Schmierfett für die Liebe
Fünf Minuten für die Partnerschaft (3)
Ich gebe zu, „Schmierfett für die Liebe“ ist ein etwas irritierender Titel. Aber ist es nicht häufig so, dass nach einer großen Verliebtheitsphase die Aufmerksamkeit füreinander spürbar abnimmt? Vieles wird selbstverständlich. Auch kann man Sprüche hören wie „Nichts gesagt ist Lob genug“. Wissen Sie eigentlich, dass das, wohin unsere Aufmerksamkeit geht, mehr und größer wird?
Das hängt damit zusammen, dass unsere entsprechenden Netzwerke im Gehirn befeuert werden. Diese lernen dann: Genau das ist wichtig. Also wenn wir mit dem Partner, der Partnerin oder unseren Kindern schimpfen, weil sie irgendetwas falsch gemacht haben, so lernen sie: Aha, wenn ich etwas falsch mache, dann bekomme ich dafür Aufmerksamkeit. Was ist die Lösung?
Weitgehend dem Unsinn keine Aufmerksamkeit schenken, sondern dem, was im Miteinander gelingt, was Freude macht. Und was lernt das Unbewusste: Aha, dafür gibt es Zuwendung, also mache ich doch mehr davon! „Wie schön, dass du deine Spielsachen weggeräumt hast“. „Gut, dass ihr alle zusammen heute Morgen den Frühstückstisch abgeräumt und die Spülmaschine befüllt habt“. Sie können davon ausgehen, dass Ihre Liebsten das gern auch weiter so machen.
Manchmal kann es auch sein, dass wir Erwachsene gar nicht wissen, wie gelobt wird. Weil man es nie selbst als Kind erfahren hat. Aber all das, was man noch nicht kann, kann man lernen.
Zum Download finden Sie wieder einen Arbeitszettel aus der Partnerschule. Wichtig ist, dass Sie den zweimal ausdrucken – einen für sich selbst und einen für Ihren Liebsten oder Liebste. Dann liest jeder den Zettel dem anderen wörtlich und langsam einmal laut vor. Dann kommen Sie ins Spüren. Erzählen Sie dem anderen davon. Das langsame laute Vorlesen ist deshalb wichtig, weil die entsprechenden Areale im Gehirn dadurch neu gebahnt werden. Dann schreibt jeder seine eigene Wertschätzung auf diesen Zettel. Wenn jeder fertig ist, lesen Sie sich das gegenseitig vor. Achten Sie einmal darauf, wie sich die Atmosphäre in der Familie verändert und Ihre Kinder Ihnen nacheifern. „Danke, dass du mir die Brote für die Schule geschmiert hast!“
https://partnerschule.eu/wp-content/upl…
Dr. Rudolf Sanders, In: Pfarrbriefservice.de
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