21.12.2015 - 09:36
Franz-Josef und Karin Zösch freuen sich über die vielen kleinen Wunder der Natur, die sie in ihrer Gärtnerei in Sand a. Main erleben dürfen.

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Ein Interview mit dem Gärtnerehepaar Franz-Josef und Karin Zösch

von Elfriede Klauer
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Gärtner sind ganz nah dran am Wunder des Lebens. Sie legen scheinbar tote Samen oder Knollen in die Erde, um einige Zeit später sehen zu können, wie sie kraftvoll aus der Erde sprießen. Ein Gespräch mit Gärtnermeister Franz-Josef Zösch und seiner Frau, der Floristin Karin Zösch, über die alltäglichen Wunder im Treibhaus.

Was geht Ihnen beim Anblick von scheinbar vertrockneten Samenkörnern durch den Kopf?

Franz-Josef Zösch: Das ist die nächste Generation.

Karin Zösch: Sie warten darauf, mithilfe von Luft, Wasser und Wärme zu neuem Leben zu erwachen.

Franz-Josef Zösch: Man kann auch gedanklich Samen streuen.

Was meinen Sie damit?

Franz-Josef Zösch: Ich möchte z.B. meiner Tochter etwas sagen, weiß aber, ich kann ihr nichts aufzwingen. Ich muss den richtigen Zeitpunkt dafür abwarten und dann quasi säen. Das ganze Leben ist so. Als Gärtner leben wir mit den Jahreszeiten und entwickeln einen Blick dafür, wann was dran ist.

Was ist Ihr Anteil daran, wenn aus Samen neues Leben entsteht?

Franz-Josef Zösch: Die Veranlagung ist im Samenkorn schon enthalten. Wir können sie nur fördern, unterstützen und pflegen.

Wie geht es Ihnen, wenn Sie gesät haben und warten müssen?

Karin Zösch: Da gibt es Angst, dass etwas nicht zum richtigen Zeitpunkt fertig ist. Bei uns ist Vieles Terminsache. Alles muss termingerecht passen zu Allerheiligen, zu Weihnachten oder zum Frühjahr. Da ist schon immer eine gewisse Spannung spürbar. Außerdem muss der Kunde bereit sein, für das Produkt, das wir anbieten, zu bezahlen. Gerade im Pflanzen- und Blumenbereich werden sehr viele Produkte verramscht. Uns ist es dagegen wichtig, dass die Wertigkeit unserer Arbeit auch über den Preis anerkannt wird.

Ist es für Sie ein Wunder, dass aus Samen und Knollen neues Leben entsteht?

Karin Zösch: Eindeutig Ja.

Franz-Josef Zösch: Es ist sicher ein Wunder. Aber es funktioniert regelmäßig. Von daher empfinde ich es als normal.

Karin Zösch: Du bist aber auch jedes Mal begeistert, wenn ein besonderes Prachtexemplar dabei ist. Da kannst du auch staunen.

Franz-Josef Zösch (lacht): Das stimmt.

Karin Zösch: Ich sage immer, das Staunen darf man in unserem Beruf nicht verlernen. Möglichkeiten dafür haben wir jeden Tag: Es gibt beispielsweise so eine große Vielfalt an Blumen, Blättern, Sträuchern und Gemüse. Auch welche Kreationen damit gelingen, das begeistert mich immer wieder neu.

Glauben Sie auch sonst an Wunder?

Franz-Josef Zösch: Wir haben schon oft erleben dürfen, dass etwas scheinbar Negatives letztlich zum Guten geführt hat. Für mich sind das Wunder. Wir fühlen uns von Gott geführt.

Karin Zösch: Nach der Diagnose einer schweren Erkrankung ging ich in einen Buchladen und fand dort das Buch „Spuren im Sand“. Der Gedanke, der dort beschrieben wird, dass nämlich Jesus durch schwere Zeiten hindurch trägt, hat mir geholfen, drei Operationen zu überstehen. Für mich war das damals ein Wunder, genau zu diesem Zeitpunkt diesem Buch zu begegnen.

Was ist Ihr Lieblingsfrühlingsgewächs?

Karin Zösch: Die Traubenhyazinthe, botanisch Muscari.

Franz-Josef Zösch: Das Gänseblümchen, botanisch Bellis.

Franz-Josef und Karin Zösch besitzen eine mittelständische Gärtnerei und ein Blumenfachgeschäft in Sand am Main (Bayern).

Interview: Elfriede Klauer, Pfarrbriefservice.de

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