Religiöser Buchtipp des Monats November 2020

Sankt Michaelsbund
11.10.2020 - 05:12

Im Unterschied zu Staat und Gesellschaft sind Religion und Kirche nicht nur im direkten Umgang mit der Pandemie gefragt, sondern darüber hinaus in der Deutung dieses Ereignisses und seiner Konsequenzen für unser zukünftiges Leben. Der frühere Kurienkardinal Walter Kasper hat zusammen mit dem Dogmatikprofessor George Augustin einen Sammelband mit Beiträgen von elf Autoren herausgegeben, die erste Ansätze zu einer solchen Deutung versucht haben.

Natur und Gnade

Kardinal Kurt Koch erinnert in seinem Beitrag beispielsweise an eine Grundüberzeugung des katholischen Glaubens: dass wir Natur UND Gnade gleichermaßen anerkennen müssen. Wir dürfen in der Krise weder auf das Gebet allein vertrauen und das Wissen der Virologen missachten, noch sollen wir die Erlösung ganz von der modernen Medizin erwarten und das Gebet vernachlässigen. So ist für ihn die Aussage, Gott habe keine anderen Hände als die unseren, zwar richtig, denn Gott will und kann durch uns in der Welt handeln, andererseits aber auch „nur die halbe Wahrheit“, denn „der Trost des Glaubens besteht doch in der Zuversicht, dass Gott noch ganz andere Hände hat, wenn unsere Hände… nichts mehr ausrichten können“ (S. 37).

Existentielle Angst überwinden

Auch George Augustin gibt zu bedenken: „In Krisenzeiten ist es vielleicht besser, dass wir weniger über Gott, als vielmehr mit Gott über die Krise sprechen“ (S. 69), denn das „Gebet schenkt uns eine Kraft, die uns befähigt, unsere existentielle Angst zu überwinden und vertrauend auf die väterliche Fürsorge Gottes ein Leben in Hoffnung und Zuversicht zu führen.“ (S. 71).

Insgesamt erläutern die Beiträge sehr gut, was Papst Franziskus feststellt: Die Corona-Krise „erinnert uns daran, dass wir manche im Leben wichtige Dinge vergessen und vernachlässigt haben, und lässt uns fragen, was wirklich wichtig und notwendig... ist; ... und sie leitet uns an, unser Leben neu in den Dienst an anderen Menschen zu stellen.“ (S. 6). Ein Band, der wirklich eine Fülle von Anregungen gibt, anlässlich der Corona-Krise über den eigenen Glauben und das Leben aus dem Glauben heraus neu nachzudenken. (Sankt Michaelsbund)

Christsein und die Corona-Krise. Das Leben bezeugen in einer sterblichen Welt. Hrsg. von Walter Kasper und George Augustin. Ostfildern, Matthias-Grünewald-Verlag, 2020. 200 S. ; 18,00 €

(Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.)

Ab dem 15. Oktober 2020 ist bei Angabe der Quelle der freie Abdruck des Textes erlaubt.

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Text: Sankt Michaelsbund
In: Pfarrbriefservice.de