Tipps für einen fairen Umgang bei Meinungsverschiedenheiten

www.ehebriefe.de
11.02.2014 - 00:00

"Ich möchte Zeitung lesen." - Der Satz klingt ganz unverdächtig. Doch selbst an einem so harmlosen Satz entzündet sich manchmal ein handfester Ehekrach. Denn bei genauem Hinhören, erklären die Kommunikationsexperten, lassen sich darin gleich mehrere Botschaften entdecken:

  • eine Sachaussage: „Ich möchte Zeitung lesen.“
  • eine Selbstaussage: „Zeitunglesen ist mir wichtig.“
  • eine Beziehungsaussage: „Die Zeitung ist mir im Moment wichtiger als deine Wünsche.“
  • ein Appell: „Ich möchte nicht gestört werden!“

Jedenfalls könnte er das alles aus diesem Satz heraushören, je nach dem Ton, den sie dabei angeschlagen hat und je mehr er gewohnt ist, gewissermaßen mit allen vier Ohren zu hören.

Vielleicht hat sie das gar nicht so gemeint und wäre selbstverständlich bereit, mit ihm spazieren zu gehen statt Zeitung zu lesen. Aber besonders, wenn beide unter Stress stehen, liegen Missverständnisse nahe. Und die gegenseitigen Enttäuschungen und der Ehe-Frust nehmen ihren Lauf.

Gut deshalb, wenn sich Paare gerade unter Stress so ausdrücken können, dass dadurch möglichst wenig Missverständnisse aufkommen und der Partner sich möglichst wenig gekränkt fühlt. Ein paar Regeln reichen dazu aus:

  • Ich-Sätze statt Du-Botschaften
    Zum Beispiel: „Ich möchte jetzt gerne lesen.“ Aber nicht: „Immer willst du fernsehen!“
  • Konkret bleiben statt verallgemeinern
    Zum Beispiel: „Gestern, als du heimgekommen bist, habe ich mich über deine herumliegenden Schuhe geärgert.“ Aber nicht: „Immer lässt du deine Schuhe herumliegen.“
  • Bei den eigenen Gefühlen bleiben
    Zum Beispiel: „Wenn wir so selten abends ausgehen, fühle ich mich eingesperrt und möchte ausbrechen.“ Aber nicht: „Nie gehst du mit mir aus; ich glaube, du liebst mich nicht mehr.“
  • Bedürfnisse klar aussprechen
    Zum Beispiel: „Ich möchte jetzt die Zeitung lesen. Bitte lass’ mich das in Ruhe tun.“ Aber nicht: „Nicht einmal die Zeitung kannst du mich in Ruhe lesen lassen.“
  • Positives verstärken
    Zum Beispiel: „Ich freue mich, dass ich in Ruhe lesen kann.“ Aber nicht: schweigen.

Der Unterschied zeigt sich besonders deutlich bei Unmutsäußerungen: Wer konkret bleibt, wertet nicht den Partner ab („Immer lässt du …“), sondern nennt ein bestimmtes Verhalten. Und das kann er in Zukunft ändern. Dagegen führt eine Missachtung dieser Regeln schnell in einen „Teufelskreis der Abwertung“, den der Paarforscher John Gottmann beschrieben hat: Die Kritik („Immer lässt du deine Socken liegen.“) verrät Verachtung („Du bist schlampig.“) und weckt Abwehr („Du lässt doch noch viel mehr herumliegen.“), so dass schließlich beide abblocken und aufgeben („Es lohnt sich nicht, dass ich mich mit dir auseinandersetze.“). Der Konflikt bleibt ungelöst, die Stimmung explosiv.

Allerdings: Zu einem guten Gespräch gehören immer zwei. Nicht nur der Sprecher, sondern auch die Zuhörer können und müssen ihren Beitrag dazu leisten. Indem sie nämlich

  • den Partner ausreden lassen,
  • sein Anliegen ernst nehmen und nicht verharmlosen oder gar ins Lächerliche ziehen,
  • nachfragen, wenn ihnen etwas unklar ist,
  • nicht vorschnell antworten, sondern
  • sich erst durch Zusammenfassen und Nachfragen vergewissern, ob sie alles richtig verstanden haben.

Ich-Sätze, konkrete Aussagen und „aktives“ Zuhören eröffnen Paaren die Chance, mehr übereinander zu erfahren, sich besser zu verstehen und ohne Gesichtsverlust aufeinander zuzugehen. So können sie auch heikle Themen ansprechen, ohne sich gegenseitig zu verletzen. Sie können Wünsche und Unmut offen ansprechen – statt sie zu verdrängen, bis sie „explodieren“. So zu streiten kann dem Klima in der Partnerschaft nicht schaden. Im Gegenteil: Die Luft wird dadurch rein wie nach einem Gewitter, erfrischend und belebend.

Quelle: Reden. Streiten. Versöhnen! Ehebrief Nr. 5. Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung, www.ehebriefe.de. In: Pfarrbriefservice.de

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Text: www.ehebriefe.de
In: Pfarrbriefservice.de