Geprüft: Der „Weihnachtsbrief“ der Seelsorgeeinheit Heidenheim-Nord

Christine Cüppers
Pfarrbrief der Seelsorgeeinheit Heidenheim-Nord, Titelseite

© Seelsorgeeinheit Heidenheim-Nord

Die Titelseite des „Weihnachtsbriefs“ der Seelsorgeeinheit Heidenheim-Nord, Ausgabe 4. Advent 2017

Wie gut und wertvoll ist es, wenn sich in Pfarreiengemeinschaften und Seelsorgeeinheiten viele Menschen mit vielen unterschiedlichen Interessen und Neigungen in vielen Projekten und Aktivitäten engagieren. Der Blick in den Weihnachtspfarrbrief aus Heidenheim-Nord zeigt solch vielseitiges Engagement. Allerdings wird auch deutlich, wie schwierig es ist, mit dieser Vielfalt im Pfarrbrief umzugehen.

Die 24 Seiten wimmeln quasi nur so von Menschen und Gruppen, die das Gemeindeleben (mit-)gestalten und bereichern. Schade, wenn dann „nur“ über sie berichtet wird – und das in der Regel auch sehr kurz und knapp –, weil so viele andere Aktivitäten noch angekündigt und vermeldet sein wollen. Dabei wäre es für den Leser (erst recht für den, der nicht regelmäßig zur Kirche kommt) doch überaus interessant, die Menschen etwas näher kennenzulernen. Wer sind z.B. die beiden, die sich als Mesner ablösen? Was sind das für Männer, die den deutsch-arabischen Gottesdienst vorbereiten und gestalten? Solche Geschichten sind die Kür im Pfarrbrief. Leider fällt die meist dem reinen Pflichtprogramm zum Opfer.

Titelseite

Ja, diese Titelseite ist eine freundliche, gut gestaltete Einladung, sich in die Pfarrbrieflektüre zu vertiefen. Im oberen Teil erhält der Leser die notwendigen Informationen zum Produkt. Dann fällt der Blick auf das stimmige Titelfoto. Schade nur, dass man nirgendwo im Pfarrbrief erfährt, von wem das Foto stammt und wo diese Krippendarstellung eventuell zu besichtigen wäre.
Immer eine gute Idee ist es, dem Leser auf der Titelseite gleich einige „Appetithappen“ aus dem Inhalt zu präsentieren. Damit wird Interesse geweckt. Die Anzahl der Häppchen sollte jedoch beschränkt sein, sich auf drei bis fünf reduzieren, um das „Gesamt-Menü“ nicht gleich vorwegzunehmen.

  • Pfarrbrief der Seelsorgeeinheit Heidenheim-Nord, gelungen S2

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  • Pfarrbrief der Seelsorgeeinheit Heidenheim-Nord, gelungen S6

    © Seelsorgeeinheit Heidenheim-Nord

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  • Pfarrbrief der Seelsorgeeinheit Heidenheim-Nord, gelungen S9

    © Seelsorgeeinheit Heidenheim-Nord

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Gelungen

Bild 1: Die zweite Pfarrbriefseite eignet sich in der Regel hervorragend als Service-Seite: In unserem Beispielpfarrbrief finden unter der ansprechenden Überschrift „Ihr Weg zu uns“ auf der Seite 2 die wichtigen Kontaktdaten Raum. Übersichtlich werden die Ansprechpartner in den einzelnen Gemeinden genannt und mit Anschrift, Telefonnummer und Mail-Adresse aufgeführt. Sehr wichtig auch der Hinweis auf die Homepage, auf der aktuelle Termine und Informationen zu finden sind. Auch der Terminkalender mit einer Übersicht über wichtige Veranstaltungen im ersten Halbjahr ist hier gut aufgehoben. Somit wäre diese Seite auch genau die richtige für das Impressum, anstatt immer wieder eine neue Stelle dafür zu suchen. Sollte der Platz zu eng werden, müssten im Zweifelsfall die Termine an einen neuen Ort im Pfarrbrief verschoben werden. Der Leser hat es leichter, wenn alle Service- und Kontaktdaten auf einer Seite zu finden sind.

Bild 2: Obwohl die Sternsinger-Aktion schon seit 60 Jahren „dazugehört“ und im Grunde ihre feste Tradition hat, gibt es immer wieder Menschen, die genau das nicht kennen, die nicht um den Brauch wissen und um die wertvolle Hilfe, die die Kinder dadurch leisten. Da ist es gut und richtig, dies im Pfarrbrief darzustellen und auch den Aktiven ein öffentliches Dankeschön für ihren Einsatz auszusprechen. Das i-Tüpfelchen wäre es, wenn ein oder einige Sternsinger im kurzen Interview von ihren Erlebnissen und ihrer Motivation berichten würden und so die Geschichte rund, lebendig und persönlich machten.

Bild 3: Zur Seelsorgeeinheit gehört auch eine italienische Gemeinde. Da spricht es für ein gutes Miteinander, wenn deren Angehörige sich ebenfalls im Pfarrbrief wiederfinden. In italienischer Sprache wird in Wort und Bildern über das Patronatsfest berichtet. Leser mit minimalen Sprachkenntnissen können aus dem Text und aus den Bildern erfahren, dass es eine frohe, gelungene Feier war. Trotzdem sollte es wenigstens eine deutsche Zusammenfassung in einigen Sätzen geben. So nämlich könnte der Eindruck entstehen, als wolle die italienische Gemeinde eher unter sich bleiben. Ein falscher Eindruck, der mit einer Kurzversion in Deutsch behoben wäre. Für die Gemeinschaft mit- und untereinander ist der Beitrag auf jeden Fall ein Gewinn.

  • Pfarrbrief der Seelsorgeeinheit Heidenheim-Nord, ausbaufähig S3

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  • Pfarrbrief der Seelsorgeeinheit Heidenheim-Nord, ausbaufähig S8

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  • Pfarrbrief der Seelsorgeeinheit Heidenheim-Nord, ausbaufähig S12

    © Seelsorgeeinheit Heidenheim-Nord

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Ausbaufähig

Bild 4: Der Weihnachtsgruß des Pfarrers ist am idealen Platz zu finden, auf Seite 3. Und inhaltlich bietet er viele anregende Gedanken zum bevorstehenden Fest. Allerdings: Die Aufmachung dieses wertvollen Beitrags ist alles andere als ansprechend. Ein mächtiger Textblock steht da vor den Leseraugen. Soll ich den wirklich in Angriff nehmen, mag sich mancher fragen. Die schnelle Kapitulation könnte durch Auflockerung des Textes durch einige Zwischentitel und/oder ein ansprechendes Bild des Autors verhindert werden. Natürlich müsste der Beitrag dann einige Zeilen gekürzt werden. Im Interesse der Lesefreundlichkeit wäre das aber sicher sinnvoll.

Bild 5: Kästchen und farbliche Text-Unterlegungen dienen hin und wieder der guten Übersichtlichkeit. An anderen Stellen im Pfarrbrief (wie auf der Sternsinger-Seite, s. Bild 2) enthalten sie Hintergrund- oder Zusatzinformationen. Auf dieser Seite aber machen weder die Kästen noch die Hintergrundfarben wirklich Sinn, sondern stören eher die gesamte Seiten-Optik. Das Foto wirkt dagegen noch winziger, als es sowieso schon ist. Abgesehen davon, dass auch die Bildunterschrift fehlt (wie übrigens fast im ganzen Pfarrbrief!), müsste das Bild unbedingt etwas größer sein, um einen Aussagewert zu haben. Und die Meldungen in der linken Spalte behalten ihren Informationsgehalt auch ohne Rahmen und Farbe.

Bild 6: Dieser Beitrag über das Jubiläum des Kirchengemeinderates steht stellvertretend für viele „verschenkte“ Geschichten, die in diesem Pfarrbrief zu finden sind: Auf insgesamt zwei Seiten wird ausführlich über die Geschichte des Gremiums, seine Entwicklung und seine Aufgaben berichtet. Erst im vorletzten Absatz ist davon die Rede, dass sich „zahlreiche Frauen und Männer etliche, teilweise sogar viele Jahre ihres Lebens“ für die wichtige Arbeit eingebracht haben. Warum aber berichten die nicht selber über ihre Tätigkeit? Warum schildern sie nicht ihre Motivation und ihre Erfahrungen? Entweder in Form einer kleinen Reportage oder als Interview mit Bildern der Gesprächspartner wäre die Geschichte wesentlich interessanter.

Allgemeine Informationen:

  • Erscheinungsweise: zweimal im Jahr (zu Weihnachten und Ostern oder Pfingsten)
  • Auflage:  1600 Exemplare
  • Umfang: 24 Seiten
  • Format: DIN A 5
  • Verteilung: durch Ehrenamtliche an die Haushalte sowie Auslage in den Kirchen und an öffentlichen Stellen
  • Kontakt zur Redaktion: Katholisches Pfarramt Mariä Himmelfahrt, Aalener Straße 42/1, 89551 Königsbronn, E-Mail: wietschorke@se-hdhn.de.
Geschrieben von: 
Logo des Pfarrbrief-Checks von Pfarrbriefservice.de

Möchten auch Sie eine wohlwollend-kritische Besprechung Ihres Pfarrbriefes? Die beiden Journalistinnen Christine Cüppers und Ingrid Fusenig nehmen Pfarrbriefe unter die Lupe. Wer diesen kostenfreien Service von Pfarrbriefservice.de nutzen möchte, schickt am besten sowohl eine pdf-Datei des Pfarrbriefs an elfriede.klauer@pfarrbriefservice.de als auch die gedruckte Version per Post an Pfarrbriefservice.de, Team Pfarrbrief-Check, Haus Sankt Bruno, Promenade 37, 97437 Haßfurt. Jede Pfarrbriefredaktion erhält einen kostenfreien schriftlichen Prüfbericht, ausgewählte Beispiele werden nach Absprache online besprochen.

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