträge in Industriestaaten nehmen zu. Die meisten Flüchtlinge aber bleiben im eigenen Land oder fliehen in umliegende Staaten.

von

2014 wurde die höchste Zahl von Asylanträgen in Industriestaaten seit 22 Jahren verzeichnet. Die Gründe hierfür: die Kriege in Syrien und dem Irak sowie andere bewaffnete Konflikte und Menschenrechtsverletzungen.

Eine Geschichte vom Herrn Ka

von

Peter Weidemann

Herr Ka wurde gefragt, warum Maria und Josef mit dem Jesuskind nach Ägypten geflüchtet seien. Vielleicht, weil Europa seine Grenzen dicht gemacht hatte, antwortete Ka.

Peter Weidemann, in: Pfarrbriefservice.de

Tipps für Pfarrbriefredaktionen

Flüchtlinge vor Ort

  1. Wer hat in Ihren Gemeinden Zuflucht gefunden? Woher stammen diese Menschen? Was haben sie erlebt? Was wünschen sie sich für die Zukunft?
    Direkte Gespräche mit den Flüchtlingen scheitern möglicherweise an Sprachproblemen oder weil diese Menschen Fremden gegenüber nicht über ihre Erlebnisse sprechen möchten. Vielleicht gibt es einen Betreuer, einen Paten, der mehr über die Flüchtlinge und ihre Schicksale weiß. Berichten Sie davon Ihren Leserinnen und Lesern im Pfarrbrief.
  2. Wie leben die Flüchtlinge in Ihren Gemeinden? Wo und wie sind sie untergebracht? Wie versorgen sie sich? Was ist, wenn jemand ärztliche Hilfe braucht? Können die Kinder in die Schule gehen? Besuchen Sie eine Flüchtlingsunterkunft, am besten zusammen mit einem Betreuer, und machen Sie sich selbst ein Bild von der Situation. Schreiben Sie für den Pfarrbrief auf, was Ihre Eindrücke und Erfahrungen sind.

Wer hilft?

  1. Wer engagiert sich in Ihren Gemeinden für Flüchtlinge? Wie schaut die Hilfe konkret aus? Wie können weitere Interessierte mithelfen? Fragen Sie nach und schreiben Sie darüber in Ihrem Pfarrbrief mit Nennung von Kontaktdaten und weiteren wichtigen Informationen, die eine Mithilfe erleichtern.
  2. Wie geht es den Helfern mit ihrem Engagement? Welche Erfahrungen machen sie? Mit den Flüchtlingen? Aber auch mit den Einheimischen? Was ist ihre Motivation? Bitten Sie zum Interview und stellen Sie ein oder zwei Helfer näher vor. Denken Sie auch an ein Bild.

Beispiele aus anderen Pfarrbriefredaktionen

  1. Die Pfarrbriefredaktion der Pfarrgemeinde St. Martinus in Moers machte das Thema „Dem Fremden Heimat geben“ zum Schwerpunktthema des Oster-Pfarrbriefes von 2015. Neben eher grundsätzlichen Texten, die den christlichen Auftrag unterstreichen, sich um Fremde zu kümmern, geht es um die konkrete Situation der Asylbewerber in Moers und um Hilfsmöglichkeiten: http://www.st-martinus-moers.de/cms/front_content.php?idcat=2&idart=2762

Videofilm: Ablauf des deutschen Asylverfahrens

Anhand eines Films und einer Begleitbroschüre erklärt das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge den Ablauf eines Asylverfahrens. Der Film richtet sich in erster Linie an Flüchtlinge und Organisationen, die deren erste Anlaufstellen sind: z.B. Kommunalverwaltungen, Beratungsstellen, Kirchen und Wohlfahrtsverbände. Er soll ihnen als zusätzliche Unterstützung in Beratungsgesprächen dienen.

Film und Broschüre stehen neben deutsch in den weiteren Sprachen Englisch, Albanisch, Arabisch, Dari, Farsi, Französisch, Paschtu, Russisch und Serbisch bereit und können unter http://www.bamf.de/SharedDocs/Videos/DE/BAMF/ablauf-asylverfahren.html?nn=1367542 heruntergeladen oder bestellt werden.

Videotipp für Kinder: "Willi im Flüchtlingslager"

Nicht nur in Deutschland und Europa werden Flüchtlinge aufgenommen. Willi Weitzel, bekannter Moderator der Kindersendung „Willi wills wissen“, besuchte für das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ ein großes Flüchtlingslager im afrikanischen Malawi. Im Film geht er den Fragen nach: Woher stammen diese Menschen? Warum mussten sie fliehen? Wie sieht der Alltag von Flüchtlingskindern und ihren Familien aus? Welche Perspektive gibt es für ihre Zukunft? http://www.sternsinger.org/sternsingen/sternsingen-2014/
sternsinger-materialien/film-willi-im-fluechtlingslager.html

Diaspora-Aktion 2015 zum Thema "Flüchtlinge"

Flüchtlinge in Deutschland willkommen heißen – das ist der Schwerpunkt der Diaspora-Aktion im November 2015 des Bonifatiuswerkes. Aktionsmaterialien finden Sie bald unter http://www.bonifatiuswerk.de/diaspora-aktion/.

Filmtipps des Katholischen Filmwerks

Kurzfilm-Tipp des Kath. Filmwerks: Sores und Sirin

Die kurdischen Geschwister Sores und Sirin haben im Irakkrieg ihre Eltern verloren und mit schweren Verletzungen überlebt. Eine Hilfsorganisation brachte die Kinder zur medizinischen Betreuung nach Deutschland. Bei ihrer deutschen Pflegemutter finden sie schließlich ein neues Zuhause. Doch Sores bittet den Großvater, nach Deutschland zu kommen und ihn und Sirin in den Irak zurückzubringen. Das Leben der Geschwister droht ein weiteres Mal zu zerbrechen (deutsche Sprachfassung, z.T. kurdisch mit deutschen Untertiteln).

Deutschland, 2008, 23 Minuten
Ein Film von Katrin Gebbe
Produktion: Hamburg Media School, Filmwerkstatt, Stephanie Blum
empfohlen ab 14 Jahren

Erhältlich ist die DVD des Films sowie eine Arbeitshilfe für Schulen und Gemeindearbeit unter http://lizenzshop.filmwerk.de/shop/detail.cfm?id=1400 oder in Ihrer Medienzentrale.

Spielfilm-Tipp des Kath. Filmwerks: Die Farbe des Ozeans

Ein Urlaubstag auf Gran Canaria. Die junge Touristin Nathalie entdeckt am Strand ein Flüchtlingsboot mit Afrikanern, viele Kinder, einige tot, einige verletzt. Nathalie will helfen, vor allem einem Mann mit seinem Sohn. Doch welche Art von Hilfe ist die richtige? Hochaktuell erzählt der Film von der Situation der Flüchtlinge auf der Suche nach Schutz vor Verfolgung und nach Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Behörden sind überfordert, die Flüchtlinge kämpfen um ihr Leben. Der Film wertet nicht, sondern stellt die Positionen nebeneinander. Dies geschieht ohne große Emotionen und macht doch stark betroffen. Über allem steht die Absurdität des Nebeneinanders von Urlaubsparadies und harter Realität. Es bleibt die Frage: Was würde man selber tun?

Deutschland/Spanien, 2011, 92 Minuten
Ein Film von Maggie Peren
Produktion: SÜDART Filmproduktion, El Olivo Producciones Audiovisuales S.L. (ES)
empfohlen ab 14 Jahren, FSK 12

Erhältlich ist die DVD des Films sowie eine Arbeitshilfe für Schulen und Gemeindearbeit unter http://lizenzshop.filmwerk.de/shop/detail.cfm?id=1976 oder in Ihrer Medienzentrale.