Könnte, Hätte, Wollte, Machen!

Globaler Klimastreik am 20. September 2019

Weltweit streiken Kinder und Jugendliche seit Monaten unter dem Motto #FridaysForFuture für echten Klimaschutz und eine Zukunft ohne Klimakrise. Sie rufen uns zu:

„Viele Erwachsene haben noch nicht verstanden, dass wir jungen Leute die Klimakrise nicht alleine aufhalten können. Das ist eine Aufgabe für die gesamte Menschheit. (...) Deshalb rufen wir alle Menschen zu einem weltweiten Klimastreik auf.“ Greta Thunberg und Aktivist*innen von #FridaysForFuture

Inhalte zum Thema „Schöpfung bewahren“ auf Pfarrbriefservice.de

Anlässlich des Klimastreiks haben wir für Sie auf einer Sonderseite alle Beiträge rund ums Thema „Schöpfung bewahren“ auf Pfarrbriefservice.de zusammengestellt. Darüber hinaus gibt es dort Tipps, was Pfarrbriefredaktionen konkret tun können in Sachen Klimaschutz.

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15.04.2019 - 12:38

Weitere Materialien: 

Drei Tipps von Peter Naumann - Projektleiter CSR und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim Bergwaldprojekt

von Ronja Goj
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Peter Naumann: „Wenn ich drei Sachen im Leben weglasse, verringere ich meinen jährlichen CO2 Verbrauch auf 2,5 -3 Tonnen.

1. Ausgeflogen

Ich fliege innerhalb Deutschlands nicht. Das muss ich nicht. Das ist völliger Unsinn. Es hat früher auch ohne Flugzeug funktioniert. Ich kann die Bahn nehmen oder zur Not mit dem Auto fahren. Bei Doppelterminen entscheide ich mich für den wichtigeren. Telefonkonferenzen verringern auch den Reisestress. 

2. Ausgekohlt und ausgeölt

Ich überlege mir, wie ich meine Elektrizität, meine Energie organisiere. Das sollte nachhaltig sein, denn damit habe ich einen enormen Einfluss auf meine CO2 Bilanz.

3. Ausgegessen

Der dritte Punkt ist die Ernährung. Es ist nicht so, dass wir alle Vegetarier und Veganer werden müssen. Wichtig wäre, dass ich weniger Fleisch esse. Und dass ich mich für Biofleisch entscheide und kein Industriefleisch mehr kaufe.

So kann ich mein Leben neu aussteuern, ohne, dass ich mich verbiege, einschränke oder das Gefühl habe, wie ein Mönch zu leben. Es macht Spaß und ich belaste die Umwelt weniger.“

von: Ronja Goj, In: Pfarrbriefservice.de

Ein Interview mit Peter Naumann

von Ronja Goj
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Der Wald - die Grundlage unseres Lebens, die Entfremdung des Menschen von der Natur und die heilsame Kraft des Bergwaldprojekts. Darüber spricht Peter Naumann im Interview. Er ist Projektleiter CSR und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim Bergwaldprojekt.

Sich im Luxushotel vom anstrengenden Berufsalltag erholen. Am Buffet schlemmen, Wellness genießen, im Meer schwimmen. Wenn die Menschen diese Möglichkeiten haben, warum sollten sie sich stattdessen in ihren Ferien für Natur und Umwelt einsetzen?

Peter Naumann: Leider ist es so, dass Urlaubsreisen einen großen Einfluss auf die Umwelt haben, wenn sie mit dem Flugzeug gemacht werden. Ich glaube, die Leute machen sich im Moment kein Bild davon, in was für einer Situation wir sind. Wir haben ein riesiges Problem mit den CO2 Emissionen der Bevölkerung. Es sind ungefähr 12 Tonnen pro Nase und wir müssten runterkommen auf 2 Tonnen. Unsere Atmosphäre ist extrem mit CO2 und Methan belastet und wir arbeiten sehr stark daran, dass dadurch alle ökologischen Systeme kippen. Deswegen haben wir die Problematik mit dem Trinkwasser, mit heißen Sommern, mit Stürmen.

Daran wird sich in der Zukunft nicht viel ändern.

Aber wir sägen den Ast ab, auf dem wir sitzen. Ich bin kein Prophet, wenn ich sage, dass wir in 15 Jahren nicht mehr so leben können, wie wir es heute tun. Das wird eine ganz andere Welt sein. Wir werden uns in unseren Verhaltensweisen ganz stark verändern müssen, um den Planeten nicht völlig zu vernichten.

Und das Bergwaldprojekt rettet die Welt?

In den Bergwaldprojekten versuchen wir den Leuten ohne den erhobenen Zeigefinger aufzuzeigen, welche Bezüge die Menschen zur Natur haben. Und was ihre Bezüge zu sich selbst sind.

Wie gelingt das?

Das Bergwaldprojekt ist ein Verein, der seit 30 Jahren mit Freiwilligen im Wald arbeitet. Die Leute können sich zum Beispiel als Freiwillige anmelden und eine Woche mit Gleichgesinnten bestimmte Arbeiten ausführen. Die zweite Möglichkeit ist die Waldschule. Alle Bildungsträger können Jugendlichen ab der achten Klasse anbieten, sich an Waldschutzarbeiten zu beteiligen.

Und welche Arbeiten sind das, die Freiwillige übernehmen?

Das sind verschiedene Aufgaben. Das kann Waldumbau sein, also Pflanzung. Das kann Pflege sein, Bäume ausschneiden, um andere zu fördern. Das kann Biotoppflege sein. Das kann die Wiedervernässung von Mooren sein. Wir versuchen, dass die Leute mehrere Arbeiten in der Woche machen und somit die ganzen Aspekte vom Ökosystem Wald kennenlernen.

Aber die Menschen kennen doch das Ökosystem Wald.

Die Leute haben eine Sehnsucht nach dem Wald, aber sie wissen sehr wenig über ihn. Die Wenigsten wissen, dass er die Grundlage unseres Lebens ist. Weil Pflanzen, Tiere und Pilze so entscheidend miteinander arbeiten. Trinkwasser, Erosionsschutz, Holz und Artenvielfalt - das sind auch die Grundlagen, auf denen unsere Gesellschaft aufbaut.

Haben die Menschen den Zugang zur Natur über die Jahre verloren?

Ja, ich würde sagen drei Viertel der Menschen. Bei den Erwachsenen gibt es eine große Entfremdung von der Natur. Es ist erschreckend.

Woran liegt diese Entfremdung?

Wir haben eine virtuelle Welt, mit der wir uns auseinandersetzen. Besonders für die Jüngeren ist die virtuelle Welt, die nicht existiert, real. Deswegen ist eine Woche Bergwaldprojekt sehr heilsam. In den Schülerwochen sammeln wir zum Beispiel am ersten Abend die Smartphones ein und geben sie am Ende der Woche an die Schüler zurück. Davor motzen alle (lacht). Aber es gab noch nie jemanden, der sich danach darüber beschwert hat, denn die Jugendlichen merken, dass es toll ist.

Das bedeutet: Das Bergwaldprojekt bewirkt bei den Menschen etwas, arbeitet in ihnen.

Ja. Das Projekt macht etwas sehr Positives mit den Leuten. Sie merken, dass sie im Bergwaldprojekt etwas Sinnvolles tun. Sie erkennen ihre körperlichen Grenzen. Sie machen tolle geistige Erfahrungen. Sie sehen plötzlich das ganze unnütze Zeug, mit dem sie sich die ganzen Jahre beschäftigt haben. Sie erkennen neue Welten.

Und gehen verändert in ihren Alltag zurück?

Wenn Sie so etwas eine Woche gemacht haben, gehen Sie positiv verändert in den Alltag zurück. Die Erfahrungen sind nicht wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Da verdampft nichts. All diese Erfahrungen tragen die Leute ins eigene Leben. Sehr, sehr oft verändern sie ihr Alltagsverhalten, ihren beruflichen Alltag. Sie machen eine Fortbildung, suchen sich einen anderen Job. Wir haben sehr viele, die auf grüne Berufe umsatteln.

Die Menschen erkennen, dass sie als Einzelner etwas tun können. Dass es wichtig ist, dass sie etwas tun.

Ja, das Große am Bergwaldprojekt ist, dass es ein unfassbarer Hebel für die Nachhaltigkeit eines jeden Einzelnen ist. Denn sie merken, dass es nicht egal ist, wie sie sich verhalten. Das ist in dieser Zeit sehr wichtig. Viele Leute fühlen sich ohnmächtig. Sie denken: Ich kann sowieso nichts machen und die Politik macht nichts. Aber, wenn sie so eine Woche machen, stellen sie fest, dass nicht nur die Politik gefragt ist, sondern auch sie selbst und dass sie ein hohes Maß an Selbstwirksamkeit besitzen.

von: Ronja Goj, In: Pfarrbriefservice.de

Was ist denn das?

von Ronja Goj
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Ein Interview mit Peter Naumann - Projektleiter CSR und zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim Bergwaldprojekt.

Peter Naumann: Das Bergwaldprojekt ist ein Verein, der seit 30 Jahren mit Freiwilligen im Wald arbeitet. Die zweite Möglichkeit ist die Waldschule. Alle Bildungsträger können Jugendlichen ab der achten Klasse anbieten, sich an Waldschutzarbeiten zu beteiligen. Und der dritte Bereich ist das Coperate Volunteering. Das sind Unternehmen, die ihre Mitarbeiter in den Wald bringen.

Und welche Arbeiten übernehmen die Freiwilligen?

Sie übernehmen verschiedene Aufgaben. Das kann Waldumbau sein, also Pflanzung. Das kann Pflege sein, Bäume ausschneiden, um andere zu fördern. Das kann Biotoppflege sein. Das kann die Wiedervernässung von Mooren sein. Wir versuchen, dass Sie mehrere Arbeiten in der Woche machen und somit die ganzen Aspekte vom Ökosystem Wald kennenlernen.

Warum sollte ich so etwas machen, wenn ich mich auch im Luxushotel verwöhnen lassen kann?

Ich glaube, die Leute machen sich im Moment kein Bild davon, in was für einer Situation wir sind. Unsere Atmosphäre ist extrem mit CO2 und Methan belastet und wir arbeiten sehr stark daran, dass dadurch alle ökologischen Systeme kippen. Deswegen haben wir die Problematik mit dem Trinkwasser, mit heißen Sommern, mit Stürmen. Wir sägen den Ast ab, auf dem wir sitzen.

Ich habe bald eine Woche Urlaub. Kann ich in dieser Zeit im Bergwaldprojekt mitmachen?

Ja eine Woche ist möglich. Sie führen dann eine Woche lang mit Gleichgesinnten bestimmte Arbeiten aus.

Kann ich die Arbeiten auch bewältigen, wenn ich schon etwas älter bin?

Natürlich, bei uns sind Menschen zwischen 18-88 dabei. Alt und Jung.

Muss ich Kenntnisse mitbringen? Ich arbeite eigentlich im Büro.

Nein, beim Bergwaldprojekt sind alle Berufsklassen vertreten: vom Bundesbesoldungsbeamten, über den Manager, bis zum Punk. Menschen, die sich wahrscheinlich niemals sonst irgendwo treffen würden, haben für eine Woche einen gemeinsamen Fokus: den Wald. Da sind vielleicht auch Leute dabei, die ich in meinem normalen Alltag nicht sehen will. (lacht)

Ich möchte mich anmelden. Wie funktioniert das?

Sie gehen auf unsere Internetseite, suchen sich ein Projekt aus und melden sich an. Sie werden immer aufgefordert, ein Alternativprojekt anzugeben, an dem Sie gerne teilnehmen möchten, falls Ihr Wunschprojekt bereits ausgebucht ist.

Muss ich mich selbst um meine Unterkunft kümmern?

Nein, Sie sind im Bergwaldprojekt untergebracht. Im Sommer zelten Sie im Wald. Im Winter, im Frühjahr und im Herbst, wenn es draußen regnet und zu kalt ist, bieten wir Unterkünfte an.

Was erwartet mich, wenn ich im Bergwaldprojekt ankomme? Wie läuft mein Tag ab?

Sie erleben bei uns einen Tag, wie ihn ein Waldarbeiter erlebt. Das heißt, sie werden um sechs Uhr geweckt. Um halb sieben gibt es Frühstück. Um viertel nach sieben ist gemeinsamer Abwasch. Und dann geht es raus auf die Baustellen.

Werde ich bei meiner Arbeit angeleitet?

Ja, das übernehmen unsere Projektleiterinnen und Projektleiter. Das sind Förster und Landespfleger. Die werden unterstützt von Gruppenleitern, die wir angelernt haben.

Wenn ich den ganzen Tag im Wald gearbeitet habe, habe ich am Abend ordentlich Hunger. Werde ich im Bergwaldprojekt verköstigt?

Wir haben immer eine Köchin oder einen Koch dabei. Wir kochen biologisch, vegetarisch, vegan und wenn wir ein Wild vom Förster haben, gibt es Wildfleisch.

Und nach dem Abendessen fallen alle müde ins Bett oder auf die Isomatte?

Nach dem Abendessen muss die Gruppe den Abwasch zusammen erledigen. Sie hat auch die Möglichkeit, sich von unseren Projektleitern Fachvorträge anzuhören.

Um was geht es in diesen Vorträgen?

Um den Wald und alle Themen, die dazu gehören. Ob das jetzt Bienensterben ist oder Biodiversität. Die Vorträge zeigen Ihnen, was Sie selbst tun können.

Was ist das Besondere an meinem Urlaub im Bergwaldprojekt?

Das Große am Bergwaldprojekt ist, dass es ein unfassbarer Hebel für die Nachhaltigkeit eines jeden Einzelnen ist. Viele Leute fühlen sich ohnmächtig. Sie denken: Ich kann sowieso nichts machen und die Politik macht nichts. Aber, wenn Sie so eine Woche machen, merken Sie, dass es nicht egal ist, wie Sie sich verhalten. Sie stellen fest, dass nicht nur die Politik gefragt ist, sondern auch Sie selbst und dass Sie ein hohes Maß an Selbstwirksamkeit besitzen.

Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.bergwaldprojekt.de/

von: Ronja Goj, In: Pfarrbriefservice.de

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Bild: Bergwaldprojekt e.V.
In: Pfarrbriefservice.de