Welche Hoffnung bleibt angesichts eines sinnlosen Todes?
Wie die Osterbotschaft trösten kann
Die Orgel stimmt „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ an. Doch mir ist nicht nach Singen zumute. Zu tief sitzt der Schock über den Tod eines Freundes, der völlig unerwartet durch ein tragisches Unglück aus dem Leben gerissen worden ist. Was für ein sinnloser Tod! Zur falschen Zeit am falschen Ort – eigentlich nur ein absurder Zufall.
Tatsächlich entscheiden Zufälle mehr, als wir es wahrhaben wollen, über unser Leben. Wenn Dinge anders laufen als geplant, trösten wir uns gerne mit der bekannten Redensart „… dann sollte es eben nicht so sein!“ Ist das Schicksalsergebenheit oder manchmal auch Ausdruck einer instinktiven Ahnung, dass nicht alles in unserer Hand liegt? Wenn das Schicksal den Tod bringt, helfen keine Redensarten mehr. Die sonst so häufig bemühten und wohlmeinenden Erklärungsversuche laufen ins Leere. Unsere Sicht auf den Tod bleibt Zeit unseres Lebens beschränkt: eine undurchdringliche Barriere, von der wir nicht wissen, was uns wirklich auf der anderen Seite erwartet. Das Unerklärbare als Teil unseres Lebens anzunehmen, bleibt somit die uns begleitende Herausforderung.
Dass der Tod viele Gesichter haben kann, berichten schon die Geschichten des Alten und Neuen Testaments. Die Vorstellung von einem Schicksal, das unberechenbar über den Menschen hereinbricht, ist der Bibel jedoch fremd. Im Vordergrund der biblischen Erzählungen steht das Bild eines persönlichen, dem Menschen zugewandten Gottes. Um den Preis, dass der Glaube oft keine Antwort auf Schicksalhaftes geben kann. Selbst der Tod Jesu bleibt davon nicht ausgenommen.
Wie stellte sich die Frage nach dem Sinn seines Lebens – kurz nach der Kreuzigung? Seine Anhänger waren fassungslos und verzweifelt. Sie hatten alles auf Jesus gesetzt, ihr früheres Leben hinter sich gelassen. Waren ihm nachgefolgt, im Glauben an ihn und an seine Botschaft. Im Vertrauen, dass sich irgendwann mit Jesus, dem erhofften Messias, alles zum Besseren wenden würde.
Dieser Glaube hatte sich durch seinen Tod am Kreuz für die Jünger als nicht zukunftsfähig erwiesen. Ein Tod am Kreuz, wie er eigentlich nur als Todesstrafe Verbrechern ohne Bürgerrechte vorbehalten war. Wie konnte Gott so etwas geschehen lassen?! Den Jüngern musste das alles sinnlos erscheinen: Sie sahen sich um ihr Leben, ihre Hoffnungen und ihre Zukunft betrogen.
Wie würden wir den Sinn des Lebens und Sterbens Jesu beurteilen, wenn der Tod am Kreuz der Schlusspunkt, das Ende seiner Mission, seiner Verkündigung und seines Wirkens auf der Erde gewesen wäre? Im ersten Brief an die Korinther gibt der Apostel Paulus eine Antwort: „Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer, leer auch euer Glaube.“ Das ist eindeutig! Wenn Jesus nicht auferstanden wäre, dann wäre alles, sein Leben und sein Sterben sinnlos gewesen. Unser Glaube wäre nicht tragfähig, ein Nichts. Unser Bekenntnis zum Christentum wäre nicht mehr als eine austauschbare Weltanschauung. Allein durch die Auferweckung Jesu wurde die Sinnlosigkeit seines Todes aufgehoben. Gott hat seine Hand ausgestreckt und führt uns, die Traurigen, die Verzagten und die Verzweifelten zu neuem Leben. Strecken wir ihm mutig unsere Hand entgegen!
Christine Hober
Quelle: Krankenbrief 03/25, www.krankenbrief.de, In: Pfarrbriefservice.de
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Text: Christine Hober, Quelle: Krankenbrief 03/25, www.krankenbrief.deIn: Pfarrbriefservice.de
