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Wie junge Menschen große Entscheidungen treffen

Vier Fragen an Hannah

Wie triffst du Entscheidungen?

Hannah: „Ich mache mir erst einmal selbst Gedanken über die Möglichkeiten zwischen denen ich entscheiden darf. Dann versuche ich, mich in die Situationen einzufühlen, die mir als Optionen offenstehen. Das heißt, ich stelle mir vor, wie es sich anfühlt, wenn ich die Entscheidung bereits getroffen habe. Ich versuche mich sozusagen in die Situation nach der Entscheidung hineinzuversetzen. So bekomme ich meistens schon ein Bauchgefühl, das mir signalisiert, zu welcher Entscheidung ich mich mehr hingezogen fühle. Bei großen Entscheidungen muss ich meine Gedanken oft erst einmal ruhen lassen, bevor sich ein klares Bauchgefühl herauskristallisiert und mich in eine Richtung leitet.“

Was hilft dir dabei?

Hannah: „Zum einen hilft mir der Austausch mit meiner Familie und meinen Freunden sehr, um meine Möglichkeiten zu sortieren und weitreichende Konsequenzen möglicher Entscheidungen im Blick zu behalten. Dabei versuche ich mir die Meinungen, Erfahrungen und Ratschläge meines Gegenübers aus einer Vogelperspektive anzuhören. Das heißt, neutral zu bleiben und meine Gefühle erst nach einer rationaleren Herangehensweise in die Entscheidungsfindung einzubeziehen.

Mir ist es oft wichtig, einen Ausgleich zwischen Kopf- und Bauchentscheidung zu finden. Grundsätzlich bin ich schnell in meinen Emotionen, die mir durch ein klares Bauchgefühl sagen, wo es mich hinzieht. Um aber nichts überstürzt zu entscheiden, ist es mir wichtig, meinen Kopf mit einzubeziehen.

Der nächste Schritt in meinem Entscheidungsprozess ist, Gedanken und Gefühle aufzuschreiben. Ich notiere zuerst alle intuitiven Bauchgefühle und ergänze im nächsten Schritt rationale Argumente.

Mir hilft es auch, die Entscheidung in einen größeren Kontext zu setzen. Geht es zum Beispiel um große Entscheidungen, frage ich mich nach meinem Ziel: Wo möchte ich am Ende mit dieser Entscheidung ankommen und welcher Weg führt mich möglichst glücklich dorthin?“

Wie fühlst du dich, wenn du eine Entscheidung getroffen hast?

Hannah: „Überwiegend erleichtert und oft voller Tatendrang, die Entscheidung umzusetzen. Die vielen Gefühle und Gedanken, die zuvor in mir ihre Runden gezogen haben, werden deutlich weniger. Ich bin dann froh, dass ich meine Energie in die Option investieren kann, die mich meinem Ziel näherbringt. Ich glaube, auch bei schweren Entscheidungen, die nicht nur angenehme Konsequenzen mit sich bringen, bin ich froh, wenn ich eine Richtung eingeschlagen habe. Ab und zu denke ich zwar noch darüber nach, wie es verlaufen wäre, wenn ich mich anders entschieden hätte. Dann hilft mir das Bild von Türen, die sich öffnen. Wenn ich eine Türe öffne oder schließe, ergeben sich neue Wege und damit wieder neue Möglichkeiten. Auch, wenn sich eine Entscheidung im Nachhinein als vermeintlich falsch herausstellt, gibt es immer Möglichkeiten, damit umzugehen und neue Entscheidungen zu treffen.“

Fällt es dir schwer Entscheidungen zu treffen?

Hannah: „Große Entscheidungen, die sich auf viele Bereiche meines Lebens auswirken, brauchen bei mir Zeit. Ich muss dann immer wieder in mich hineinhören. Die abgewogenen Optionen müssen – wie eine Suppe – eine Weile vor sich hin köcheln. Am Ende stellt sich jedoch ein klarer, feiner Geschmack heraus. Dieser Geschmack ist für mich ein Gefühl und eine Art Vertrauen in mich und meinen Lebensweg.“

Hannah, Interview: Ronja Goj, In: Pfarrbriefservice.de 

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URHEBERNACHWEIS
Text: Ronja Goj
In: Pfarrbriefservice.de

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