„Pilger der Hoffnung sehnen sich nicht danach, von einem starken Staat handzahm gemacht zu werden“

Auszug aus einer Predigt von Bischof Gerhard Feige, Magdeburg

[…] Woran könnten Pilger der Hoffnung konkret erkannt werden? Welche Merkmale weisen sie auf? Was ist an ihnen nachahmenswert? Vielleicht spiegeln sie uns aber auch wider, dass wir bereits zu ihnen gehören!

- Pilger der Hoffnung – so ist anzunehmen – irren nicht ziellos durch die Gegend, sondern orientieren sich an biblischen Verheißungen und Ratschlägen und vertrauen darauf, durch Gott geführt zu werden und letztlich in seiner Herrlichkeit anzukommen.
- Pilger der Hoffnung sehen nicht alles grau in grau oder nur schwarz-weiß, sondern erfreuen sich an der Farbenpracht der Welt und der Vielfalt des Lebens.
- Pilger der Hoffnung verdrängen oder beschönigen aber auch nicht die Not und das Elend vieler Menschen, sondern versuchen, manchen beizustehen und zu helfen.
- Pilger der Hoffnung setzen nicht verbissen auf Reichtum und Macht, Schönheit und Stärke, sondern nehmen das Leben, wie es kommt, und machen etwas daraus.
- Pilger der Hoffnung sind keine Phantasten oder Utopisten, die von einem Schlaraffenland oder einem Paradies auf Erden träumen, aber Menschen, die ideenreich und sorgsam mit Gottes Schöpfung umgehen.
- Pilger der Hoffnung haben nicht nur sich und ihre eigenen Interessen im Blick, sondern kümmern sich solidarisch auch um andere.
- Pilger der Hoffnung verstehen sich als Freunde des Lebens und begegnen allen menschlichen Wesen mit Achtung und Ehrfurcht, von der Zeugung bis zum Tod,
egal ob gesund oder krank, mit oder ohne Behinderung, binär oder queer, einheimischer oder anderer Herkunft.
- Pilger der Hoffnung sind auch dann noch zuversichtlich, wenn ihre Kräfte abnehmen und sie nicht mehr so hohe Sprünge machen können wie einst.
- Pilger der Hoffnung instrumentalisieren ihren Glauben nicht dazu, sich selbst
auf- und andere abzuwerten.
- Pilger der Hoffnung lassen sich nicht von jeder Talkshow und andauernden Meinungsumfragen oder Stimmungsbarometern verunsichern.
- Pilger der Hoffnung widersetzen sich Stammtischparolen, Verschwörungstheorien und Hetzreden, bilden sich eine eigene Meinung und treten auch dafür ein.
- Pilger der Hoffnung schüren auch selbst keine Vorurteile und Klischees, Polarisierungen und Spaltungen, sondern mühen sich um Verständigung und friedliche Lösungen.
– Pilger der Hoffnung denken und handeln nicht provinziell, nationalistisch und rassistisch, sondern distanzieren sich von jedwedem Extremismus, haben einen weiten Horizont und achten auch andere Religionen und Kulturen, Überzeugungen und Lebensweisen.
- Pilger der Hoffnung lieben die Freiheit und demokratische Verhältnisse, gestalten sie engagiert mit und sehnen sich nicht danach, durch einen starken Staat oder autoritäre Machthaber gegängelt oder handzahm gemacht zu werden.
- Darum wählen Pilger der Hoffnung, wenn sie dazu aufgerufen sind, auch nicht aus dem Bauch heraus „ins Blaue hinein“, sondern folgen dabei ihrem Gewissen und sind sich ihrer Verantwortung vor Gott und den Menschen für das Gemeinwohl, für Gerechtigkeit und Barmherzigkeit sowie für ein respektvolles Miteinander und die einzigartige Würde aller bewusst.

[…] Liebe Schwestern und Brüder, lassen wir uns nicht von der zunehmenden Resignation in unserer Gesellschaft und in unserer Kirche anstecken! Jammern und klagen wir nicht wie viele andere auf einem hohen Niveau! Bleiben oder werden wir vielmehr Pilgerinnen und Pilger der Hoffnung, mit Herz und Verstand, Mut und Elan! […]

Bischof Feige, Auszug aus der Predigt bei der Bistumswallfahrt 2025, In: Pfarrbriefservice.de

Den vollen Wortlaut der Predigt lesen Sie unter https://www.bistum-magdeburg.de/sites/default/files/2025-09/Bistumswall…

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Text: Bischof Feige, Auszug aus der Predigt bei der Bistumswallfahrt 2025
In: Pfarrbriefservice.de