Geprüft: „St. Martinus-Magazin“ der katholischen Kirchengemeinde GocherLand

Christine Cüppers
Pfarrbrief st. martinus, GocherLand, Titelseite

© Kath. Kirchengemeinde Gocher Land

„st. martinus magazin“ – Titelseite der Ausgabe Pfingsten 2019

Es gibt viele gute Gründe, alte Pfarrbrief-Konzepte zu überdenken und sich an Veränderungen zu wagen: Zusammenlegungen von Pfarreien, die finanziellen Herausforderungen an Kirchengemeinden oder ganz einfach der Wunsch, auf neue, modernere Art und Weise mit den Menschen zu kommunizieren. Die Redaktion für das GocherLand hat bei den Veränderungen das vorrangige Ziel, die Menschen mitzunehmen, ihnen die Neuerungen vorzustellen, statt sie zu überrumpeln.

Die grundsätzliche Absicht, so schreibt der Hauptredakteur im Editorial der ersten neuen Magazin-Ausgabe, bleibe weiter bestehen. Wie der bisherige Pfarrbrief will das Magazin „Kirche vor Ort transparent, interessant und verbindend darstellen“. Neu werden künftig u.a. ein Schwerpunktthema, ein dazu passendes Titelblatt, eine bewusst gestaltete letzte Seite, ein vereinheitlichtes Layout und eine Aufteilung des Magazins in vier Hauptrubriken sein. Das alles und was die Redaktion zu dieser Veränderung motiviert hat und was sie sich erhofft, ist das Schwerpunktthema dieser Ausgabe. Die Menschen im GocherLand sind vielleicht nicht alle begeistert von den Veränderungen. Mit der gewählten Transparenz und der Ankündigung, dass es weiter Änderungen und vor allem konstruktive Diskussionen geben darf, müsste sich aber Jede und Jeder ernstgenommen fühlen.

Titelseite

Der Pfarrbrief wird zum Magazin. Deutlich zeigt das Titelbild der ersten Ausgabe, wie das neue Kapitel aufgeschlagen wird. Dass das nicht „einfach so“ im Hintergrund und nur für die Insider nachvollziehbar geschieht, das verspricht das Titelthema. Die inhaltliche Neuerung macht sich auch in der optischen Gestaltung bemerkbar durch die farbliche Gestaltung und vor allem den neuen Namen: St. Martinus-Magazin heißt der Pfarrbrief jetzt. Und der Leser darf gespannt umblättern und nachschauen, was ihn künftig erwartet.

  • Pfarrbrief st. martinus, GocherLand, gelungen S6

    © Kath. Kirchengemeinde Gocher Land

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  • Pfarrbrief st. martinus, GocherLand, gelungen S13

    © Kath. Kirchengemeinde Gocher Land

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  • Pfarrbrief st. martinus, GocherLand, gelungen S22

    © Kath. Kirchengemeinde Gocher Land

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  • Pfarrbrief st. martinus, GocherLand, gelungen S56

    © Kath. Kirchengemeinde Gocher Land

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Gelungen

Bild 1: Jede Veränderung bringt Sorgen und Ängste und vor allem viele Gerüchte mit sich. Diese werden oft einfach ignoriert. Man ärgert sich, statt die offensive Auseinandersetzung zu suchen. Das läuft im GocherLand anders. Ein Redaktionsmitglied wagt sich mutig in die Gerüchteküche vor, greift die Verwirrungen auf und stellt ganz deutlich dar, „was sich NICHT ändert“. Das Positive herausstellen, Gerüchte als solche enttarnen und die Leser mit der Freude an den guten Veränderungen anstecken, das ist eine wertvolle Mission der Autorin. Sicher wird sie manchen Leser zum Nachdenken anregen und Zustimmung ernten können.

Bild 2: Mal ehrlich: Wer versteht schon so ganz die Strukturen von Kirchenvorständen? Dabei leisten die Mitglieder eine wichtige, wertvolle Arbeit im Interesse der Gesamtgemeinde. Und so ist es mehr als lobens- und lohnenswert, das Gremium in Struktur und Zusammensetzung im Pfarrbrief vorzustellen. Das Organigramm ist ein überaus gelungener Beitrag, wichtige Fragen zu beantworten.

Bild 3: Etwas, das dieses Pfarrmagazin besonders auszeichnet, sind die Überschriften: „Kirche statt Karneval“ ist doch eine Titelzeile, die neugierig macht. Zwei Unterzeilen informieren dann, worum es in dem Text genauer geht. Hier handelt es sich um eine Fahrt der Firmbewerber nach Rom und zwar über die Karnevalstage. Neugier wecken und zum Weiterlesen einladen, das sind die Aufgaben der Überschriften. In diesem Magazin erfüllen sie den Auftrag allesamt. Und das ist keineswegs einfach! Eine gute Überschrift braucht intensives Überlegen und beim Autor die Fähigkeit, Textinhalte auf ein Minimum zu komprimieren und Spannung zu wecken, ohne schon alles preiszugeben.  

Bild 4: Was für eine originelle Idee! Unter der Kopfzeile „Stellenangebote“ findet der Pfarrbrief-Leser ganz unterschiedliche Angebote, sich in den einzelnen Gemeinden einzubringen. So wird für die Homepage ein kreativer Gestalter gesucht. Wer schon immer mal Leuten die Leviten lesen wollte, sollte sich unbedingt für den Lektorendienst angesprochen fühlen. Gastgeber für den lebendigen Adventskalender werden gesucht. Und wer sonst noch gute Ideen hat, ist auf jeden Fall eingeladen, „aktiver Teil unserer lebendigen Pfarrgemeinde zu sein“. Na, wenn man so originelle und freundliche Stellenangebote erhält, kann man doch gar nicht ablehnen, oder?

  • Pfarrbrief st. martinus, GocherLand, ausbaufähig S26

    © Kath. Kirchengemeinde Gocher Land

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  • Pfarrbrief st. martinus, GocherLand, ausbaufähig S31

    © Kath. Kirchengemeinde Gocher Land

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  • Pfarrbrief st. martinus, GocherLand, ausbaufähig S61

    © Kath. Kirchengemeinde Gocher Land

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Ausbaufähig

Bild 5: Grundsätzlich ist dieser Beitrag über die geplante Wallfahrt nach Kevelaer eine schön aufbereitete Einladung. Alle wichtigen Informationen werden gegeben und der Leser darf sich willkommen fühlen. Auf dieser eigentlich runden Seite fallen jedoch zwei Bestandteile als irritierend und optisch wenig gelungen ins Auge: Da ist zunächst das unübersichtliche Schriftbild beim Pilgerplan. Im Gegensatz zur sonstigen Grundschrift wirkt die Schrift hier unübersichtlich und schwer lesbar. Unnötigerweise, denn durch den grau unterlegten Kasten wird der Plan ja gut hervorgehoben. Nicht gut erkenn- und lesbar ist auch das kleine Einladungsplakat. Zugegeben, es wendet sich an Kinder und Kommunionkinder, die in der Regel noch sehr gute Augen haben und Kleinstschrift problemlos lesen können. Für die benötigten Begleitpersonen dürfte das allerdings schon schwerer werden.

Bild 6: Von der Idee her verdient der „musikalische Steckbrief“ ein kräftiges Lob. Genau solche Portraits von Menschen, die in der Gemeinde wirken, eignen sich wunderbar für den Pfarrbrief. Lockerer Lesestoff, in dem ein Mensch vorgestellt wird, der „irgendwie dazugehört“, von dem man aber oft gar nicht viel weiß. Gerade solche Beiträge sollten aber nicht aus der Perspektive der „Draufsicht“ geschrieben werden. Um den Leseanreiz zu erhöhen und Abwechslung in die Textarten zu bringen, wäre in diesem Fall ein Interview die ideale Form, das Portrait zu zeichnen. Im Dialog stellt der Kirchenmusiker seinen Werdegang, seine Liebe zur Musik, die Tätigkeit in der Gemeinde und seine Pläne für die Zukunft dar. Das wirkt persönlicher, direkter und damit ansprechender.

Bild 7: „Super wichtig“ findet das Redaktionsteam die Kinderseite(n), wie es selbst schreibt. Und das ist auch gut so. Die Pfarrbrief-Redaktion weiß genau: Die Kleinen von heute sind die Leser von morgen, die es bei Zeiten im Blick zu behalten gilt. So werden gleich auf mehreren Seiten verschiedene Bausteine präsentiert, so dass die Kinder lachen, lernen, lesen und mitmachen können. Schade nur, dass die drei Kinderseiten nicht wirklich kindgerecht gestaltet sind. Die Beiträge sind „einfach so“ hintereinander gereiht. Und die tolle Mitmachaktion zur Belebung des Maskottchens geht am Ende eher unter. Wie wäre es mit einer Aufteilung der Seiten in „Sachen zum Lachen“, „Geschichte für Kinder“ und „Zum Mitmachen“ und einer entsprechenden kindgerechten Gestaltung?

Hinweis: Aus Gründen des Datenschutzes sind Gesichter und Namen auf den gezeigten Beispielseiten teilweise unkenntlich gemacht.

Allgemeine Informationen:

  • Erscheinungsweise: zweimal im Jahr zum Advent und zu Pfingsten
  • Auflage:  5.300 Exemplare
  • Umfang: 64 Seiten
  • Format: DIN A 4
  • Verteilung: durch Ehrenamtliche an alle Haushalte im GocherLand sowie Auslage an den Schriftenständen der Kirchen
  • Kontakt zur Redaktion: Kirchengemeinde St. Martinus GocherLand, Hevelingstraße 110, 47574 Goch-Pfalzdorf, E-Mail: redaktion@gocherland.de.
Geschrieben von: 
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