Wer Fasnacht feiert, sagt „Trotzdem“
Bruder Paulus ermutigt, in der Faschingszeit den Alltagssorgen mit einem Lachen zu begegnen
Die einen jubeln: Endlich wieder Alaaf, schunkeln, singen, trinken! Die anderen stöhnen: Schon wieder Fasnacht? Nein danke, ich bin dann mal weg.
Funkenmariechen, Büttenreden, Lachsalven – das ist Karneval. Doch manche fragen: Kann man auf Kommando fröhlich sein, nur weil es der Kalender vorschreibt? Echte Freude, sagen sie, kommt aus dem Herzen.
Ein bisschen gebe ich diesen Kritikern recht. Trotzdem glaube ich, dass es Zeiten geben darf, in denen wir gemeinsam feiern und Freude teilen.
Natürlich, die Nachrichten von Krieg, Hunger und Armut machen Angst und traurig. Doch wer christlich denkt, vertraut darauf: Gott steht uns bei. Er hilft, Krisen zu überstehen und Lösungen zu finden. Er gibt uns die Zuversicht, dass er am Ende stärker ist.
Wer Fasnacht feiert, sagt ein kräftiges „Trotzdem“ zu allem, was nicht zum Lachen ist. Fasnachter sind Realisten. Sie kennen die Missstände der Welt. In ihren Umzügen protestieren sie – mit fröhlichem Spott.
Trotz der ernsten Lage darf man tanzen, lachen und ausgelassen sein. Man darf „die Sau rauslassen“ und dabei neue Kraft schöpfen für den Alltag.
Wenn Sie Fasnet, Karneval oder Fasching feiern, wünsche ich Ihnen viel Freude mit den anderen. Und wenn Sie Faschingsmuffel sind, rate ich: Steigen Sie aus, treten Sie einen Schritt zurück. Lachen Sie den Alltagssorgen ins Gesicht – mit einem kräftigen Ha-Ha-Halleluja. Das heißt nichts anderes als: Lob sei Gott. Ihm gehört der Sieg.
In diesem Moment sind Sie den Narren ganz nah. Sie trotzen dem Widrigen mit ihrem Alaaf – einer Abkürzung für Allaf, Helau und Halleluja.
Bruder Paulus, In: Pfarrbriefservice.de
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