Wissend glauben

Glaubenszeugnis: Anja G. rät jedem, seinen persönlichen Weg zu Gott zu suchen und zu gehen

Für mich ist das Besondere am christlichen Glauben die Beziehung Gottes zu den Menschen. In früheren Religionen waren „Gott“ bzw. die „Götter“ übermächtige, launische Wesen und der Mensch bestand ohne jeglichen Wert als Spielzeug dieser Götter. Im Christentum nimmt der Mensch eine ganz besondere Rolle ein. Er ist nach dem Ebenbild Gottes geschaffen. Die Beziehung Gottes zu den Menschen, wie sie das Alte Testament erzählt, ist einer Eltern-Kind-Beziehung gleich. Gott sorgt für die Menschen, und er liebt sie bedingungslos in jeder Situation. Dieses Wissen gibt mir im Leben ein Gefühl der Geborgenheit.

Gott ist da

Darüber hinaus ist der christliche Glaube die einzige Religion, in der Gott jetzt und hier gegenwärtig ist. Die meisten Religionen gehen davon aus, dass „Gott“ die Welt geschaffen hat und seither nicht mehr auf der Erde war. Die Gläubigen warten auf eine in der Zukunft liegende Begegnung mit Gott. Wir Christen glauben daran, dass Gott durch seinen eingeborenen Sohn Jesus Christus auf die Erde zurückgekehrt ist und dass er durch Jesus Christus stets bei uns ist. In der Eucharistie erleben wir seine Gegenwärtigkeit auf besondere Weise. Wir Christen glauben, dass wir durch die Taufe mit dem Heiligen Geist erfüllt sind. Dadurch ist Gott seinen Gläubigen so nah wie in keiner anderen Religion.

Fragen stellen

Wenn ich gefragt werde, welche Anregungen ich anderen Menschen geben kann, die den Weg zum christlichen Glauben finden möchten, so kann ich sagen: Es ist das Wichtigste, dass jeder seinen persönlichen Weg zu Gott sucht und geht. Ich muss zunächst alles wissenschaftlich betrachten, um es verinnerlichen zu können. Andere finden an der Seite eines nahe stehenden Menschen, durch Kunst oder die Glaubensgeschichte anderer Menschen zum Glauben. Man sollte alle Fragen stellen, die einem auf dem Weg zum Glauben begegnen. Zu viele offene Fragen können den Weg erschweren und zum Aufgeben verleiten.

Menschen mit Stärken und Schwächen

Darüber hinaus sollte man eins nicht vergessen: So beeindruckend viele Dinge in der katholischen Kirche auch sind, insbesondere die Liturgie; alle Christen, auch Pfarrer, Bischöfe und der Papst sind in erster Linie Menschen. Sie haben Stärken und Schwächen. Auch das ist gottgewollt. Der tolerante, hilfsbereite und von Nächstenliebe geprägte Umgang damit macht das Christsein aus.

Anja G.
aus: Leo Nowak (Hg.): Un-glaublich. Wege zum Glauben. ISBN 9-78-37462-1963-9.

Hinweis für Pfarrbriefredaktionen: Bei Veröffentlichung des Textes muss der Quellenvermerk vollständig mitabgedruckt werden.

Verknüpft mit:
Das Schwerpunktthema für Oktober 2008

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Text: Anja G.
In: Pfarrbriefservice.de