Rezept: Ein Weckmann zu St. Martin

In den frühen Zeiten der Kirche war es üblich, sonn- und feiertags nach dem Gottesdienst all denen einen Kommunionersatz zu reichen, welche die Eucharistie nicht empfangen konnten oder durften. Das waren z. B. daheimgebliebene Kranke, Büßer oder auch Katechumenen (Taufbewerber). Ihnen bot man gesegnetes, aber nicht konsekriertes (geweihtes) Brot an. Dieser Brauch geht auf das urchristliche Liebesmahl („Agape­feier“) zurück und wird heute noch in der orthodoxen Liturgie gefeiert. Im Laufe der Zeit erhielt das dabei verwendete Gebäck eine auf den Festinhalt bezogene Form. Man nennt es deshalb „Gebildebrot“. Der „Weckmann“ ist ein solches Gebildebrot. Er war ursprünglich wohl nur am Nikolaustag, später auch am Martinstag und in der gesamten Adventszeit üblich. Weckmänner (in Westfalen Stuten- oder Piepenkerle, sonst auch Printen- oder Hanselmänner) sind also mit Weizenteigmehl geformte oder in den Teig eingeformte Figuren. Dargestellt wurde dabei immer ein Bischof. Die heute meist vorgefundene Tonpfeife ist ein Irrtum! Dreht man die Pfeife mit dem Kopf nach oben, erkennt man noch heute, dass stattdessen ursprünglich ein Bischofsstab angebracht war. Die Bezeichnung Printenmann drückt die Form des Gebildebrotes aus, Stutenkerl und Wecken, Wegge und Weckmann bezeichnen Teigart und Form des Gebäcks.

Rezept für Weckmänner (Stutenkerle) mit Tonpfeife
Zutaten:
300 g Weizenmehl, 1 Portion Hefe, 1 Teelöffel Salz, 80 g Zucker, 1/8 l lauwarme Milch, 80 g weiche Butter, 2 Eigelb,
1 Prise Safran
Zum Garnieren:
einige Rosinen und Tonpfeifen (evtl. bei der Bäckerei erbitten)

Und so geht’s:
Hefe, Zucker und Milch anrühren und 15 Min. stehen lassen. Mehl in eine Schüssel sieben, in die Mitte die Hefe geben und an den Rand Salz, Zucker, Butter, Eigelb und Safran. Nun diese Zutaten von der Mitte aus mit der Hefe gut verrühren. Den Teig gehen lassen, dann ausrollen und „Weckmänner“ ausschneiden. Diese auf ein gefettetes Backblech legen und mit verquirltem Eigelb bestreichen. Rosinen als Augen und Knöpfe eindrücken und eine Tonpfeife der Länge nach auf eine Seite des Weckmanns drücken. Die Figuren gehen lassen und dann bei 175 °C bis 200 °C  15 bis 18 Min. hellbraun backen.

Quelle: St. Martin. Geschichten und Lieder vom Teilen. Zusammengestellt von Matthias Micheel. Bonifatiuswerk

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Martinsweck / Gebäck zu St. Martin

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