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Sommerglaube

Warum nicht alles klar sein muss, um weiterzugehen

Der Sommer hat seine ganz eigene Art, die Welt zu verändern. An heißen Tagen flimmert die Luft über den Straßen und Feldern. Wer rausschaut, sieht schnell: Manches in der Ferne wird unscharf. Was sonst ganz klar zu sehen ist, verschwimmt. Die Landschaft ist dieselbe, aber sie wirkt anders. Und manchmal kommt mir das wie ein Bild für das Leben vor. Denn auch im Leben gibt es Zeiten, in denen nicht alles klar zu erkennen ist.

Wie gerne würden wir immer genau wissen wollen, wie es weitergeht. Mit uns, unseren Leben und unserer Welt. Welche Entscheidung ist die richtige? Gehen meine Pläne auf? Doch je weiter wir nach vorne schauen wollen, desto unschärfer wird es.

Vielleicht kennen Sie das auch. Man schaut in seinen Kalender, auf die kommenden Tage, Wochen und Monate und sieht so viele Möglichkeiten, doch auch Fragen. Habe ich dafür Zeit? Klappt das mit meiner Familie überhaupt? War da nicht noch etwas, das ich vielleicht vergessen habe?

Man hofft auf Antworten, bekommt aber erstmal nur Fragen. Und manchmal herrscht dann nicht nur draußen die Hitze, sondern es gibt im wahrsten Sinne „dicke Luft“. Bei der Arbeit, zwischen Freunden oder in der Familie. Missverständnisse, Spannungen und unausgesprochene Worte können sich anstauen wie ein Gewitter an einem schwülen Sommertag.

Vor ein paar Monaten habe ich noch über den Winterglauben geschrieben. Dieser lebt vom Vertrauen, dass unter der scheinbar kahlen und kalten Oberfläche schon neues Leben und damit Hoffnung wächst. Der Sommerglaube ist da anders.

Der Sommerglaube vertraut darauf, dass man nicht immer gleich alles ganz genau und scharf erkennen muss, um den nächsten Schritt gehen zu können. Auch in der Bibel begegnen uns immer wieder Menschen, die weder das Ziel noch den genauen Weg kannten.

Abraham kannte sein Ziel nicht, Mose irrte durch die Wüste und auch die Jünger verstanden vieles erst im Nachhinein. Und doch gingen sie weiter. Schritt für Schritt. Und vielleicht liegt genau darin eine wichtige Erkenntnis. Gott verspricht uns keinen genauen oder gar vollständigen Überblick. Er verspricht uns seine Begleitung.

Für uns bedeutet das: Wir müssen nicht die ganze Strecke kennen, nein, nicht einmal das Ziel! Oft genügt es, wenn wir den nächsten Schritt tun. Denn nur, weil die Luft flimmert, verschwindet der Weg nicht. Nur, weil es schwerer wird, den Weg zu erkennen, heißt es nicht, dass wir nicht weitergehen sollen.

Und vielleicht gilt das auch für manche Phasen unseres Lebens. Nicht alles ist klar, nicht alles ist planbar, nicht alles lässt sich sofort lösen. Aber der Weg ist trotzdem da. Gott ist trotzdem da. Und er geht mit uns, Schritt für Schritt. Tag für Tag.

Lukas Lunk, Pastoralreferent, In: Pfarrbriefservice.de

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Lukas Lunk, Pastoralreferent

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Text: Lukas Lunk, Pastoralreferent
In: Pfarrbriefservice.de

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