03.03.2017 - 12:50

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Christentum und Islam im Vergleich (1)

von Dr. Eckhard Bieger, Vladimir Pachkov
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Im Islam werden zwei Eigenschaften Gottes besonders hervorgehoben – Seine Allmacht und Sein Wille. Allah ist allmächtig. Seine Allmacht ist so umfassend, dass sie jede Autonomie der Schöpfung ausschließt. Allah ist durch nichts gebunden. Er steht über dem, was wir Moral nennen. Gut und Böse existieren für Ihn nicht. “Allah tut alles, was er will” (Sure 14, 27). Gottes Wesen ist sein Wille. Gründe dafür, dass Er etwas tut oder nicht tut, sind dem Menschen unzugänglich. Gott kann sagen “sei” und es geschieht. Er kann aber sagen “sei nicht” und es verschwindet. Sein Wort ist genug, um Neues zu schaffen oder schon Erschaffenes der Nichtexistenz anheimzugeben.

Das Christentum betont dagegen den Logos, Gottes Weisheit und identifiziert Gott mit der Wahrheit. Der Kosmos ist vernünftig gebaut, man kann die ihm eingestifteten Naturgesetze erforschen. Zudem hat Gott dem Menschen den Raum der Freiheit gegeben, der Mensch soll ihn ausfüllen. Die Welt ist als Garten konzipiert, für die Tier- und Pflanzenwelt repräsentiert der Mensch Gott und er soll die Schöpfung wie einen Garten pflegen.  

Im Islam ist Gottes Wille einziger Grund dafür, dass etwas geschieht. Daher hat die Schöpfung keinen Selbststand. Sie wird jeden Moment durch den Willensakt Gottes neu erschaffen. Das, was Christen ein “Wunder” nennen, das heißt das Eingreifen Gottes in die Gesetze der Natur, ist im Islam ein “Gesetz der Natur”. Im Universum gibt es nach islamischer Ansicht keine Naturgesetze, die von sich aus wirken und unabhängig vom schöpferischen Akt Gottes wären.

Da Allah durch nichts gebunden ist, kann der Mensch nicht wissen, ob alle seine guten Taten belohnt werden. Allah kann völlig frei entscheiden, ob Er belohnt oder bestraft, und das ist völlig unabhängig vom menschlichen Verhalten. Allah hat zwar versprochen, dass Er gute Taten belohnt und schlechte Taten bestraft, aber Er ist nicht an Sein Versprechen gebunden. Allah ist in Seinen Entscheidungen unvorhersehbar und niemandem Rechenschaft schuldig. Die Frage nach “Warum” oder “Wie”, besonders wenn sie Gottes Handlungen betrifft, ist im Islam verboten. “Bila kayfa” – “ohne zu fragen wie” – das ist das Prinzip der islamischen Theologie.

Die beiden Jesuiten Dr. Eckhard Bieger, Frankfurt, und Vladimir Pachkov, Moskau, beleuchten in einer mehrteiligen Reihe auf Pfarrbriefservice.de Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Christentum und im Islam. Sie wollen damit das Gespräch zwischen Christen und Muslimen befördern.

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