Christentum und Islam im Vergleich (26)

Dr. Eckhard Bieger, Vladimir Pachkov
28.06.2019 - 05:02

Für die religiöse Praxis ist die Anbindung an eine Moschee von großer Bedeutung. In der Vielfalt der Moscheen spiegelt sich die Vielfalt des Islam in Deutschland. Die Moscheen sind viel mehr als hiesige Kirchengemeinden auf eine Landsmannschaft und meist auch eine bestimmte Ausprägung des Islam festgelegt. In christlichen Ländern entspricht das den USA mit ihrem Nebeneinander vieler Kirchen.

Nationales Prinzip

Prinzipiell steht jede sunnitische Moschee für jeden Sunniten offen, ebenfalls eine schiitische für einen Schiiten, aber oft wird die Moscheegemeinde nach dem nationalen Prinzip gebildet. Dann haben andere Nationalitäten Schwierigkeiten, dort zum Gottesdienst zu kommen. Jede Moscheegemeinde kann einen Vorbeter engagieren. Sie kann auch Religionsunterricht organisieren und dafür Lehrer einstellen. Der Besuch der Moschee bzw. des gemeinsamen Gebets ist am Freitag Pflicht für die Männer, Frauen können auch zu Hause beten. Die Moschee wird Jamia, Ort der Versammlung genannt.

Keine Bänke, keine Lücken

Die Moschee als Gebetsraum kennt keine Kirchenbänke, man sitzt auf dem Boden. Anders als in christlichen Kirchen setzt man sich nicht, möglichst hinten, in eine Bank, sondern die Reihen werden von vorne gefüllt, jeder Neuankömmling setzt sich neben den, der vor ihm gekommen ist, so dass keine Lücken entstehen.
Das gilt für die Männer. Die Frauen haben ihren eigenen Raum, der sich normalerweise hinter dem der betenden Männer befindet. Dieser Raum kann nur durch einen Vorhang abgetrennt werden. Die Trennung soll verhindern, dass die Männer vom Gebet abgelenkt werden. 

Besuch von Christen

Der Besuch von Christen in einer Moschee wird gestattet oder verboten, je nach der Rechtsschule des Islam – Hanafiten sehen darin kein Problem, Hanbaliten lehnen das ausdrücklich ab. 

Im Prinzip kann jeder Muslim einen Raum für die Gläubigen zur Verfügung stellen und so eine Moschee gründen. Er kann sogar ein Minarett errichten. Das Staatsrecht der Länder reguliert die Gründung einer Moschee unterschiedlich, jedoch kann vom religiösen Gesetz her jeder Gläubige seine eigene Moschee gründen.

Dr. Eckhard Bieger und Vladimir Pachkov, In: Pfarrbriefservice.de

Die beiden Jesuiten Dr. Eckhard Bieger, Frankfurt, und Vladimir Pachkov, Moskau, beleuchten in einer mehrteiligen Reihe auf Pfarrbriefservice.de Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Christentum und im Islam. Sie wollen damit das Gespräch zwischen Christen und Muslimen fördern.

alle Texte der Reihe

Weitere Materialien: 

© wilhei / cc0 – gemeinfrei / Quelle: pixabay.com

Islam und Christentum

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Text: Dr. Eckhard Bieger, Vladimir Pachkov
In: Pfarrbriefservice.de