Dr. Karl-Georg Michel / Julian Schmidt (pba)
16.06.2020 - 09:12

Augsburg, 06.06.2020 (pba). Dr. Bertram Meier ist heute im Rahmen einer rund zweieinhalbstündigen, feierlichen Liturgie zum Bischof geweiht worden. Der 62. Nachfolger des heiligen Ulrich empfing das Weihesakrament im Hohen Dom zu Augsburg durch den Erzbischof und Metropoliten der Kirchenprovinz München und Freising, Reinhard Kardinal Marx.

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die Bischofsweihe nur unter deutlich veränderten Rahmenbedingungen stattfinden. So nahmen nur etwa 180 geladene Gäste mit Mundschutz und Mindestabstand an der Feier im Hohen Dom teil. Auch die musikalische Begleitung musste reduziert werden: Anstelle der Domsingknaben war es der Chor AUXantiqua, der gemeinsam mit einem kleinen Instrumentalensemble barocke, romantische und zeitgenössische Stücke sowie gregorianische Choräle erklingen ließ. Die beiden Orgeln spielten Domorganistin Claudia Waßner und der Orgelmusiker Umberto Kostanić. Die musikalische Gesamtleitung lag bei Domkapellmeister Stefan Steinemann.

Um 10 Uhr zog der liturgische Dienst unter Glockengeläut und festlichem Orgelspiel durch das Bronzeportal an der Südseite des Hohen Doms in die Kathedrale ein. Vorneweg gingen das Prozessionskreuz, getragen von Domchormesner Helmut Kellerer, sowie der Weihrauch und die Evangelienleuchter, getragen von angehenden Priestern aus dem Augsburger Priesterseminar sowie Ministrantinnen und Ministranten aus der Dompfarrei. Es folgten der neuernannte bischöfliche Zeremoniar Ulrich Müller, die Diakone Artur Waibl und Christian Wild sowie die assistierenden Priester Hubert Ratzinger und Dompfarrer Matthias Bender aus Speyern. Die beiden sind Weggefährten des ihnen unmittelbar folgenden Bertram Meiers aus der Zeit, als der neue Bischof sich noch auf das Priesteamt vorbereitete. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Bischof von Limburg Dr. Georg Bätzing wurde von den beiden Ko-Konsekratoren Erzbischof Dr. Ludwig Schick von Bamberg und dem Apostolische Nuntius für Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, gefolgt. Als Weihespender und Metropolit der Kirchenprovinz von München und Freising stand Reinhard Kardinal Marx dem ersten Teil der Liturgie vor. Er wurde von dem bischöflichen Sekretär Johannes Steber begleitet sowie von zwei weiteren Ministranten aus dem Priesterseminar. Alle zelebrierenden Priester und Bischöfe trugen Messgewänder aus dem sogenannten Löwenornat, das die Künstlerin Andrea Dresely 1984 anlässlich der letzten Domrenovierung angefertigt hatte. Es trägt seinen Namen aufgrund des zentralen Stücks, einer Kasel mit einem Löwen als zentralem Bildobjekt. Sie wurde von dem ernannten Bischof bereits mit dem eigens angefertigten Brustkreuz als Zeichen seiner neuen Amtswürde getragen. Auffällig waren auch die vielen bunten Masken der liturgischen Teilnehmer, die zum Teil sogar in den Bistumsfarben rot und weiß gehalten waren.

Der Ständige Vertreter des Apostolischen Administrators, Domkapitular Harald Heinrich, begrüßte zu Beginn der Feier die Anwesenden. „Es freut uns sehr, dass nach langen Wochen des Wartens zum Schutz vor der Ausbreitung des Virus diese Feier heute möglich ist“, sagte er und grüßte allen voran den Vertreter des Papstes und Ko-Konsekrator des neuen Bischofs, Nuntius Eterović sowie den Hauptkonsekrator und Metropoliten, Kardinal Marx. Sein Gruß galt auch den anwesenden Dekanen und Ordenschristen, den Vertreterinnen und Vertretern der Ökumene und den Repräsentanten aus Gesellschaft und Politik „aus allen Ebenen, von Europa bis hinein in die Kommunen.“ Er freute sich über das Kommen von zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Bistums, der Pfarreien und Verbände und vor allem über die Schwester des neuen Bischofs, die mit ihrem Sohn und seiner Verlobten aus Paris angereist war. „Wir freuen uns, dass unser Bistum jetzt wieder einen Bischof hat“, schloss der Domkapitular und hoffte, dass schon von dieser Feier „viel Gutes ausstrahlt für das Miteinander der Kirche von Augsburg und zu den Menschen“.

Nach der liturgischen Eröffnung des Gottesdienstes durch Kardinal Marx wurde dem Domkapitel die päpstliche Ernennungsbulle durch Nuntius Eterović präsentiert. Der Apostolische Nuntius würdigte dabei in einem Grußwort sowohl die Kirche von Augsburg als auch das bisherige priesterliche Wirken des neuen Bischofs: „Durch Ihren Bischöflichen Dienst, verehrter Bischof Bertram, möge die christliche Botschaft, die immer jung ist, in diesem ehrwürdigen Bistum Augsburg auf fruchtbaren Boden fallen.“ Erzbischof Eterović deutete dabei auch den Wahlspruch von Bischof Bertram: „Stimme des Wortes – Schale der Gnade“. Durch die Weihe zum Bischof werde das zerbrechliche Gefäß unseres Menschseins zur Vase der Gnade. Dabei solle seine Verkündigung immer als Stimme des Wortes erkannt werden. „Möge dieser Dienst gesegnet sein“, richtete er sich an Bischof Bertram. „Setzen Sie das gute Werk fort, das bis zu Ihrem lieben Vorgänger reicht, Seiner Exzellenz Mons. Dr. Konrad Zdarsa“, der heute nicht hier sein könne und dem er nochmals herzlich für seinen Dienst im Weinberg der Diözese Augsburg danke.

Die Ernennungsbulle wurde daraufhin durch Dompropst Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger verlesen. In dem kunstvoll geschriebenen und auf Lateinisch verfassten Dokument heißt es in deutscher Übersetzung, dass der neue Bischof sich „durch rechten Glauben, einen aufrichtigen Charakter, durch Klugheit, Kenntnis und Pflichtbewusstsein bei allem, was zu tun ist“ auszeichne. „Daher setzen Wir Dich gemäß der Norm des überkommenen Rechts und kraft Unserer Apostolischen Vollmacht zum Bischof von Augsburg ein, mit allen daraus resultierenden Rechten und Pflichten“, fuhr das päpstliche Schreiben fort, das auf den 29. Januar 2020 datiert ist, den Tag der Ernennung Bertram Meiers zum Bischof von Augsburg. Mit dem Ruf „Dank sei Gott, dem Herrn“, gab daraufhin die Gemeinde ihrer Zustimmung in gesungener Form Ausdruck. Chor, Instrumentalisten und Orgel stimmten gemeinsam Girolamo Frescobaldis Gloria an – die Musik des römischen Barockkomponisten war auch als Anspielung auf Bischof Bertrams frühere Wirkungsstätte im Vatikan zu verstehen.

Die erste Lesung aus dem Buch Ezechiel (Ez 2,8-9; 3,1-6.10-11) wurde als Zeichen der ökumenischen Verbundenheit von der evangelischen Prädikantin Maria Brendemühl gelesen, mit der der neue Bischof bereits seit langer Zeit freundschaftlich verbunden ist. Ihr folgte die persönliche Referentin des Bischofs Dr. Theresia Wittemann OSF, die aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Korinther vortrug (2 Kor 3,1-6), sowie das von Diakon Waibl gesungene Evangelium nach Lukas über den zwölfjährigen Jesus im Tempel (Lk 2,41-52).

In seiner sich anschließenden Predigt ging Kardinal Marx auf die besonderen, von der Corona-Pandemie geprägten Umstände der Bischofsweihe ein. Dies sei zugleich eine besondere Umbruchzeit, sagte er. „Mitten in dieser Zeit wirst zu geweiht zum Bischof“, richtete er sich an den Weihekandidaten. „Und das wirst du nie vergessen, das werden wir nie vergessen“. Als Bischof werde er Zeuge Christi sein und seine ganze Person in die Verkündigung einbringen müssen. „Ein Bischof in dieser Zeit hat deutlich zu machen, wofür das Evangelium steht“, unterstrich der Kardinal. „Geht es um die Zukunft der Kirche? Ist die Kirche systemrelevant? Es geht um das Reich Gottes!“ Die Kirche habe diesen einen Zweck und dieses eine Ziel: Das Reich Gottes zu bezeugen und es inmitten aller menschlichen Wirklichkeit auch in turbulenten Zeiten zu feiern. „Also bitte nicht das, was unwichtig ist, an die erste Stelle setzen“, forderte der Kardinal.

Zugleich empfahl er Bischof Bertram den aus dem Bistum Augsburg stammenden früheren Bischof von Regensburg, Johann Michael Sailer, zum Vorbild. Er sei ein Mann der Kirche, ein bayerischer Kirchenvater gewesen. Als Bischof sei er von Konservativen wie von Progressiven angefeindet worden. Dabei sei er seinen Weg frei und offen gegangen. Seine ökumenische Offenheit sei für das beginnende 19. Jahrhundert etwas ganz neues gewesen sei.  Auch wenn er zu seiner Zeit heftig umstritten gewesen sei: „Er ist ein Orientierungspunkt auch für heute, das ist meine tiefe Überzeugung“, so Kardinal Marx.

„Lieber Bertram“, richtete er sich am Ende der Predigt an den Weihekandidaten, „nimm diese Stunde mit in dein bischöfliches Leben. Fang immer wieder von neuem an, auf das Wort Gottes zu hören und in der Begegnung mit Christus das Wort Gottes zu verinnerlichen und so Zeuge des Reiches Gottes zu werden gerade in dieser turbulenten Zeit. Dann wirst du viele Mitgehende finden“. Wo er wirklich Zeuge des Reiches Gottes sei, werde er als Bischof nicht allein sein. „Das wünsche ich Dir von ganzem Herzen.“

Jetzt, im Anschluss an die Predigt begann die eigentliche Bischofsweihe. In dem aus dem frühen 9. Jahrhundert stammenden Hymnus „Veni creator Spiritus“ wurde dabei zunächst die Gnade des Heiligen Geistes für den neuen Bischof herabgerufen. Kardinal Marx nahm dann das Treuversprechen in neun Fragen ab. Bertram Meier trat vor den Kardinal und bekundete feierlich seine Bereitschaft, das Bischofsamt zu übernehmen, die Einheit der Kirche zu wahren, für das Volk Gottes und besonders die Armen zu sorgen und vor allem unablässig die frohe Botschaft Jesu Christi zu verkünden: „Mit Gottes Hilfe bin ich bereit“.

In der darauffolgenden Allerheiligenlitanei kniete sich die versammelte Gottesdienstgemeinde nieder und rief in gesungener Form die Heiligen und Seligen Gottes um ihre Fürsprache für den neuen Bischof an. Somit verbanden sich die irdische und die himmlische Kirche im Gebet für den neuen Bischof. Als Zeichen der eigenen Unzulänglichkeit vor und seiner Hingabe zu Gott sowie seiner Bereitschaft zum Dienst für die Menschen legte sich Bertram Meier ausgestreckt auf den Boden und blieb während der Litanei dort liegen.

Das eigentliche Sakrament der Weihe aber wurde ihm darauf im Stillen gespendet: Bertram Meier kniete vor dem Kardinal nieder, der ihm gefolgt von den Ko-Konsekratoren Erzbischof Schick und Nuntius Eterović die Hände auf das Haupt legte und damit die Gabe des Heiligen Geistes auf den neuen Bischof herabrief. Durch diesen schlichten Akt und ganz in der Stille wurde damit aus dem Priester und ernannten Bischof Bertram der geweihte Bischof Bertram.

In dem folgenden Weihegebet bat Kardinal Marx Gott darum, dem neuen Bischof „den Geist der Leitung“ zu verleihen. „Gib ihm die Gnade, dein heiliges Volk zu leiten und dir als Hoherpriester bei Tag und Nacht ohne Tadel zu dienen“, sang der Münchner Erzbischof und bat weiter: „Schenke ihm ein lauteres und gütiges Herz, damit sein Leben ein Opfer sei, das dir wohlgefällt“. Während des Gebets hielten die beiden Diakone das geöffnete Evangeliar über das Haupt des neuen Bischofs, der damit symbolisch ganz in den Dienst des Wortes Gottes gestellt wurde. Er ist der erste Verkünder des Evangeliums in seinem Bistum und soll es mit „Geduld und Weisheit“ den Gläubigen auslegen. In einem feierlichen, dreimal gesungenen „Amen“ wurde das Weihegebet durch die versammelte Gemeinde abgeschlossen und bekräftigt.

In den darauffolgenden ausdeutenden Riten der Bischofsweihe salbte Kardinal Marx zunächst das Haupt von Bischof Bertram mit Chrisam und überreichte ihm dann das Evangeliar und die Pontifikalien, um symbolisch seine neue Amtsgewalt zu verdeutlichen. „Trag diesen Ring als Zeichen deiner Treue“, erklärte der Kardinal und reichte ihm als Nächstes die Mitra als Zeichen des bischöflichen Amtes: „Der Glanz der Heiligkeit sei dein Schmuck.“ Als letzte der Riten empfing Bischof Bertram den Hirtenstab: „Trage Sorge für die ganze Herde Christi; denn der Heilige Geist hat dich zum Bischof bestellt, die Kirche Gottes zu leiten“, sprach der Kardinal dabei.

Schließlich geleitete Kardinal Marx den neuen Bischof zur Kathedra, dem Bischofssitz im Hohen Dom. Zu den Klängen von Felix Mendelssohn Bartholdys „Wer bis an das Ende beharrt“ setzte Bischof Bertram sich auf die Kathedra und ergriff damit für alle sichtbar Besitz von der ihm anvertrauten Diözese. Damit war die Amtsübernahme, die mit der Präsentation der Bulle durch Dompropst Anton Losinger begonnen hatte, formell abgeschlossen

Der Limburger Bischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Georg Bätzing ergriff daraufhin das Wort im Namen der Gemeinschaft der deutschen Bischöfe. „Ich bitte dich, kraftvoll mitzuwirken in dieser Konferenz, damit es zum Wohl der Kirche in Deutschland und der Kirche in der ganzen Welt werden kann“, sagte er und wies darauf hin, dass das Zweite Vatikanische Konzil dieses Kollegium auffordere, in Einheit, Frieden und Liebe zusammenzustehen. „Lieber Bertram, wer uns kennt, der weiß, das ist keine Beschreibung eines Zustands, das ist eine Aufgabe“, so der Bischof weiter und bat den neuen Bischof: „Wir brauchen deine großen Gaben, deine guten Gaben!“ Bischof Bertram sei ein Mann mit seelsorglichem Herzen, ökumenischer Leidenschaft und vielfältiger Erfahrung. „Bitte bring all das ein, damit wir im Kollegium diese Herausforderungen annehmen können, die uns gestellt sind“, schloss Bischof Georg ab. „Dazu lade ich dich ein, mitzuhelfen. Herzlichen Glückwunsch dir!“

Stellvertretend für das gesamte Volk Gottes im Bistum Augsburg ergriff nun die Diözesanratsvorsitzende Hildegard Schütz das Wort. „Als guter Hirte sind Sie mit der Kirche von Augsburg auf dem Weg. Männer und Frauen in verschiedenen Ämtern und Diensten, hauptberuflich und im Ehrenamt, werden Sie in all Ihren großen Aufgaben tatkräftig unterstützen“, sagte sie und sicherte dem Bischof zu, mit ihm am Aufbau des Reiches Gottes in der Kirche von Augsburg mitzuhelfen. Auch Vertreter des Domkapitels, der Ordenschristen, der Priester und Diakone, der pastoralen Berufsgruppen, der Jugend und der Verbände traten im Folgenden vor den Bischof und gaben ihrer Verbundenheit und Bereitschaft zur Mithilfe mit einer Verbeugung jeweils Ausdruck.

Der Gottesdienst ging daraufhin in die Feier der heiligen Eucharistie über. Zur Gabenbereitung brachten die Ministrantinnen und Ministranten Brot und Wein zum Altar. Ursprünglich war geplant gewesen, dass an diesem Punkt Vertreterinnen und Vertreter aus dem Bistum dem neuen Bischof symbolische Gaben und Geschenke überreichen. Aufgrund der Corona-Pandemie fand diese Zeremonie allerdings bereits vergangenen Freitag statt. Auf einem Tisch waren diese Gaben im Hohen Dom zu sehen: Hirtenfiguren und selbstgefertigte Schriftstücke, ein Korb mit Spielen, Früchte, Trommeln, Kerzen und Kränze, ein Kerzenständer aus dem Holz der St. Johann Baptist-Kirche in Bischof Bertrams Heimatort Kaufering.

Auch die Kollekte konnte nicht wie gewohnt eingesammelt werden. Stattdessen wurden die Gläubigen gebeten, dem Wunsch des neuen Bischofs entsprechend an die Bischöflichen Hilfsfonds „Pro Vita“ und „Eine Welt“ zu spenden und damit schwangere Frauen, junge Familien in Notlagen sowie Sozial- und Pastoralprojekte in der Einen Welt zu unterstützen.

Bischof Bertram feierte nun gemeinsam mit den konzelebrierenden Geistlichen das Sakrament der Eucharistie. „Mach unseren Dienst fruchtbar. Und was du uns ohne eigenes Verdienst geschenkt hast, das vollende in deiner Güte“, betete der neue Bischof. Als AUXantiqua mit den Instrumentalisten eine Agnus Dei-Vertonung von Hans Leo Hassler erklingen ließen, war auch musikalisch der Bogen von Rom ins Bistum geschlagen: Der Barockkomponist war fünfzehn Jahre lang Organist an der Augsburger Moritzkirche.

Der Kommunionempfang wurde nicht in einer Prozession vollzogen; stattdessen wurde gemäß dem Corona-Schutzkonzept das Sakrament zu den Gläubigen an die Bänke gebracht. Als Dankgesang hatte sich der neue Bischof ausdrücklich Cormac Brian O‘Duffys Vertonung der Gefangenenbriefe von Max Josef Metzger gewünscht: „Der Geist versetzt uns in Sein Reich / macht uns dem Gottesbruder gleich / aus Gnad‘ und Huld erkoren.“ Metzger war ein Priester des Erzbistums Freiburg und hatte zwölf Jahre lang in Meitingen bei Augsburg gewirkt. 1943 wurde er aufgrund seiner aufrechten Haltung gegenüber dem NS-Regime verhaftet und hingerichtet.

„Gewähre uns deine Hilfe, damit wir so vor dir leben können, wie es dir gefällt“, sang Bischof Bertram im Schlussgebet. Unter dem feierlichen Gesang des Te Deums zog er daraufhin begleitet von den beiden Weihbischöfen Anton Losinger und Florian Wörner durch den Dom und erteilte den Anwesenden seinen ersten bischöflichen Segen.

Für sein anschließendes Dankeswort am Ende der Weihemesse ging der Bischof wieder zur Kathedra zurück und richtete sich an die verschiedenen Wegbegleiter seines Lebenswegs – angefangen von Gott, seinen Eltern und seiner Familie bis hin zu allen, die zur Feier der Bischofsweihe beigetragen haben. Sein evangelischer Vater sei schon viel zu früh vor 30 Jahren gestorben. „Umso mehr freut es mich, dass Du, liebe Mama, auch hier aus der Nähe, nicht leibhaft, aber im Afraheim mitfeiern kannst“, wandte er sich an seine Mutter und winkte ihr einen herzlichen Gruß zu. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte die 89-Jährige nicht an der Feier im Dom teilnehmen und verfolgte die Weihe ihres Sohnes stattdessen über den Fernseher in dem nur fünf Gehminuten vom Dom entfernten St. Afra-Altersheim. „Der BR macht’s möglich“, freute sich Bischof Bertram. Er zeigte sich weiter über die Präsenz der Gäste aus der Ökumene erfreut, erinnerte aber auch an die Schwestern und Brüder in der Weltkirche. „Wir sind nicht schwäbisch-, fränkisch- oder bayerisch-katholisch, sondern römisch-katholisch. Global vernetzt und hoffentlich stark vor Ort“, so Bischof Bertram. Als Beispiele dafür nannte er die beiden anwesenden Politiker Bundesminister Gerd Müller - „global vernetzt, Katholik“ - und Ministerpräsident Markus Söder, „stark vor Ort, evangelischer Christ“.

Bischof Bertram nutze seine Ansprache auch dazu, um zwei Personalien bekannt zu geben. Sein Generalvikar werde Domkapitular Msgr. Harald Heinrich sein, der das Amt schon bei seinem Vorgänger Bischof Konrad Zdarsa ausgeübt habe. „Lieber Bischof Konrad, herzliche Grüße gehen heute zu Dir nach Dresden! Danke für das Vertrauen, das Du mir während Deines bischöflichen Wirkens geschenkt hast. Auf diese Basis kann ich bauen“, richtete er sich an seinen Vorgänger. Er konnte wegen der Corona-Pandemie nicht selbst an der Weihe teilnehmen. Zum neuen und alten Generalvikar sagte Bischof Bertram: „Schon in der Sedisvakanz haben Harald Heinrich und ich uns noch mehr kennen und schätzen gelernt. Das Tandem hat bestens funktioniert.“   

Außerdem kündigte Bischof Bertram an, dass es im Bischofshaus zu Veränderungen kommen würde. Künftig werde dort eine Amtsleiterin als „erste Frau“ die Geschäfte führen, das Sekretariat leiten und dem Bischofshaus somit auch nach außen hin zusätzliches Gewicht und Profil gegeben. Diese Aufgabe werde ab dem 1. Juli Sr. Anna Schenck, Mitglied der Congregatio Jesu, wahrnehmen.  

„Schreiten wir voran, damit man uns nicht bescheinigt: Die sind im Guten verhärtet“, richtete er schließlich seinen Blick auf die kommende Zeit. „Ich will und werde nicht alles ändern; zugleich bin ich überzeugt – nach Corona umso mehr –, dass wir an manchen Stellschrauben drehen sollten, dass auch Bewährtes neu justiert und aufgestellt werden muss.“ Dafür wünsche er sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nicht bremsten, sondern mitzögen, die mobil und verfügbar seien. „Ich baue auf Euch! Ich brauche Euch!“. Am Ende seiner Worte bat Bischof Bertram darum, ihn auch weiterhin im Gebet zu begleiten, „damit alles, was wir beginnen, bei Gott seinen Anfang nehme und einmal in ihm vollendet werde.“

In einem Grußwort wandte sich der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder an den neuen Bischof und gratulierte ihm zu seiner neuen Aufgabe. „Viele Menschen brauchten Geduld, und Sie auch“, sagte er mit Blick auf die vergangenen Monate und dankte Bischof Bertram persönlich, aber auch allen Menschen und der gesamten Kirche für die Geduld in dieser schweren Zeit. Er selber habe oft um Kraft gebetet und sich auf die Kirche als wichtigen Partner verlassen können, „weil sie mit Vernunft – natürlich auch mit Schmerz, wenn ich an Ostern denke – schwierige Entscheidungen mitgetragen hat.“ Sein Dank gelte der Kirche aber auch, dass sie „mit Glauben Kraft vermittelt“. Das sei ihre wichtigste Aufgabe. „Diese Kraft anderen zu vermitteln, diesen Glauben, die Hoffnung, das ist ein Privileg! Und ich bin sicher, Sie werden dies in dieser neuen Funktion hervorragend machen“, sagte der Ministerpräsident dem neuen Bischof. Bayern sei ein religiös neutraler Staat, doch weder könne er sich persönlich ein Leben ohne Gott noch als Ministerpräsident einen Freistaat Bayern ohne die Kirche vorstellen. Es sei ein gutes Signal für alle Gläubigen, dass Bischof Bertram auch bereit sei, auf neue Herausforderungen einzugehen.

Um kurz vor halb eins endete der Gottesdienst mit dem Segen des neugeweihten Bischofs und einem gesungenen Gruß an die Gottesmutter Maria und die Bistumspatrone. Begleitet von zwei Fahnenträgern des BDKJ und des Katholischen Deutschen Frauenbundes zogen der liturgische Dienst, das Domkapitel, alle Bischöfe und Äbte und der neugeweihte Bischof zuletzt durch das Domportal wieder aus dem Hohen Dom hinaus – durch das selbe Portal, an dem zweieinhalb Stunden zuvor die Weiheliturgie begonnen hatte.

Der gesamte Gottesdienst wurde live im BR-Fernsehen übertragen und kann ebenso wie ein TV-Porträt über den Bischof noch bis 6. Juni 2021 in der Online-Mediathek des Bayerischen Rundfunks angesehen werden. Der Übertragung ging heute zudem das „Interview der Woche“ mit Bischof Bertram voraus, das zweimal durch den Radiosender B5 aktuell ausgestrahlt wurde und als Podcast nachhörbar sein wird.

Bischof Bertram bittet anlässlich seiner Bischofsweihe um eine Spende für folgende karitative Einrichtungen:

Bischöflicher Hilfsfonds "Pro Vita"
LIGA Bank Augsburg eG
IBAN: DE82 750 903 00 0000 193 909
BIC: GENODEF1M05

Bischöflicher Hilfsfonds Eine Welt
LIGA Bank Augsburg eG
IBAN: DE72 7509 0300 0000 2390 97
BIC: GENODEF1M05

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Text: Dr. Karl-Georg Michel / Julian Schmidt (pba)
In: Pfarrbriefservice.de