Partnerschaft – eine Ehe auf Augenhöhe
Fünf Minuten für die Partnerschaft (8)
Mein Vater (*1900) war ein liebevoller und zugewandter Mann, als den ihn seine sechs Kinder in Erinnerung behalten haben. Er hätte aber nie auf der Straße einen Kinderwagen geschoben. Andere Zeiten. Das gehörte sich einfach nicht! So wie Ehefrauen bis 1977 ihren Ehemann um Erlaubnis fragten, wenn sie einen Arbeitsvertrag unterschreiben wollten. Mit Inkrafttreten unseres Grundgesetzes war die Sache eigentlich schon lange klar: Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Und ganz nebenbei: In der Schöpfungsgeschichte ist klar geregelt, dass es vor Gott keine Unterschiede gibt.
Aber es fehlen häufig die Vorbilder, wie Partnerschaft in einer Ehe auf Augenhöhe umgesetzt werden kann. Denn die Fähigkeiten hängen nicht von Rollenbildern ab, sondern sind unterschiedlich verteilt. Manchen Männern liegt das Kochen viel eher als ihren Frauen und manchen gelingt es sogar, schreiende Säuglinge schnell zur Ruhe wiegen zu können. Andererseits sind manche Frauen einfach handwerklich viel geschickter als ihre Männer.
Nehmen Sie einmal einen Zettel und jeder schreibt die Buchstaben Ihrer beiden Vornamen mit etwas Abstand untereinander. Für PAUL
P: pünktlich, präsent ...
A: aufmerksam, aktiv …
U: umsichtig, umsorgend …
L: lustig, liebevoll …
Dann schreibt jeder so viele Adjektive hinter den jeweiligen Buchstaben, wie ihm zum Thema Partnerschaft auf Augenhöhe einfallen. Wenn jeder seine Liste ausgefüllt hat, tauschen Sie sich aus und kommen darüber ins Gespräch. Zum Schluss Ihres Gespräches einigen Sie sich auf drei Ziele, um dadurch Ihre Liebe zu festigen. Ziele müssen positiv formuliert sein. Anstelle von: „Wir wollen uns nicht wegen Kleinigkeiten streiten”, besser: „Bei unterschiedlichen Sichtweisen freuen wir uns über die des anderen“. Das wird dann eine Haltung, mit der Sie die Unterschiede als Bereicherung erleben.
Dr. Rudolf Sanders, In: Pfarrbriefservice.de
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