Tipps für gelingende Beziehungen (5)

Dr. Luitgard Derschmidt
11.02.2014 - 00:00

Eigentlich müsste man sich doch immer verstehen können, wenn man einander wirklich liebt! In der ersten Verliebtheit erscheint es ja auch so, als wenn der/die andere genauso denkt und fühlt, wie man selber. Und dieses gute Gefühl, so ganz verstanden zu werden, so grundsätzlich gemeinsam zu sein, die gleichen Vorlieben und Ablehnungen zu haben, macht „den Himmel voller Geigen“, „die Schmetterlinge im Bauch“ und „das vollständige Glück und die stimmige Harmonie“ aus.

Sich ent-täuschen

Wer erinnert sich nicht gerne an diese wundervolle Anfangszeit. Aber dann kommt die Enttäuschung, und das ist eines der großartigsten Ereignisse in einer Beziehung, auch wenn es manchmal wehmütig macht und zuweilen schmerzhaft ist. Man lernt einander besser kennen und auf einmal merkt man, der/die andere ist ziemlich anders und manchmal ganz fremd. Das große Glück dabei ist, dass man sich immer wieder neu kennenlernen kann. Man kann einander immer wieder neu faszinierend finden. Der/die andere verändert sich - auch ich verändere mich ja ein ganzes Leben lang immer wieder – und so dürfte es eigentlich niemals fad werden.

Im Widerspruch

Aber ganz so einfach und idyllisch ist es nicht. Das Anderssein des/der anderen bringt auch unterschiedliche Meinungen, Bedürfnisse, Wünsche und Missverständnisse mit sich. Das macht bei einem gemeinsamen Leben Probleme und führt zu Konflikten. Konflikte entstehen dadurch, dass verschiedene Wünsche, Interessen, Einstellungen und Gewohnheiten zu einander in Widerspruch stehen. Manches bringt man mit aus der Kindheit, manches hat jeder der beiden entwickelt. Noch einmal schwieriger wird es, wenn ein Kind kommt. Als Paar hat man sich arrangiert, alles gut auf die Reihe gebracht und nun gibt es eine dritte Person mit hohen Ansprüchen, die das ganze Arrangement wieder über den Haufen wirft. Da muss man sich immer wieder einigen, und das verläuft meist nicht reibungs- und spannungslos.

Streiten ist notwendig

Konflikte müssen gelöst werden. Runterschlucken und schweigen hilft auf die Dauer nichts und zerstört langsam die Beziehung. Miteinander reden, streiten, um zu klären, ist notwendig. Bei all diesen Auseinandersetzungen ist es wichtig, dass man einander immer wertschätzend begegnet, dass man im Ärger und auch, wenn man verletzt worden ist, einander nicht absichtlich weh tut. Gerade wenn man sich nahe ist und gut kennt, weiß man genau, wie man den anderen verletzen kann. Achtung, Wunden heilen oft schwer und zuweilen gar nicht! Einander klar die eigene Meinung sagen, das muss aber sein. Und zwar genau so, wie man es empfindet, auch den Ärger, die Aggressionen und Verletzungen. Dampf ablassen tut gut, dann geht es einem schon besser.

Regeln fürs Streiten

Aber vermeiden Sie bitte Aussagen, wie: „Du tust oder bist immer, nie, dauernd …“ Keiner tut oder ist immer oder nie … Sagen Sie lieber: „Ich ärgere mich, ich möchte, brauche oder will…“ Sie wissen nur, wie es bei Ihnen ist und nicht, wie es im anderen ausschaut. Wenn Sie sich über Ihre Wünsche, Bedürfnisse, Anliegen klar sind (oft weiß man selbst nicht ganz genau, was man braucht oder möchte, und das macht das Ganze noch schwieriger!) und diese auch dem/der anderen verständlich machen können, dann ist schon ein guter Schritt in Richtung Lösung getan. Wenn Sie dann auch noch versuchen, ihre Partnerin/ihren Partner zu verstehen, wenigstens ein bisschen, und die Lösung offen lassen, dann kann man mit liebevoller Geduld auch schwierige Probleme gemeinsam lösen.

Kein Machtkampf

Wenn aber einer von vorne herein nur eine einzige Lösung sieht, dann wird Streiten zum Machtkampf und es läuft darauf hinaus, dass einer der Sieger und der andere der Verlierer ist. Dabei verlieren aber letztlich beide, denn der/die Unterlegene muss sich rächen, gewollt oder ungewollt: indem er/sie versucht, den Kampf weiter zu führen, um selbst zu siegen, oder auch indem er/sie alles runterschluckt, sich zurück zieht, sich innerlich aus der Beziehung verabschiedet, weggeht oder krank wird…

Konflikte als Chance

Ein Leben ohne Konflikte gibt es nicht! Manche Konflikte können sehr tief gehen und brauchen viel Zeit und Geduld. Diese Zeit und Geduld muss man sich und einander geben. Konflikte sind aber auch eine Chance. Sie machen bewusst, dass etwas nicht stimmt und anders gemacht werden muss. Sie halten eine Beziehung lebendig, weil Menschen in Spannungen und Auseinandersetzungen wachsen und reifen.

Dr. Luitgard Derschmidt, In: Pfarrbriefservice.de

Die weiteren Texte der Reihe

Hinweis zum Text: Der Fachausschuss Ehe und Familie des Pfarrgemeinderates von Ebenau bei Salzburg gibt mit regelmäßigen Impulsen Anregungen im Pfarrbrief, damit Beziehungen gelingen. Die Autorin, Dr. Luitgard Derschmidt, stellt diese Impulse auch anderen Pfarrbriefredaktionen zur Verfügung.

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Text: Dr. Luitgard Derschmidt
In: Pfarrbriefservice.de