Wer liest, lebt

(Texte zum Buchsonntag 2005)

Wer liest, lebt

Wer liest, hat ständig Medizin für seine Seele.
Wer liest, sieht vor lauter Bäumen den Wald.
Wer liest, trägt in sich einen bunten Garten.
Wer liest, geht in Geschichten spazieren.
Wer liest, geht auf eine Abenteuerreise.
Wer liest, guckt über seinen Tellerrand.
Wer liest, hat sein Fernsehen im Kopf.
Wer liest, kann sich heimlich freuen.
Wer liest, sitzt immer in einem Kino.
Wer liest, schaut über eine Mauer.
Wer liest, ist immer auf Reisen.
Wer liest, hat ständig Sonntag.
Wer liest, erzieht sich selbst.
Wer liest, steckt andere an.
Wer liest, ist immer dabei.
Wer liest, kann mitreden.
Wer liest, lernt leichter.
Wer liest, hat Ahnung.
Wer liest, hat Erfolg.
Wer liest, ist klüger.
Wer liest, weiß viel.
Wer liest, versteht.
Wer liest, genießt.
Wer liest, wertet.
Wer liest, lebt.
Also lese ich.
Ab und zu.
Öfter mal.
Häufig.
Jetzt.
 
Hans-Werner Kulinna, In: Pfarrbriefservice.de

Das gute Buch

Wenn deine Wörter Bilder werden,
und deine Träume sich vermehren,
ja, wenn du auf die Reise gehst,
die Alltagssorgen schnell vergisst,
dann lebst du in der Bücherwelt,
und da ist nichts mehr was dich hält.
 
So wirst du mit Geschichten groß
und lebst nicht so gedankenlos.
Du tauchst mit deinen Sorgen ein
und kriechst in die Geschichte rein,
liest weiter bald in hellem Licht,
das gibt dir Kraft und Zuversicht.
 
So steht es schwarz auf dem Papier,
das gute Buch erzählt von dir.
Wenn du mit dir alleine bist
und dieses Buch dich selber liest,
dann öffnet sich ein weites Tor
und hält dir deinen Spiegel vor.
 
So liest du dich durch deine Zeit,
und manches Buch, das dich befreit,
nimmst du ein zweites Mal zur Hand,
dein Alltag, der steht dann am Rand.
Du liest und gehst auf eine Reise
im Buch auf wundersame Weise.
 
Hans-Werner Kulinna, In: Pfarrbriefservice.de
 
Ein Zauberer, der ging einmal,
herunter in ein tiefes Tal.
 
Die Gegend war ihm unbekannt,
er war mit keinem hier verwandt.
 
Die Menschen stritten sich am Tage,
und Nachbarn wurden sich zur Plage.
 
Und als der Zauberer erschien,
sah jeder Friedensblumen blühen.
 
Denn jeder hoffte unbedingt,
dass er den Frieden wieder bringt.
 
Doch jener fremde Mann war klug,
er schenkte ihnen jenes Buch.
 
Und darin stand auf tausend Seiten,
wie Frieden geht und nicht das Streiten.
 
Sie warteten, was nun geschah,
denn Leser waren keine da.
 
Doch unser Zaubermann sah ein,
nur er konnte der Retter sein.
 
So las er aus den tausend Seiten,
und keiner hatte Zeit zu streiten.
 
Und als nach vielen Jahren dann,
der Mann zurückkam irgendwann,
 
da lasen viele Leute leise,
im Friedensbuch auf ihre Weise.
 
Hans-Werner Kulinna, In: Pfarrbriefservice.de

Nur mit mir

Ich mag gern in der Sonne dösen,
und eine ganze Weile lesen.
 
Wenn Gut und Böse sich bekriegen,
am Schluss das Gute konnte siegen.
 
Wenn Räuber, Hexen und Gespenster,
verdunkeln in der Nacht mein Fenster.
 
Wenn Kinder jeden Fall schnell lösen,
Verbrecher sich in Luft auflösen.
 
Wenn Große von Indianern lernen,
weil Stille Kraft gibt, nicht das Lärmen.
 
Wenn jeder Mensch einmalig ist,
und seine Freunde nicht vergisst.
 
Wenn du im Streit die Lösung weiß,
und keiner weint mehr - nicht mal leis´.
 
Wenn Menschen sich von Einsicht leiten,
am Ende um den Frieden streiten.
 
Wenn Freunde sich ganz schnell vertragen,
und Große sich die Wahrheit sagen.
 
Wenn Trauer steht in vielen Zeilen,
dann kann ich stundenlang verweilen.
 
Wenn jemand Angst hat - nächtelang,
und sich fast weint um den Verstand.
 
Wenn ich gar lache ohne Ende,
und Mutter klatscht laut in die Hände.
 
Dann ruft sie deutlich mir entgegen,
ich soll mich endlich mal bewegen
 
und meine Hausaufgaben machen,
im Buch war‘s gerade so zum Lachen.
 
Dann spür ich es bei jedem Satz:
Ein Buch zu lesen - ist ein Schatz.

Hans-Werner Kulinna, In: Pfarrbriefservice.de
 
Bücher
haben nur
einen Nachteil.
Jedes Buch
hat eine letzte Seite.
 
Hans-Werner Kulinna, In: Pfarrbriefservice.de

Geschichten sind wie Sterne

Es gibt Geschichten,
die strahlen lange noch weiter in uns,
auch noch nach Jahren.
 
Es gibt auch Geschichten,
die machen uns Mut,
sie leuchten in der Dunkelheit.
 
Es gibt auch Geschichten,
die uns einen Weg,
einen Ausweg zeigen können.
 
Es gibt aber auch Geschichten,
die uns träumen lassen,
sie wärmen uns.
 
Es gibt auch Geschichten,
die kostbar sind
wie der kleinste Stern im Weltall.
 
Ja, es gibt auch Geschichten,
die lese ich sehr oft,
weil sie mir ans Herz gewachsen sind.
 
Hans-Werner Kulinna, In: Pfarrbriefservice.de

Verknüpft mit:
Das Schwerpunktthema für Juli / August 2016

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Text: Hans-Werner Kulinna
In: Pfarrbriefservice.de