Geprüft: der Pfarrbrief der Pfarreiengemeinschaft Kaisersesch

Christine Cüppers
Pfarrbrief Kaiseresch, Titelseite

© Pfarreiengemeinschaft Kaisersesch

Die Titelseite des Pfarrbriefs Kaisersesch, Nr. 2/2018

25 einzelne Gemeinden sind auf der Titelseite des Pfarrbriefs für die Pfarreiengemeinschaft Kaisersesch aufgeführt. Da fällt es nicht schwer, sich die Problematik bei der inhaltlichen Gestaltung, bei Sortierung und Zuordnung von Terminen und Gottesdiensten vorzustellen. Eine Mammutaufgabe für die Redaktion, denn schließlich will und soll jede Gruppierung, jeder Verein mit seinen Angeboten vertreten sein.

Dieses gute Recht sollte aber enden, wenn Dopplungen entstehen und gleiche Formulierungen verwendet werden. Im vorliegenden Pfarrbrief-Exemplar fallen die Wiederholungen bei den Ankündigungen des Weltgebetstages der Frauen und erst Recht in der Rubrik „Für Senioren“ auf. Ganze elf Mal wird da auf Seniorennachmittage hingewiesen. Und das mit nahezu gleichen Sätzen. Das ist eindeutig des Guten zu viel! Hier wäre ein übersichtliches Kalenderblatt oder eine Tabelle mit knappen Einträgen sinnvoller und platzsparender. Und für weitere Informationen könnten auf einer Kontaktdaten-Seite die Ansprechpartner genannt werden.

Titelseite

Ein ausdrucksstarkes Foto als Blickfang, inhaltliche „Appetithappen“ und alle wichtigen Informationen über die Publikation – das sind die Bestandteile einer guten Titelseite. Diese Anforderungen sind hier alle erfüllt: Der Leser wird optisch angesprochen und durch die Stichworte aus dem Inhalt gleich  mitgenommen in den Pfarrbrief. Dass das Farbkonzept vom Umschlag innen weitergeführt, sozusagen der violette Faden beibehalten wird, ist ein gestalterisches Plus. Einzig der Name „Pfarrbrief“ ist nicht gerade mitreißend. Da gibt es andere Beispiele und Ideen, die Emotionen wecken und die Beziehung zwischen Pfarrei und Lesern stärker zum Ausdruck bringen.

  • Pfarrbrief Kaiseresch, gelungen S3

    © Pfarreiengemeinschaft Kaisersesch

    Bild 1

  • Pfarrbrief Kaiseresch, gelungen S15

    © Pfarreiengemeinschaft Kaisersesch

    Bild 2

  • Pfarrbrief Kaiseresch, gelungen S73

    © Pfarreiengemeinschaft Kaisersesch

    Bild 3

Gelungen

Bild 1: Auf der Titelseite ist die Frage nach der Weltveränderung angesprochen, die das geistliche Wort aufgreift und weiterführt. Damit wird das Schwerpunktthema dieses Pfarrbriefs deutlich: Informationen, Gebet und Hintergründe zur Misereor-Fastenaktion bieten dem Leser verschiedene Perspektiven und Materialien rund um diese Aktion des Hilfswerks. Schade, dass beim geistlichen Wort (und leider nicht nur da) der Autorenhinweis fehlt. Schließlich sollte der Leser doch wissen, wer sich hier seine Gedanken gemacht hat.

Bild 2: Eine Vielzahl von Gottesdienst-Angeboten in immer größer werdenden Gemeinde-Räumen übersichtlich und eindeutig zu präsentieren, das ist eine besondere Herausforderung für Pfarrbrief-Redaktionen. Die Lösung, die für die Pfarreiengemeinschaft Kaisersesch gefunden wurde, ist optisch wie inhaltlich ausgesprochen gelungen. Ohne Schnörkel, sondern vollkommen klar sind die Gottesdienste chronologisch zusammengestellt. Uhrzeit, Ort und Angebot mit Zusatzinformationen wie den Intentionen werden genannt. Da findet sich jeder Leser zurecht und kann aus dem breiten Gesamtangebot seine Favoriten wählen.

Bild 3: Pfarrbriefe sollen ja nicht nur „Verlautbarungs-Organe“ sein, sondern mehr bieten als Gottesdienstordnung und Terminhinweise. Ein Beispiel für eine gelungene Service-Rubrik sind die Buchtipps. Mancher Leser wird dankbar sein für derartige Hinweise zur eigenen Lektüre oder auch als Geschenkidee.

  • Pfarrbrief Kaiseresch, ausbaufähig S10

    © Pfarreiengemeinschaft Kaisersesch

    Bild 4

  • Pfarrbrief Kaiseresch, ausbaufähig S45

    © Pfarreiengemeinschaft Kaisersesch

    Bild 5

  • Pfarrbrief Kaiseresch, ausbaufähig S63

    © Pfarreiengemeinschaft Kaisersesch

    Bild 6

Ausbaufähig

Bild 4: Die Rubrik an sich ist gelungen: Den Blick aus der eigenen Pfarreiengemeinschaft ins Bistum und weiter hinaus in die Weltkirche zu lenken, ist für die Leser auf jeden Fall ein Gewinn. Schade nur, wenn diese wertvolle Blickfeld-Erweiterung an optischen Unzulänglichkeiten scheitert. Der Hinweis auf die Veranstaltung würde sicher manchen Leser ansprechen und zur Teilnahme anregen – wenn er nicht als dicker Brocken daherkäme. Eineinhalb Seiten Text wirken erdrückend und laden nicht wirklich zum Lesen ein. Da fehlt es an mindestens zwei Zwischenüberschriften zur Gliederung und an einem passenden Bild.

Bild 5: Hier ist ein Beispiel für unnötige Wiederholung: Die Einladungen zu den vier Seniorennachmittagen lauten fast alle gleich. Ganze drei Seiten werden  benötigt, um alle elf Seniorennachmittage anzukündigen. Dabei könnten diese Meldungen locker auf einer Seite stichwortartig oder in einem Kalenderblatt zusammengefasst werden. Damit stünde freier Platz zur Verfügung, der für ein Portrait über einen besonderen Menschen oder für ein kleines Interview bestens geeignet wäre.

Bild 6: Grundsätzlich ist nichts einzuwenden gegen schwarz-weiße Fotos im Pfarrbrief. Im Gegenteil! Aber dann spielen Motivauswahl, Qualität und besonders die angemessene Größe eine noch größere Rolle als beim Bunt-Foto. Das Bildchen zum Weihnachtskonzert hat leider gar keine Aussagekraft. Der Leser muss schon ganz genau hinschauen, um überhaupt zu erkennen, was da abgebildet ist. Abgesehen davon, dass auch noch die erläuternde Bildunterschrift fehlt, macht ein solches Foto keinen Sinn.

Allgemeine Informationen:

  • Erscheinungsweise: in der Regel alle fünf Wochen
  • Auflage: 3300 Exemplare
  • Umfang: 76 Seiten
  • Format: DIN A 5
  • Verteilung: Verteilung durch Ehrenamtliche sowie Verkauf in Kirchen und Geschäften
  • Kontakt zur Redaktion: Pfarreiengemeinschaft Kaisersesch, Koblenzerstraße 30, 56759 Kaisersesch, E-Mail: pfarreiengemeinschaft-kaisersesch@web.de
Geschrieben von: 
Logo des Pfarrbrief-Checks von Pfarrbriefservice.de

Möchten auch Sie eine wohlwollend-kritische Besprechung Ihres Pfarrbriefes? Die beiden Journalistinnen Christine Cüppers und Ingrid Fusenig nehmen Pfarrbriefe unter die Lupe. Wer diesen kostenfreien Service von Pfarrbriefservice.de nutzen möchte, schickt am besten sowohl eine pdf-Datei des Pfarrbriefs an elfriede.klauer@pfarrbriefservice.de als auch die gedruckte Version per Post an Pfarrbriefservice.de, Team Pfarrbrief-Check, Haus Sankt Bruno, Promenade 37, 97437 Haßfurt. Jede Pfarrbriefredaktion erhält einen kostenfreien schriftlichen Prüfbericht, ausgewählte Beispiele werden nach Absprache online besprochen.

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